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13.11.15 – Infom@il Nr.: 16/2015

 

  1. Dialogforum Nr. 9
  2. DEMO – Stunde der Wahrheit im Kampf gegen den Neubau!
  3. Beirat – Begleitung der weiteren Planungen
  4. HAZ vom 12.11.2015 – CDU lobt Minister Lies
  5. Bahnkreuze verbrennen 

Liebe Mitglieder und Mitstreiter,

  1. Dialogforum Nr. 9 – letzte Sitzung

Zwischen den Dialogforumsterminen Nr. 8 und Nr. 9 gab es Stimmungsschwankungen von „Wir schaffen es nicht – der Druck Hamburg/Bremen als Wirtschaftsfaktor ist so groß, dass eine Minderheit die Alpha-E-Lösung blockieren kann“ bis „Wir haben es geschafft, mehr als 80 Prozent werden das Abschlussdokument unterschreiben und Neubauvarianten sind vom Tisch!“

Aber nun zum Ablauf des Termins. Der Moderator Stachowitz beginnt, Herr Hitschfeld, beide von dem Büro vom Hoff, stellt die Bearbeitung der Bürgerbeteiligung vor. Einige Stellungnahmen der Länder werden abgearbeitet. Der erste Wortbeitrag kommt von Herrn Friederichs vom VCD (Verkehrsclub Deutschland) Niedersachen, er legt eine Präsentation einer Minderheitenmeinung dar und beendet seinen Vortrag mit einer Liste von Unterstützern, u. a. dem NABU und die Hansestadt Lüneburg einschl. des Landkreises Lüneburg. Herr Stachowitz fordert Lüneburg auf, dazu Stellung zu nehmen und Lüneburg widerspricht sofort dieser Darstellung und bestätigt Nichtunterzeichner des VCD-Papiers zu sein. Der NABU distanziert sich ebenfalls noch während des Forums von der VCD-Variante.

Nach dem Minderheitenpapier kommt Herr Bürgermeister Dirk Eberle aus Bothel und trägt für die Mehrheitsfraktion, d. h. Unterstützer der Alpha-Variante vor. Dazu muss man wissen, dass Herr Eberle seit über 15 Jahren gegen das alte Y gekämpft hat. Zunächst als Bürgerinitiative und heute zusätzlich als Bürgermeister. Die Rede spannt den Bogen von 1992 bis heute.

Für Herrn Eberle war die Darstellung sehr persönlich und emotional, auf Grund eines Kampfes seit mehr als 20 Jahren durchaus nachvollziehbar. Entsprechend wurde der Beitrag mit Applaus aus dem Forum bedacht.

Herr Minister Lies trifft ein. Die Abstimmung kann beginnen und ist beeindruckend hoch mit ca. 90 prozentiger Zustimmung.

Die Demonstranten auf dem Vorplatz konnten das Prozedere miterleben. Die Begeisterung war riesengroß.

Als nächster ist der Landrat von Uelzen, Herr Dr. Heiko Blume am Pult und beschreibt in einer hervorragenden Art und Weise den Ablauf des Dialogforums, spart nicht mit Kritik und setzt einige Marker und übergibt am Ende seiner Ansprache das Abschlussdokument an Herrn Minister Lies. Herr Blume erhält stehende Ovationen und einen Riesenapplaus.

Herr Minister Lies ergreift das Wort und fordert für das Land Niedersachsen die Umsetzung der Alpha-Variante, wie sie im Forum beschlossen wurde, ein, und kündigt erste Planungsmaßnahmen für die Strecke Rothenburg/Verden an. Der parlamentarische Staatssekretär, Enak Ferlemann ist der nächste Redner, tritt ans Pult und verkündet: Das Y sei tot! Neubau gibt es nicht, Alpha wird vollständig in den Bundesverkehrswegeplan 2016 eingestellt, der bis 2030 Gültigkeit hat! Sollte sich zukünftig die Frage nach Unterkapazitäten stellen, werde darauf durch weitere Ausbaumaßnahmen, nicht Neubau reagiert. Den Forumsteilnehmern und den Demonstranten außerhalb der Congress-Union wird heiß und kalt. Eine klarere und deutlichere Aussage in Richtung Ausbau und Umsetzung der erarbeiteten Alpha-Variante hätte man nicht erträumen können.

Als nächstes Herr Dr. Kefer von der Deutschen Bahn AG. Er übernimmt die Standpunkte seiner Vorredner und fordert eine schnelle Umsetzung.

Ein Riesenapplaus im Forum und auf dem Vorplatz der Union.

Das Aktionsbündnis gegen Trassenneubau hatte am 5. November Geburtstag. Am gleichen Tag ist die Entscheidung Alpha-E gefallen, aus der es nach unserer Auffassung mit den Aussagen von Herrn Lies, Herrn Ferlemann und Herrn Dr. Kefer kein Zurück mehr gibt. Wir haben gemeinsam mit allen anderen Forumsteilnehmern eine Lösung gefunden, die schnell umsetzbar ist, möglichst wenig Betroffene hat, den maximalen Schutz für die Anwohner gewährleistet und von einer großen Mehrheit in der gesamten Region getragen wird. Es ist „ein phantastisches Ergebnis“!!!

 

2. DEMO – Motto: „Die Stunde der Wahrheit“

Die Aufstellung des Wietzendorfer Güterzuges, das Herrichten des Vorplatzes an der Congress-Union, die Teilnehmer mit ihren Plakaten, die Mitstreiter, die für Bühne, Akustik, das Erscheinungsbild insgesamt gesorgt haben, haben einen großen Anteil daran, dass die Bürgerinitiativen des Dialogforums bei dieser Positivdemo einen Rieseneindruck bei allen, einschließlich Politik und Bahn, hinterlassen haben. Das Image der Bürgerinitiativen, nur dagegen zu sein, hat sich in einem dreiviertel Jahr gewandelt, die konstruktive, fachliche Mitarbeit, hat dazu geführt, dass die Arbeit des Forums ein historischer Erfolg geworden ist und ein Meilenstein für künftige Bürgerbeteiligung bei Großprojekten sein wird. Dieser Aussage von Herrn Lies haben sich Herr Dr. Kefer und Herr Ferlemann angeschlossen. So geht Bürgerbeteiligung!

Gegen 15.00 Uhr kamen Herr Lies, Herr Ferlemann und Herr Dr. Kefer auf den Vorplatz der Union und sprachen zu den Demonstranten. Sie wiederholten ihre Wortbeiträge aus dem Forum und bestätigten noch einmal die konstruktive, positive Zusammenarbeit mit allen Beteiligten und allen voran den Bürgerinitiativen in diesem Verfahren.

Es ist ganz klar, es gibt kein Zurück. Klare Äußerungen  der Politik, der Deutschen Bahn, die Alpha-E-Variante kommt wie das Abschlussdokument beschreibt in den Bundesverkehrswegeplan im Frühjahr 2016!

