Trassenkarte

Geplanter Trassenverlauf SGV-Y Teilstück Autobahnabfahrt Soltau Ost bis zur Einfädelung in die Bestandsstrecke bei Celle

 

Blatt 1 – A7 Soltau Out bis Dehnernbockel

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Blatt 2 – Bockel bis Nindorf

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Blatt 3 – Nindorf bis Katensen

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Blatt 4 – Offen bis Hustedt

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Blatt 5 – Hustedt bis Celle

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Raumwiderstände

Dieses Schlagwort begleitet alle Veranstaltungen und Publikationen, bei denen es um den Bau von Großprojekten, unter anderem auch von Versorgungstrassen, geht, unabhängig davon, ob es sich dabei um die vielfältigen Varianten der Stromtrasse „ Suedlink“ oder die Absichten der Bahn zum Bau einer Güterverkehrstrasse handelt.

Der westliche und nordwestliche Teil des Landkreises Celle und der südliche Bereich des Heidekreises werden dabei gleich von beiden Bauvorhaben betroffen.

Da aber bei beiden Projekten mehrere Trassenvarianten geplant werden, kommen nun die zitierten Raumwiderstände zum Tragen.

Was ist darunter zu verstehen?

Raumwiderstände bezeichnen all diejenigen Faktoren, die den Bau der Trasse beeinflussen können.

Erheblichen Einfluss und damit auch große Widerstände üben insbesondere Siedlungsbereiche aus. Knapp gesagt, je dichter die Besiedlung, desto schwieriger eine Umsetzung der Bauvorhaben, denn hier regeln klare gesetzliche Vorgaben die Mindestabstände  und einzuhaltende Schallwerte. Die Unterschreitung vorgegebener Abstände ist kaum möglich, so dass für geplante Trassenverläufe z.T. großräumige Umbauungen erforderlich werden. Interessanterweise sind die in unserer Nähe befindlichen militärischen Übungsräume, wie die Truppenübungsplätze Bergen und Munster, für jegliche außermilitärische Nutzung, auch in den Randbereichen, unantastbar und deren Bedeutung wird höher bewertet als eine mögliche Betroffenheit der Bevölkerung.

Weitere Hemmnisse einer geplanten Trassenführung sind Schutzgebiete.

Neben ausgewiesenen Schwerpunktgebieten in der landesweiten und regionalen Raumordnung sind dieses insbesondere Schutzgebiete nach Naturschutzrecht und Wasserschutzgebiete.

Das Naturschutzrecht kennt diverse Schutzgebietskategorien.  Ganz oben angesiedelt sind die „Natura 2000“ Gebietskulissen. Sie dienen dem Aufbau und dem Erhalt einer europaweiten Lebensraumvernetzung. Zu unterscheiden sind dabei Schutzgebiete nach der europäischen Vogelschutzrichtlinie, die in unserem Raum von den geplanten Trassenverläufen nicht unmittelbar durchschnitten werden, aber in geringer räumlicher Entfernung beeinflusst werden könnten. Beeinträchtigt sind aber Schutzgebiete nach der europäischen Flora-Fauna-Habitat Richtlinie, die sog. FFH-Gebiete. Hier werden von den Planungen vier  FFH-Gebiete unmittelbar betroffen. Nach europäischem Recht gilt in diesen Schutzgebieten ein Verschlechterungsverbot des Erhaltungszustandes der erfassten Lebensraumtypen.

Nach deutschem Naturschutzrecht sind oder werden diese europäischen Schutzzonen zu Naturschutzgebieten (NSG ) oder Landschaftsschutzgebieten ( LSG ) erklärt.

Naturschutzgebiete sind in ihrer Wertigkeit relativ hoch anzusiedeln.                                                          In aller Regel handelt es sich um regional ausgewiesene Gebiete, die mit einer eigenen Verordnung beschrieben und besonders geschützt sind.  Sie dienen zur Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung von Lebensräumen, Biotopen oder Lebensgemeinschaften bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten. Sie können weiterhin aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen oder wegen ihrer Seltenheit, besonderen Eigenart oder hervorragenden Schönheit geschützt sein.  Alle Handlungen, die zu einer Zerstörung, Beschädigung oder Veränderung des Naturschutzgebiets oder seiner Bestandteile oder zu einer nachhaltigen Störung führen können, sind nach Maßgabe der Verordnung verboten. Grundeigentümer und Bewirtschafter sind ebenso wie Besucher und Erholungssuchende in der jeweiligen Nutzung der Naturschutzgebiete  beschränkt.

Landschaftsschutzgebiete sind in aller Regel deutlich größere zusammenhängende Gebiete, die ebenfalls mit einer eigenständigen Verordnung geschützt sind. Sie dienen zur Erhaltung, Entwicklung oder Wiederherstellung der Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Naturhaushalts oder der Regenerationsfähigkeit und nachhaltigen Nutzungsfähigkeit der Naturgüter. Dies schließt den Schutz von Lebensstätten und  Lebensräumen bestimmter wild lebender Tier- und Pflanzenarten ein, die aufgrund ihrer Vielfalt, Eigenart und Schönheit oder der besonderen kulturhistorischen Bedeutung der Landschaft oder ihrer besonderen Bedeutung für die Erholung dienen, wobei die Erholung eine herausgehobene Rolle spielen kann. In einem Landschaftsschutzgebiet sind alle Handlungen verboten, die den Charakter des Gebiets verändern oder dem besonderen Schutzzweck zuwiderlaufen.