 

3. Beirat Planungen – „Wir passen auf“

Mit dem Termin am 5. November 2015 in Celle ist es nicht zu Ende. Es ist ein Beirat vorgesehen, der die Planungen und Entwicklungen bis zur Einbringung in den Bundesverkehrswegeplan weiter begleitet. Dieser Beirat ist u. a. auch besetzt von Bürgerinitiativen. Das Aktionsbündnis gegen Trassenneubau ist dabei. Das Gremium übernimmt eine Kontrollfunktion und wird beachten, dass die getroffenen Zusicherungen entsprechend umgesetzt und eingehalten werden.

 

4. CDU lobt Minister Lies für Dialogforum zur Y-Trasse

Bericht aus der HAZ vom 12.11.2015

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5. Protestkreuze

Am 22.11.2014 haben wir gemeinsam die Protestkreuze entlang der geplanten Neubaustrecke SGV-Y aufgestellt. Mehr als 200 Helfer hatten diese Kreuze angemalt und vorbereitet. Es ist der Zeitpunkt gekommen, sie wieder einzusammeln und als Leuchtfeuer unter Beteiligung unserer heimischen Politiker zu verbrennen. Wir sehen es als Zeichen in Richtung Politik und Deutsche Bahn, dass wir den Aussagen zu 100 Prozent vertrauen und dass es kein Zurück in der Vorgehensweise gibt. Genaue Abläufe, Zeitplan und Organisation der Rücklieferung von den Kreuzen wird noch rechtzeitig bekannt gegeben bzw. besprochen.

Herzlichen Dank an euch alle für die moralische Unterstützung, das Helfen bei den vergangenen Veranstaltungen wie Protestyval, Picknick in Ramelsloh, um nur einige zu nennen, die finanzielle Unterstützung. Wir sind dankbar, dass wir gemeinsam unsere Heimat schützen konnten und ein Ergebnis erreicht haben, das allen Anforderungen, zumindest für den überschaubaren Zeitraum bis 2030, gerecht wird.

Euer Aktionsbündnis

Der Vorstand

November 2015


06.11.15 – Dialogforum Nr. 9: Das Beste zum Schluss………

Liebe Freunde und Mitstreiter,

Wer wenig Zeit hat, kann nach dem nächsten Satz aufhören zu lesen: Es ist geschafft, Alpha wird kommen, alle Neubauvarianten sind vom Tisch, die Heide bleibt trassenfrei!

Wer mehr Zeit hat: Es kommt nur selten vor, dass es mir die Sprache verschlägt, aber gestern war so ein Tag. Aber der Reihe nach: Aufstehen, Tee trinken, auf Jan warten. Jan ist pünktlich. Da ahnte ich bereits, dass dieser Tag anders werden würde, als ich erwartete. Das Programm des Forums sah eine Zweiteilung vor: Vormittags Einleitung, Bericht zur Bürgerbeteiligung, Redebeiträge der Länder, der Minderheits- und Mehrheitsvertreter, Abstimmung, Unterschriften. Dann Mittagessen. Am Nachmittag Vorstellung des Gutachtens durch Landrat Dr. Blume, Übergabe des Abschlussdokuments, Bewertung des Ergebnisses durch Minister Olaf Lies für das Land Niedersachsen, den parlamentarischen Staatssekretär Enak Ferlemann für den Bund und Dr. Volker Kefer für die Bahn. Schlusswort, Get together. Häppchen. Soweit erstmal klar.

Als wir ankamen, waren wir gleich zweimal beeindruckt. Zunächst vom Demonstrationszug unserer BI, der Bühne und den fleißigen Organisatoren, die seit Tagen an dieser professionellen Inszenierung gearbeitet haben. Vielen Dank! Das war eine beeindruckende Arbeit. Dann waren wir beindruckt von der Gegendemonstration der Ausbaugegner aus Deutsch-Evern. Ein versprengter Haufen von sechs Pensionären, mannhaft und mit Plakaten bewaffnet, demonstrierte gegen die DSN-Demokratie. Mit tonloser Stimme durch eine Flüstertüte kam die Botschaft: Wer aus einem Beutel mit 90 schwarzen Kugeln eine Kugel zieht, der zieht eine schwarze Kugel! Wer aus einem Sack von 90 Neubaugegnern einen Neubaugegner zieht, der zieht einen Neubaugegner! Über die Deutung der Botschaft denke ich noch nach.

Beginn der Veranstaltung: Moderator Stachowitz führt kurz ein, Daniel Hitschfeld stellt die Bearbeitung der Bürgerbeteiligung vor. Stellungnahme der Landes Niedersachsen, Unterstützung für Alpha in freier Rede, Stellungnahme Bremen, Unterstützung für Alpha in freier Rede, Stellungnahme Hamburg, Alpha reicht für den Westen, für den Osten A7-Trasse zweigleisige Güterneubaustrecke, abgelesen. Dann der erste Wortbeitrag der Region. Hans-Christian Friedrichs vom VCD Niedersachsen legt als Präsentation die Minderheitenmeinung(en) dar, die so ziemlich alles konterkarieren, was das Forum erarbeitet hat. Am Ende des Vortrages zeigt er eine Liste der Unterstützer seines Papiers, unter anderem den NABU und die Hansestadt Lüneburg einschließlich des Landkreises Lüneburg.

Herr Stachowitz, die Moderation an dieser Stelle war meisterhaft. Da Lüneburg angesprochen ist, gibt er Gelegenheit zur Stellungnahme. Lüneburg stellt klar, dass es nicht Unterzeichner des VCD-Papiers ist und kriegt irgendwie die Kurve, am Ende nicht vollständig isoliert dazustehen, indem man Alpha an sich unterstützt, aber noch Ergänzungen am Abschlussdokument wünscht, die es natürlich nicht gibt. Der NABU hat sich noch während des Forums vom VCD-Papier schriftlich distanziert. Herr Friedrichs muss sich vielleicht demnächst einen neuen Job suchen. Er kann dann den Seniorenprotest in Deutsch-Evern anführen. Man kennt sich ja gut. Er wohnt ja um die Ecke. Nichtsdestotrotz war es richtig und wichtig, der Minderheitenmeinung angemessenen Raum zu geben und sie zu respektieren, wenn man sie auch nicht teilt. Das ist nämlich DSN-Demokratie. Gilt übrigens auch für Mehrheitsmeinungen.

Danach folgt ein etwas emotionaler Moment. Bürgermeister Dirk Eberle aus Bothel trägt für die Mehrheitsfraktion vor. Dazu muss man wissen, dass Herr Eberle seit über 15 Jahren gegen das alte Y gekämpft hat. Für diese alten Bürgerinitiativen ging gestern ein sehr langer Weg zu Ende. Da floss schon das eine oder andere Tränchen. Die Rede spannt einen Bogen von 1992 bis heute, sehr angemessen und sehr persönlich und verdientermaßen mit dem ersten stehenden Applaus des Forums bedacht. Dann folgt die erste Überraschung des Tages: Die angesetzte Abstimmung wird verschoben. Minister Lies möchte dieser beiwohnen, er ist im Anflug. Also erstmal Kaffeepause.

Wir nehmen unseren Kaffee mit nach draußen vor die Union, deren Vorplatz mittlerweile voll ist. Demonstranten aus allen Teilen der Region werben für die Umsetzung des Alpha, für Ausbau und gegen Neubau. Und es wird schon ein wenig gefeiert. Dann trifft Minister Lies ein und nach Blitzlichtgewitter und vorbei an Puschelmikrofonen und Kameras geht es hinein zur Abstimmung. Die Demonstranten bleiben draußen, aber das Forum wird über eine Videowand nach draußen übertragen. Die Abstimmung ist beeindruckend. Die Zustimmung hätte kaum höher ausfallen können, wenn die Frage gelautet hätte, wer zum Mitttagessen bleibt. Ein wundervolles Bild! 90 % sind keine Kleinigkeit. Die Deutsch-Everner hätten wahrscheinlich bestritten, dass überhaupt so viele da waren…… Ob sie zum Essen geblieben sind, weiß ich nicht, aber ihre Plätze bleiben am Nachmittag leer. Dann Unterschriften und Mitttagessen. Wieder raus auf den Platz und wieder feiern.

Am Nachmittag ist es dann so weit: mir verschlägt es die Sprache. Nach der Abstimmung ist der Tag eigentlich gelaufen. Besser kann es nicht werden. Doch, es kann. Zunächst folgt eine herrliche Rede vom Uelzener Landrat Dr. Heiko Blume, der das Abschlussdokument vorstellt, die Bedingungen der Region einfordert und auch mit Kritik am Verfahren nicht spart. Wieder stehende Ovationen. Besser kann es nicht werden, denke ich wieder. Doch, kann es.

Minister Lies ergreift das Wort. Während er spricht bekomme ich das erste Mal eine Gänsehaut. Er fordert für das Land Niedersachsen die Umsetzung des Alpha, wie es im Forum beschlossen wurde, ein und kündigt bereits erste Planungsmaßnahmen an. Stehender Applaus, ungläubiges Staunen. Die Tinte ist doch noch nicht mal trocken. Dann tritt Staatssekretär Ferlemann ans Rednerpult und verkündet, dass Y sei tot, Neubau gibt es nicht, Alpha wird vollständig in den Bundesverkehrswegeplan 2015 eingestellt, der bis 2030 Gültigkeit hat. Sollte sich zukünftig die Frage nach Unterkapazitäten stellen, werde darauf durch weitere Ausbaumaßnahmen, nicht Neubau reagiert. An diesem Punkt fürchte ich, man habe uns Halluzinogene ins Essen getan. Aber heute stand das in der CZ auch so. Auch Dr. Kefer von der DB AG setzt sich für Alpha und seine schnelle Umsetzung ein. Das Ganze wird für das Publikum draußen noch einmal Live wiederholt, in kurzen Statements und mit Jan mittendrin. Was für ein Tag! Noch am Morgen hatte ich lediglich gehofft, die Abstimmung werde überzeugend sein. Am Abend bleiben keinerlei Zweifel mehr. Wir haben uns durchgesetzt und es wird keine Unsicherheit darüber geben, ob die Trassendiskussion demnächst wieder eröffnet wird. Sie ist beendet.

Lieber Daniel Hitschfeld! Die Organisation des gestrigen Forums war perfekt, die Moderation war klug und für die Videowand gebührt Ihnen ein besonderer Dank. Für Sie war die Ausrichtung und Gestaltung dieses Dialogforums so neu und ungewöhnlich, wie für alle Teilnehmenden auch. Kritik gab es, manche zu Recht, manche zu Unrecht. Ich bin mir sicher, dass Sie anhand Ihrer Erfahrungen aus dem Forum Ihre Arbeit optimieren werden. Am Erfolg des Forums haben Sie alle aber natürlich Ihren unbestrittenen Anteil. Es war sehr interessant, diese Reise mit Ihnen unternommen zu haben.

Lieber Herr Wyderka! Wir danken Ihnen, Frau Dr. Eickmann, Frau Begemann und Frau Klügel für Ihre hervorragende Arbeit, Sie haben es verstanden, das Zusammenspiel zwischen Ländern, Bund, Bahn, Kommunen und BIs so effektiv und erfolgreich zu moderieren, das dieses außergewöhnlich Ergebnis mit ermöglicht hat.

Lieber Herr Bischoping! Ihnen gebührt Dank dafür, dass Sie mit Ihrem Vortrag zu Alpha im Juli Druck auf den Kessel gebracht haben. Welche Dynamik hat sich danach entfaltet!

Liebe Bürgermeister und Vertreter der Kommunen, liebe Land- und Kreisräte! Wir haben Sie als Verwaltungsspitzen und Sie uns als Bürger komplett neu kennengelernt und ich bin mir sicher, dass wir neue Erkenntnisse darüber erhalten haben, was man gemeinsam und über Stadt- und Kreisgrenzen hinaus erreichen kann.

Liebe Freunde des BIs! Euch gegenüber Dank auszudrücken, kann man nicht wirklich in Worte fassen. Wir sind die Bürgerinitiative 2.0. Dank des Rahmens, den das Forum geboten hat, sind Bürgerinitiativen nicht mehr dazu verdammt, gegen Beschlüsse zu sein, die längst gefasst sind. Ihr habt die Chance bekommen, einen Entscheidungsprozess maßgeblich zu gestalten. Und wie habt Ihr das getan! Gemeinsam haben wir ein Stück Geschichte zur Demokratie in der Bundesrepublik Deutschland geschrieben, das hoffentlich den heutigen Tag überdauern wird. Es wurde Vertrauen ins uns gesetzt, wir wurden in die Pflicht genommen und wir haben geliefert, in hoher Verantwortung und in vollem Bewusstsein der Schwierigkeiten, der eigentlichen Unmöglichkeiten. Ich bin stolz und dankbar, dazu zu gehören. Unsere gemeinsame Arbeit wird im Monitoring der Ausbaumaßnahmen weitergehen.

Liebe Wietzendorfer! Ihr seid im falschen Landkreis. Vielen Dank für Eure große Mitarbeit und Unterstützung, Eure Verlässlichkeit und Eure Kreativität. Ihr wart einfach toll.

Liebe Bergener! Der Rest des Landkreises steht mit offenem Mund da und kann nicht glauben, was wir erreicht haben und was vor allem von den Dörfern kam. Wir haben uns Anerkennung verdient durch Fleiß, Initiative, Netzwerken und fachliche Kompetenz. Das Geheimnis unseres Erfolges ist, dass jeder an seinem Platz das gemacht hat, was er am besten kann. Niemand hat sich vorgedrängelt oder herausgestellt oder andere vorgeschoben. Es war immer ein gemeinsames Arbeiten, in dass sich jeder einbringen konnte, wie er oder sie es wollte und konnte. Wir sind ohne Hierarchien ausgekommen, jeder hatte einen wichtigen Platz. Damit ist das ein gemeinsamer Erfolg und dieses Erfolgsrezept sollten wir uns für die Zukunft merken. Wir wissen, zu welchen Leistungen wir in der Lage sind. Das sollten wir weiter tragen. Alles Gute.