Weitere durch das Naturschutzrecht geschützte Gebiete sind die geschützten Biotope. Dabei handelt es sich meist um eher kleinflächige Lebensräume, die einem im Naturschutzgesetz beschriebenen Lebensraumtyp entsprechen. Diese Biotope unterliegen allein aufgrund ihrer Existenz dem besonderen Schutz, auch ohne Erfassung durch die Naturschutzbehörden und Eintrag in einem Flächenkataster. Es sind alle Handlungen zu unterlassen, die zu einer erheblichen Beeinträchtigung oder Zerstörung der Biotope führen können.

Wasserschutzgebiete (WSG) können im Interesse der öffentlichen Wasserversorgung festgesetzt werden, um das Grundwasser im Einzugsgebiet einer Wasserentnahme für Trinkwasserzwecke

vor Beeinträchtigungen zu schützen. Diese Schutzvorkehrungen können bestimmte Handlungen verbieten oder einschränken, die dazu geeignet sind die Trinkwassergewinnung zu gefährden. Die Festlegungen werden rechtsverbindlich in Form von Wasserschutzgebietsverordnungen durch die zuständigen Behörden festgelegt. In der Regel wird das WSG hierzu in Zonen mit unterschiedlichen Schutzbestimmungen eingeteilt. Es gelten teilweise erhebliche Einschränkungen für die Nutzung und Bewirtschaftung der Grundstücke. Der Transport von wassergefährdenden Stoffen ist in diesen Gebieten streng reglementiert oder verboten. Die Gefährdung von Wasserschutzgebieten ist bei dem Verlauf einer Stromtrasse insbesondere während der Bauphase gegeben, in der wassergefährdende Stoffe eingebracht werden könnten. Bei dem Betrieb einer Güterverkehrstrasse durch die Bahn besteht nicht nur während des Bauzeitraumes, sondern, besonders durch den Transport umweltgefährdender Stoffe, während des gesamten Betriebszeitraumes eine reale Gefahr für die Trinkwasserversorgung, insbesondere im Falle eines Unfalls.

Außerhalb von ausgewiesenen Schutzgebieten werden in erheblichem Umfang Wald und landwirtschaftlich genutzte Flächen betroffen.

Die genannten „Raumwiderstände“ werden dabei unterschiedlich bewertet.

Bei der Inanspruchnahme für jede andere Nutzungsform müssen Verluste von Waldflächen ausgeglichen werden. Dies geschieht in aller Regel durch eine Aufforstung anderer Flächen innerhalb des betroffenen Naturraumes. Außerdem werden die allgemeinen und besonderen Leistungen von Waldflächen für den Boden-, Natur- und Artenschutz bewertet. Diese Leistungen müssen ebenfalls ausgeglichen werden.

Bei der Inanspruchnahme landwirtschaftlich genutzter Flächen kann ein Flächenausgleich  nicht hergestellt werden. Hier handelt es sich um echte Flächenverluste, die für die Landwirtschaft im Bereich der Nahrungsmittel- oder Energiepflanzenproduktion verloren gehen. Die Beeinträchtigungen für den Boden-, Natur- und Artenschutz werden auch auf landwirtschaftlich genutzten Flächen berechnet und müssen  ebenfalls kompensiert werden.

Diese genannten Ausgleichsmaßnahmen gehen bei der Kompensation von Waldflächenverlusten durch Aufforstungen zusätzlich zu Lasten landwirtschaftlicher Produktionsflächen in erheblichen Umfängen. Die Beeinträchtigungen der naturschutzfachlichen Belange können einerseits ebenfalls durch zusätzliche Aufforstungen, andererseits aber auch durch die ökologische Aufwertung bestehender Waldflächen oder landwirtschaftlich genutzter Grundstücke ausgeglichen werden.

 

Beeinträchtigungen weiterer Bodennutzungsformen, wie z.B. der Jagd, werden in aller Regel nicht ausgeglichen, sondern, wenn  überhaupt, finanziell entschädigt.

Echte „Raumwiderstände“ stellen die letztgenannten Nutzungsformen durch Wald oder Landwirtschaft aber für die Planungen von Großprojekten nicht dar!

Gesetze und Verordnungen lassen Hintertüren offen um Verbote zu umgehen oder lassen sich ändern, Ausgleichsmaßnahmen oder finanzielle Entschädigungen sind möglich.

Sicherlich werden während des Planungszeitraumes alle genannten Faktoren in den unterschiedlichen Varianten abgewogen um die am wenigsten schädliche und kostengünstigste Trassenvariante letztendlich zu benennen.

Ein ganz entscheidender Punkt auf die Festlegung einer Trassenführung ist aber die Akzeptanz bzw. der Widerstand der betroffenen Bevölkerung.

Je besser und kompakter eine betroffene Region in der Lage ist, die Ablehnung der Bevölkerung zu bündeln und nach außen auch deutlich zu machen, umso wahrscheinlicher werden die ablehnenden Argumente auch im entscheidenden politischen Raum wahrgenommen.