Christian Böker

Aktionsbündnis gegen Trassenneubau

 


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Infom@il Nr.: 15/2015 – 03.11.2015

Aufruf und Ablauf DEMO

 

Liebe Mitglieder und Mitstreiter,

Der Kampf gegen den Neubau braucht euch:

Die Tagesordnung für das 8.Treffen des Dialogforums Schiene Nord am 5. November 2015 in der Congress-Union Celle steht fest. Auf dem Platz an der Union ist eine Leinwand aufgebaut, so dass für die Teilnehmer der Demo eine Live-Übertragung direkt aus dem Forum erfolgt.

Herr Lies, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, wird das Ergebnis des Forums von Herrn Rempe, Vertreter der Kommunen, und Herrn Bodin, Vertreter der Bürgerinitiativen, übergeben bekommen. Anschließend wird Herr Minister Lies zwei Exemplare des Abschlussdokumentes an Herrn Enak Ferlemann MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, und Herrn Dr. Volker Kefer, stv. Vorstandsvorsitzender Deutsche Bahn AG, übergeben. Herr Lies wird dann das Schlusswort im Dialogforum Schiene Nord haben.

So gut wie zugesagt ist, dass der Minister Olaf Lies gemeinsam mit Jan-Hendrik Hohls zu uns nach draußen auf den Platz an der Union kommen wird und einige Worte entrichtet. Ebenso werden wenige ausgewählte Sprecher der BI´s und Kommunalvertreter das Wort ergreifen. Zu Verschiebungen im Ablauf kann es kommen.

Aufgebaut wird an der Union der Zug, der im letzten Jahr in Wietzendorf aufgestellt worden ist. Zusätzlich der PKW-Kombi, in dem wir die SGV-Y zu Grabe tragen. Getränke wird es sicherlich auch geben. Bringt euch zusätzlich eine Thermoskanne mit, so dass wir auf jeden Fall aushalten bis Herr Lies zu uns gesprochen hat und die Stunde der Wahrheit im Kampf gegen den Neubau endlich erreicht ist.

Malt euch bitte Plakate, die deutlich machen, dass für uns nur

► Ausbau in Frage kommt, kein Neubau!

► Alpha unser Motto ist!

► Güterverkehr 2030 – Freie Fahrt nur mit Alpha!

► Alpha-Güterverkehr als guter Verkehr!

► Ausbau statt Neubau = Vorausschau statt Zugstau!

oder ähnlich.

Wir haben gemeinsam die Möglichkeit, am 5. November 2015 ab 12.00 Uhr den Entscheidern die Stimmung in unserer Region gegen den Neubau durch unsere Präsenz deutlich zu machen. Nehmt diese, vielleicht letzte Chance war und kommt in großer Zahl!! (Als Parkmöglichkeiten bieten sich der Schützenplatz, der Südwall oder gegenüber dem Schwimmbad die 77er Straße an.)

„Die Stunde der Wahrheit“

Euer Aktionsbündnis

Der Vorstand

November 2015

 


24.10.15 – Y-Trasse: Stunde der Wahrheit am 5. Novemberdemo_plakat600

Eine schöne Vorstellung: Der Güterverkehr an den deutschen Häfen nimmt zu, die Wirtschaft floriert und die Bevölkerung schafft Hand in Hand mit der Politik die Voraussetzungen hierfür. Beinahe wäre dies Wirklichkeit geworden. Nun bedrohen einflussreiche Akteure den Erfolg des Vorhabens, den Schienengüterverkehr im Norden fit für die Zukunft zu machen – und gefährden dabei Mensch und Natur in der Lüneburger Heide.

Im Dialogforum Schiene Nord haben Vertreter aus Politik, Verbänden und Bürgerinitiativen zusammen Kriterien entwickelt und Alternativen verglichen. Herausgekommen ist dabei ein nie dagewesener Konsens, nach dem die Schienen-Ausbau-Variante „Alpha“ als einzig umsetzbare aus einer Vielzahl zum Teil abenteuerlicher Pläne übrigbleibt. Sie ist daraufhin gutachterlich analysiert und sowohl für wirtschaftlich als auch stark genug hinsichtlich ihrer Kapazitäten befunden worden. Allerdings melden nun kurz vor Abschluss des Dialogforums einzelne Akteure, allen voran Hamburg, größere Ansprüche an und wollen neben der Alpha-Variante zusätzlich eine Neubaustrecke durchsetzen – notfalls am Forum vorbei durch eine eigene Erklärung. Dies wurde auch beim letzten Forumstreffen am 22. Oktober 2015 deutlich. Diese Strecke soll entlang der Autobahn 7 verlaufen, was aber rein technisch nicht möglich ist, sodass erneut die Gefahr besteht, dass riesige Güterzugstrecken die Lüneburger Heide zerschneiden werden.

„Leider wiegen sich viele Menschen in der Region in Sicherheit“, so Jan-Hendrik Hohls vom Aktionsbündnis gegen Trassenneubau. „Sie denken, wenn Alpha kommt, dann kommt kein Neubau. Aber genau das ist ein Trugschluss, wenn Hamburg sich durchsetzt.“ Hinzu komme, dass momentan Falschmeldungen in der Presselandschaft kursieren, die besagen, man habe sich auf einen Kompromiss eingelassen und akzeptiere möglicherweise doch Neubau-Ergänzungen. „Das ist komplett falsch“, so Hohls. „es ist schon seltsam, dass gerade jetzt so ein Blödsinn verbreitet wird, der genau in die Richtung der Hamburger Forderungen weist.“ Die Wahrheit sei, dass es eine solche „Öffnungsklausel“ im Abschlusspapier des Forums nicht gebe und dass 90 Prozent der Forumsteilnehmer strikt gegen jede Form von Neubau seien – weil Alpha mehr als ausreiche und deshalb keine zusätzlichen Natur- und Wirtschaftsräume zerstört werden müssten.

„Diese Wahrheit muss an die Öffentlichkeit“, so Hohls. „Deshalb müssen am Donnerstag, dem 5. November, so viele Menschen wie möglich nach Celle kommen, um zu zeigen, dass sie den Ausbau wollen und keinen Neubau in welcher Form auch immer.“ An diesem Tag findet die letzte Sitzung des Forums statt, zu der auch Vertreter der Landes- und der Bundesregierung erwartet werden. Nur wenn dann und dort die Menschen der Region ihre Gesichter zeigten, könne die Lobby-Mauschelei am Ende des Dialogprozesses verhindert werden.„Ab 12 Uhr wollen wir vor der Congress Union ein Zeichen setzen, das in ganz Deutschland wahrgenommen wird. Ein Zeichen für zukunftsorientierte Bürgerbeteiligung und gegen scheindemokratische Hinterzimmerpolitik.“ Das Motto lautet: „Die Stunde der Wahrheit“.


23.10.15 Dialogforum Nr. 8: Double-Day – oder wie ich an zwei Foren gleichzeitig teilnahm

Liebe Freunde und Mitstreiter,

heute habe ich offenbar an zwei gleichzeitig stattfindenden Dialogforumssitzungen teilgenommen. Es sollte eine redaktionelle Abstimmung des Abschlusspapiers werden, alle erwarteten ein schnelles und bestätigendes Ergebnis und freuten sich auf ein paar ruhigere Tage bis zum 5. November. Der Tagungsort war gleich. Die Besetzung war identisch, die Dauer bis 13.00 Uhr angesetzt, aber:

Die eine Veranstaltung hatte eine faire und objektive Moderation, die versuchte, einen 100- %-igen Konsens, der sich nirgends abzeichnete, gegen alle Widrigkeiten herzustellen, es wurde konzentriert und konstruktiv gearbeitet, alle Lager hatten die gleiche Redezeit und an dieser Veranstaltung nahmen dpa und NDR teil, um direkt nach Ende der Veranstaltung ihre Nachrichten zu verbreiten:

  1. Alpha ist bereits beschlossen,
  2. Die Bahn erhält eine Öffnungsklausel, die es ihr gestattet, weiterführende Maßnahmen durchzuführen, sofern diese erforderlich sind,
  3. Im Abschlussdokument wird ein Minderheitenvotum aufgenommen
  4. gegen den Konsens gibt es einen breiten Widerstand von der Hansestadt Hamburg, VCD und Bürgerinitiativen, die an Ausbaustrecken wohnen, namentlich in Deutsch-Evern.

Die andere Veranstaltung, an die ich mich wesentlich besser erinnere, hatte eine Moderation, die ständig in den Entscheidungsprozess eingegriffen hat, allen voran diesmal nicht Herr Stachowitz, sondern der Geschäftsführer der Geschäftsstelle vom Hoff, Herr Hitschfeld höchst selbst, der sich sonst nur zu Wort meldet, wenn es gilt, irgendetwas entschieden zurückzuweisen. Er hat zwar behauptet, er nehme eine Scharnierfunktion ein, um den Prozess positiv und vermittelnd voranzubringen. Scharniere fallen ja vor allem durch ihre Funktionalität auf, ihre Fähigkeit, einen Weg freizugeben oder ihn zu schließen. In diesem Sinne hat Herr Hitschfeld heute das monofunktionelle Scharnier erfunden, dass ausschließlich dazu gedacht ist, die Tür geschlossen zu halten. Es wurde allein über das Deckblatt (Zwei Überschriften, eine Grafik) 90 Minuten lang diskutiert, die Redezeit der Minderheiten lag überproportional hoch, sie wurde meist destruktiv genutzt. Es wurde end- und sinnlos diskutiert und jedes Argument erst dann zugelassen oder verworfen, nachdem es mindestens 8-mal vorgebracht wurde. Von dieser Veranstaltung hat wohl nur die CZ berichtet, inhaltlich objektiv, aber damit leider allein auf weiter Flur und unter unbeabsichtigter, aber auch leider unangebrachter Suggestion, es laufe alles auf einen positiven Abschluss zu :

  1. Alpha soll nach wie vor erst am 5. November beschlossen werden,
  2. Der Bahn wurde keine Öffnungsklausel eingeräumt, sie hat lediglich zwei Hinweise gegeben, einmal einen auf eine bestehende Rechtslage bei unerwarteter Überschreitung der Kapazitätsprognosen, und zum anderen weist die Bahn darauf hin, dass die geforderten Kapazitäten bis 2030 laut BVU-Gutachten durch Alpha E bei gegebener Wirtschaftlichkeit sichergestellt werden (was die Diskussion über angeblich nicht ausreichende Kapazitäten seitens der Hansestadt Hamburg und des VCD schlicht beendet),
  3. Im vereinbarten Abschlussdokument wird es laut Abstimmung kein Minderheiten-Votum geben, obwohl Herr Hitschfeld diesen Punkt solange moderieren wollte, bis dem zugestimmt wird, allerdings verloren sie irgendwann die Lust,
  4. Es zeichnet sich ein sehr, sehr breiter Konsens ab, unter Zustimmung der meisten von Strecken mit Mehrbelastungen oder Ausbaustrecken betroffenen Kommunen und BIs, namentlich Verden, Kirchlinteln, Soltau, Visselhövede, Burgdorf usw. usw. usw…, Deutsch-Evern ist nur eine Abweichung von der Regel.

Heute muss ich deutlich die Moderation angreifen, vor allem, weil sie es zu verantworten hat, dass am Ende doch wieder den ganzen Tag diskutiert wurde, ohne ein endgültiges und überwältigend mehrheitsfähiges Ergebnis zu vereinbaren, das heute bereits vorlag. Sie war und ist mitnichten neutral und verhält sich auch ganz offen auch nicht so:

  1. Die Arbeit der Arbeitsgruppe Abschlusspapier wurde untergraben, indem Anmerkungen, Vorschläge oder Vorlagen je nach Absender unterschiedliche Behandlungen erfuhren. Das vorgelegte Abschlusspapier wurde am Dienstag in einer gemeinsamen BI-Kommunalo-Sitzung vorabgestimmt und dieses Ergebnis wurde der Agentur vom Hoff am Mittwoch im Laufe des Tages zugeleitet. Dieses Papier sollte nach dem Willen der Moderation aber nicht besprochen werden, weil es mangels Verteilung der Agentur vom Hoff nicht jeder im Forum kannte. Nach episch langer Diskussion wurde dann ein Papier besprochen, in dem die Änderungen zur bis dato allgemein bekannten Version dargestellt waren. Dieses wurde dann Zeile für Zeile zäh und zeitraubend durchdekliniert. Die Anregungen der Stadt Hamburg und ein gemeinsames VCD-BI-Papier gingen auch erst Vorabend der Sitzung bei vom Hoff ein. Es kannte also, abgesehen von den Verfassern und der Agentur, auch niemand dessen Inhalt. Diese Eingaben (29 Änderungswünsche auf 6 DIN A4-Seiten) wurden im Fall von Hamburg ohne jedes Zögern Punkt für Punkt abgearbeitet, zumindest für das Hauptdokument, weiter kamen wir ja nicht. Sechseinhalb Stunden für 3 Seiten Dokument. Rapido! Und das war nicht wie verabredet eine redaktionelle Arbeit, sondern eine inhaltliche. Das ging an sich schon nicht. Im Fall von VCD-BI wurde das Papier nicht einmal vorgestellt, sondern am liebsten hätte es nach Vorschlag der Agentur vom Hoff ohne mögliche Prüfung durch das Plenum als Minderheitenvotum in den Anhang aufgenommen werden sollen. Damit wäre es ein Teil der Abschlusserklärung, der durch die Mehrheit per Abstimmung oder Unterschrift als solcher akzeptiert wäre. Uncharmanterweise wäre umgekehrt die Zustimmung der Minderheit zum Mehrheitsbeschluss aber nicht zwingend und würde aller Voraussicht nach auch nicht gegeben.
  2. Herr Winter (Mitarbeiter Agentur vom Hoff) hat zwei BI-Mitglieder des Forums, die zugegeben in ungerechtfertigter Weise mit abgestimmt haben, in unangemessen scharfer Form und Wortwahl in den Rückraum verwiesen (ihm „platzte der Kragen“, ich dagegen hörte wieder ein Scharnier quietschen….). Herr Wyderka vom MW Niedersachsen hat, obwohl er selbst immer betont, als Empfänger der Forumsbotschaft gar nicht mitstimmen zu können, das dennoch fröhlich immer wieder getan. Das hat Herrn Winter nicht gestört, mich ehrlich gesagt auch nicht. Was soll´s. Alle, die an dem Forum mitarbeiten, mussten sich zwangsläufig irgendwann eine Meinung bilden, wir machen ja fast nichts anderes mehr. Aber Herr Winter fühlte sich bemüßigt, einen BI-Vertreter, der wahrlich viel Zeit und Input für das Forum gegeben hat, wie einen Schuljungen ob eines Schummelns zurechtzuweisen, wo eine einfache Erinnerung an die Geschäftsordnung genügt hätte. Bevor Sie sich im Übrigen in derart überzogener Form auf die Geschäftsordnung berufen, vergegenwärtigen Sie sich bitte, wie oft Sie diese selber „umgangen“ haben. Ich sage nur: Zustellungsfristen von Dokumenten, unabgestimmte Agenda-Änderungen, widerspruchslose Annahme unabgestimmter Auftragsänderungen durch BVU (Alpha E), noch immer nicht ins Forum eingebrachte Anliegen aus der Bürgerbeteiligung (kommt das immer noch „zeitnah“?), unterlassene, obwohl zugesagte Dokumentenweitergaben auf der Zielgeraden zum Abschlussdokument und Ihre eigene Festlegung darüber, wie das Forum welche Erklärungen abfasst, wie Voten erzielt, erfasst und veröffentlicht werden. Ist Ihnen nie in den Sinn gekommen, dass Sie damit rigoros in die Autonomie des Forums eingreifen und dass wir das bemerken?
  3. Herr Stachowitz hielt stur an seinem Ziel fest, ein Papier zu erstellen, das alle unterschreiben können, trotz eindeutiger Aussagen von Teilnehmern, Unterschriften auch dann nicht zu leisten, sollte ein Minderheitenvotum ins Dokument aufgenommen werden. Er ignorierte auch lange die eindeutige Haltung der Mehrheit, kein eigenes Minderheitenvotum in der Abschlusserklärung zulassen zu wollen. Abgestimmt wurde das dennoch mit diesem Ergebnis, weil Landrat Dr. Blume dies solange forderte, bis es auch Herr Stachowitz nicht mehr weg moderieren konnte. Als letzten Schuss hat er dennoch noch diese Ankündigung im Rohr: bei früherer Gelegenheit hatte er formuliert, er werde niemanden zwingen, am Ende abzustimmen. Heute hat er es noch klarer und deutlicher formuliert: Er wird überhaupt keine Abstimmung aufrufen. Es wird sie schlicht nicht geben. Die Zustimmung erfolgt lediglich über die Unterschrift der Teilnehmer. Herr Hitschfeld hat zudem angekündigt, dass es dann mehrere Abschlusspapiere geben könne (oder werde), ein Mehrheitendokument und ein Minderheitendokument. Wenn das so ist, hatten wir unser Papier bereits fertig, nämlich das vom Dienstag. Das sollten wir dann möglicherweise auch verwenden, ohne die Beiträge derer, die das Papier sowieso nicht billigen werden. Eine Festlegung, ein Minderheitenvotum müsse berücksichtigt werden, gibt es nicht. Aber diese Minderheitenvoten sind bereits landauf, landab mit einer Polemik, die fern jeder Wirklichkeitsnähe liegt, medial unterwegs. Dafür wird das Forum wahrlich nicht gebraucht. Dazu werden längst andere Plattformen genutzt.Aber mal ehrlich, Herr Stachowitz. Was oder wer legitimiert Sie eigentlich, dem Forum eine Abstimmung zu verwehren? Die Zusammensetzung des Forums wurde von politischer Seite vorgenommen. Der politische Auftrag des Forums lautet, eine Empfehlung abzugeben. Die kann nur durch einen Meinungsbildungsprozess erarbeitet werden, der eine Mehrheitsfindung erforderlich macht. Das erfordert Abstimmungen, egal ob durch Unterschrift oder Handaufheben, was wir in jeder bisherigen Sitzung auch getan haben. Es wäre respektlos denjenigen gegenüber, die seit Monaten für diesen Konsens zunächst gekämpft und dann gemeinsam hart für ihn gearbeitet haben, wenn Sie denen, die das Forum mit Leben erfüllt haben, den Moment der Abstimmung als angemessenen Schlusspunkt der achtmonatigen Arbeit verwehren wollten. Es geht nicht um eine Geste des Obsiegens. Ohne Abstimmung aber überhöhen Sie unangemessen die Bedeutung derer, die sich in Erwartung des sicheren Scheiterns anfangs gar nicht am Prozess beteiligt haben und nun, am Ende der Veranstaltung, ausschließlich durch Störfeuer versuchen, dieser unwillkommenen Einigung ihre Bedeutung zu nehmen. Daher fordern wir die Abstimmung.

Ein Wort noch an die Freunde der schreibenden und sendenden Presse:

Berichten Sie wahrhaftig und würdigen Sie die ungewöhnlichen Umstände, den Einsatz der vielen hauptamtlichen und vor allem ehrenamtlichen Begleiter und das außergewöhnliche Ergebnis dieses Forumsprozesses. Die Schlagzeile ist, dass das Dialogforum wider alle Erwartungen im Vorfeld erfolgreich war. Durch diese Art der Bürgerbeteiligung können nun Bürger mit den Kommunen, dem Land, dem Bund und dem Vorhabenträger gemeinsam gestalten und werden nicht mehr nur zum Neinsagen verdammt. Das wollte die Bahn, das wollten Bund und Land, und es wurde in einer nie dagewesenen Art und Weise mit den Bürgern erreicht. Das ist ihre Schlagzeile und nichts anderes.

Wer die Vision eines hundertprozentigen Konsens aller Beteiligten hatte, der sollte frei nach Helmut Schmidt zum Arzt gehen. Aber selbst das wäre der Presse dann wohl keine Meldung wert. Wenn es aber unbedingt eine negativ angelegte Schlagzeile sein soll, schlage ich folgende vor: „Hafenwirtschaft bei Trassenkonsens unter die Räder geraten! Unfallforscher rätseln, warum sie sich nicht mehr rechtzeitig bewegt hat“.

Und noch einmal an Euch, liebe Mitstreiter: wie Ihr seht, ist gar nichts gelaufen. Hamburg beginnt die Medienschlacht. Lest mal die Presse außerhalb des Landkreises. Da wird Alpha schon wieder in Frage gestellt. Also hin am 5. November zur Abschlussveranstaltung an der Celler Congress-Union, damit die Schlagzeilen dieses Mal verdientermaßen wir bekommen.

Das Beste, das wir erreichen können ist, dass sich bei uns nichts verschlechtert. Das ist traurig genug. Nehmt Urlaub, gebt Euren Mitarbeitern frei, macht daraus einen Ausflug mit Euren Kindern, den Großeltern, den Nachbarn. Dieses eine Mal müssen wir zeigen, wer wir sind, wie viele wir sind und wofür wir stehen. Wenn wir unsere Geschichte nicht selber schreiben, schreiben sie andere anders. Auch das gehört zur Demokratie: Wer keine Meinung äußert, der wird auch nicht gehört. Also: laute Ansage!

Christian Böker

Aktionsbündnis gegen Trassenneubau

p.s.: Herr Bischoping (DB AG) hat übrigens zugesichert, es werde nach einem Pro-Alpha-Votum an keiner weiteren Trassen-Alternative gearbeitet. (Brauchen sie ja auch nicht, weil BVU ja offenbar schon alles gerechnet hat……)

 


23.10.15 – ACHTUNG: FALSCHMELDUNGEN!

Aufgrund einer fatalen Falschmeldung der Deutschen Presseagentur (dpa) berichten zahlreiche Medien fehlerhaft über das gestrige, außerplanmäßige Treffen des Dialogforums Schiene Nord. Demnach sei eine „Öffnungsklausel“ in das Abschlusspapier des Forums eingebaut worden, die einen Neubau von Güterzugtrassen durch die norddeutsche Landschaft ermögliche.Zum Beispiel ist auch die Berichterstattung des Norddeutschen Rundfunks (NDR) betroffen: https://www.ndr.de/…/Y-Trasse-Erst-Ausbau-spaeter-vielleich…
In Wirklichkeit ist aber das Gegenteil der Fall. Hier eine Erklärung von Forumsteilnehmer Eckehard Niemann, die mit Missverständnissen aufräumt:

„Der wohl wichtigste und sehr eindeutige Passus in der Abschlusserklärung des Dialogforums Schiene Nord: „Mit der Entscheidung für die Vorzugsvariante entfallen alle anderen Trassenvarianten und werden nicht weiter verfolgt.“

Bei der Anmeldung von Verkehrsprojekten zum neuen Bundesverkehrswegeplan wird das Land Niedersachsen deshalb in Bezug auf das Bahn-Dreieck Hamburg-Hannover-Bremen einzig und allein die Vorzugsvariante laut Dialogforum ( d. h. Alpha-Variante) anmelden und anmelden können.

Allein deshalb kommen Neubautrassen nicht zur Geltung, auch nicht die von Hamburg favorisierte Trasse entlang der A 7.

Leider ist in etlichen Medien eine Erklärung der Deutschen Bahn AG falsch wiedergegeben bzw. falsch interpretiert worden: In dieser Erklärung betont die Bahn, dass der Alpha-Variante vom Gutachter des Bundes „eine ausreichende Kapazität für die prognostizierte durchschnittliche Belastung 2030 bestätigt“ wurde und dass zudem weitere „Restkapazitäten auf alternativen Laufwegen“ verfügbar seien. Lediglich für den Fall, dass „das tatsächliche Verkehrsaufkommen die prognostizierten Werte erreicht oder übersteigt und damit die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur überschritten wird“, müsse die Bahn (entsprechend der jetzt schon bestehenden Gesetzeslage, E.N.) weitere Ausbaumaßnahmen beim Bund beantragen.

Damit sind Neubau-Trassen nicht nur auf viele Jahre durch die fehlende Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan ausgeschlossen, sondern auch durch den ausdrücklichen Hinweis der Bahn auf AUSBAU-Maßnahmen (sofern dieser eher unwahrscheinliche Fall überhaupt eintreten wird). Eine Öffnungsklausel für mögliche Neubautrassen wurde vom Forum ausdrücklich abgelehnt und natürlich nicht beschlossen.

Das Ergebnis des auch für andere Großprojekte beispielhaften Dialogforums ist deshalb ein klarer Erfolg für Ausbau statt Neubau, für die Einsparung Hunderter von Millionen an Finanzmitteln, für Landschaft, Region, Menschen und Natur!“

 


 

17.10.15 – Infom@il Nr.: 14/2015

 

1. Dialogforum Nr. 7 vom 10.10.2015

2. VCD, Freie und Hansestadt Hamburg und Bremen

3. Demoveranstaltung am 5. November 2015  

„Ausbau – kein Neubau, wir passen auf!“

 

Liebe Mitglieder und Mitstreiter,

1.  Dialogforum Nr. 7

Zur Überraschung aller Teilnehmer gab es keinen Anlass zur Kritik an der Arbeitsweise des Moderators. Es wurde (zum ersten Mal!) gewährleistet, dass das anspruchsvolle und reichhaltige Programm tatsächlich mehr oder weniger vollständig durchgearbeitet werden konnte: die Abschlussberichte

der einzelnen Arbeitsgruppen, die gutachterliche Darstellung der Alpha-Variante durch den BVU-Gutachter unter den Gesichtspunkten Kapazität und Wirtschaftlichkeit sowie die Vorbereitung einer Trassenempfehlung durch das Forum. Für die Berichte aus den Arbeitskreisen, wie z. B. Lärm, Umwelt und Natur musste ein enorm hoher Aufwand betrieben werden, um sich die Ergebnisse zu erkämpfen. Es wurden keine ausreichenden Daten durch das Forum zur Verfügung gestellt, so dass die Forumsteilnehmer, allen vorweg die BI´s, mit Unterstützung der Kommunen und der Landkreise dem Dialogforum die Richtung gegeben haben. Die Arbeitskreise des Forums haben durch ihre Untersuchungen erreicht, dass ein gemeinsamer Wille zu einer gemeinsamen Lösung durchgesetzt und somit die von allen erwartete Zerstrittenheit und eine ergebnislose Beendigung des Forums verhindert.

Warum war das Votum für die Alpha-Variante möglich?

Herr Stefanos Kotzagiorgis stellte das BVU-Gutachten, welches kurz vor bzw. zum Forumstermin erst fertig gestellt war, den Teilnehmern vor. Es war ein Parforce-Ritt durch Karten, Tabellen, Varianten und Kosten-Nutzen-Feststellungen und in der Kürze der Zeit und ob der Fülle der Informationen für die Teilnehmer nicht nachprüfbar. Aber es kam zu dem Ergebnis, dass die von uns favorisierte Alpha-Variante die erforderlichen Kapazitäten für 2030 erreicht und dass, wenn die vorgeschlagenen Umroutungen bzw. Ausbau der Dreigleisigkeit zwischen Lüneburg und Uelzen berücksichtigt werden, auch noch zukünftige Reserven verbleiben. Der Kosten-Nutzen-Index muss größer als 1 sein. Somit ist die Alpha-Variante mit z. Zt. 1,1 nach der Haushaltsordnung umsetzbar und erfüllt damit die Anforderungen in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen werden zu können.

Dieses Ergebnis wurde von Herrn Kotzagiorgis sehr umständlich und vage formuliert, so dass die Kritiker sich jetzt willkürlich einzelne Punkte herausgreifen, wie z. B. den Schallschutz, die Reserven, um das Ergebnis in Frage zu stellen.

 

Die Vertreter des BMVI (Verkehrsministerium Bund) wollten sich nicht klar äußern. Das niedersächsische Wirtschaftsministerium hält die Ergebnisse dagegen für ausreichend, um die Alpha-Variante zu realisieren und die Bahn hatte diese Lösung immerhin selbst ins Spiel gebracht. Das Konzept Alpha ist bedarfsgerecht, das Konzept ist ein Ausbau und kein Neubau. Die Deutsche Bahn ist mit der Lösung einverstanden und sieht Reserven in der Alpha-Variante. Wir müssen jetzt noch erreichen, dass am 5. November 2015, am letzten Tag des Dialogforums, Alpha als einzige Variante an das Land Niedersachsen übergeben wird.

2. Verkehrsclub Deutschland VCD, Freie und Hansestadt Hamburg und Bremen

Das sind die drei Gegner des Ausbaus der Alpha-Variante. Hier wird gefordert, dass zusätzlich zum Ausbau zur kapazitiven Erweiterung des Korridors Hamburg-Hannover eine Neubaustrecke in Bündelung mit der Bundesautobahn 7 von Maschen nach Lehrte geführt wird. (siehe Karte)

Karte_Alpha

Man ist der Meinung, dass der Vorschlag der Arbeitsgruppe Alpha-Variante, (Optimierung Wunstorf-Nienburg, zweigleisiger Ausbau Rothenburg-Verden, Ausbau der Amerikalinie, dreigleisiger Ausbau Lüneburg-Uelzen und die Nutzung der Bahnstrecke Hamburg-Wittenberg-Stendal als Umroutung) für den Güterverkehrszuwachs in den kommenden Jahren nach Süden und Südosten nicht ausreicht und zu kurz gesprungen ist. Sie halten die Alpha-Variante für unattraktiv und sehen eine Zunahme des Hafenverkehrs auf die Straße.

Aus Sicht der Bahn können durch Umroutung von Güterzugverkehr insbesondere auf die Strecke Hamburg-Büchen-Wittenberge-Stendal noch rund 100 Züge/Tag abgeleitet werden.

Wir fragen uns, wenn die Bahn und die Gutachter bestätigen, dass das aus heutiger Sicht erkennbare Verkehrsaufkommen Schiene über die geplante Variante Alpha aufgenommen werden kann und darüber hinaus Reserven bestehen, wie können dann VCD, Hamburg und Bremen das besser beurteilen als die Deutsche Bahn? Schließlich ist sie das Unternehmen, das den Güterverkehrstransport durchführt.

Es wird von den dreien vorgeschlagen, in Teilabschnitten den Neubau von Maschen bis Soltau und den zweiten Teil von Soltau bis Hannover jeweils an der Autobahn lang zu vollziehen. Dieser Variante erteilen wir eine klare Absage! Mit uns ist kein Neubau möglich! Der Bestandsausbau ist nachgewiesen ausreichend für die Prognosen 2030 und darüber hinaus.

3. Demoveranstaltung am 5. November 2015

Hamburg wird nicht locker lassen. Der Hafenstandort mit seiner wirtschaftlichen Bedeutung erhöht den Druck, auch auf die Politik. Wir müssen am 5. November 2015 ab 12.00 Uhr ein deutliches Zeichen setzen und dürfen in keinster Weise lockerlassen. Welchen Kurs das Bundesministerium (BMVI) mit Hamburg und BVU wirklich verfolgt, ist bisher niemandem klar. Wir werden am 5. November 2015 mit der Abschlusskundgebung in Celle noch einmal in aller Deutlichkeit zeigen, dass jede Entscheidung, die nicht Ausbau (Alpha) bedeutet, das zweite „Stuttgart 21“ hervorrufen wird. Dabei sind wir ausdrücklich auf eure Hilfe angewiesen. Deshalb:

Nach dem Picknick in Ramelsloh und dem Protestyval in Feuerschützenbostel wird nun Celle auf den Kopf gestellt.

Wir bereiten die nächste Demonstration für Herrn Grube, die Politik und die Entscheider vor.

Haltet euch den Termin am 5. November 2015 unbedingt frei, auch wenn es einen Tag Urlaub kostet, ist es die beste Investition in die Zukunft, in eure, in unsere, die unsere Kinder, unserer Natur und unserer Umwelt. Wir füllen die Stadt mit Neubaugegnern und fordern eine intelligente Alpha-Variante im Bestandsstreckenausbau. Die Demo am 5. November 2015 ist die letzte Möglichkeit vor dem Ende des Dialogforums, den Entscheidern klar mitzuteilen und das hörbare Zeichen aus Celle, aus der Region zu übersenden. Alle anderen BI´s werden sich ebenfalls beteiligen und es wird ein Erfolg! Denn es muss ein Erfolg werden!

Euer Aktionsbündnis

Der Vorstand

Oktober 2015


10.10.15 – Dialogforum Nr. 7: Alpha – Ypsilon – Kotzagiorgis – Demokratie – Demonstration

Liebe Freunde und Mitstreiter,

gestern fand die letzte wirkliche Arbeitssitzung des Dialogforums Schiene Nord statt. Leider konnte ich nicht den ganzen Tag zuhören und sehen, aber heute lohnt es auch nicht, den Ablauf und die Eigentümlichkeiten zu skizzieren, die die vorherigen Veranstaltungen immer so unterhaltsam gestaltet haben. Heute müssen wir uns über die Ergebnisse unterhalten, denn es gab welche und über die Art und Weise, wie sie zustande gekommen sind, denn die ist bemerkenswert. Und wir sind alle noch einmal gefordert, für den Bestand dieser Ergebnisse zu kämpfen.

Die größte Überraschung vorweg: ich kann diesmal keine Kritik üben an der Art und Weise, wie der Moderator gestern seine Aufgabe gelöst hat. Das mag daran liegen, dass die Bürgerinitiativen mit den kommunalen Vertretern gemeinsam ein Fußballkartensystem für zu lange Redebeiträge oder richtungslose Diskussionen eingeführt haben, dass der bekennende BVB-Fan Stachowitz sofort intuitiv umsetzen konnte. So wurde (zum ersten Mal) gewährleistet, dass das anspruchsvolle und reichhaltige Programm tatsächlich mehr oder weniger vollständig durchgearbeitet werden konnte. Das umfasste die Abschlussberichte der einzelnen Arbeitsgruppen, die gutachterliche Darstellung der Alpha-Varianten durch BVU unter den Gesichtspunkten Kapazität und Wirtschaftlichkeit sowie die Vorbereitung einer Trassenempfehlung durch das Forum.

Zu den Abschlussberichten will ich nur so viel sagen, dass die Arbeitsgruppen Lärm und Umwelt und Natur sich ihre Ergebnisse hart erkämpfen mussten, weil für beide keine ausreichenden Daten durch das Forum zur Verfügung gestellt wurden. Die Geschäftsstelle vom Hoff, Bund, Land und Bahn waren schlichtweg nicht darauf vorbereitet, dass die Forumsteilnehmer, allen vorweg die BIs und dann mit konsequenter Unterstützung der Kommunen und Landkreise, dem Dialogforum eine solche Richtung geben würden. Die Arbeitsgruppen des Forums haben all das nachgeholt, was an Untersuchungen deswegen nicht vorhanden war, weil niemand mit dem gemeinsamen Willen zu einer gemeinsamen Lösung im Forum gerechnet hatte, sondern mit einer Zerstrittenheit, die einen erfolgreichen Abschluss unmöglich machen würde.

Jetzt aber zu unserem BVU-Freund Stefanos Kotzagiorgis. Dieses Gutachten war schon ein Hammer. Nicht nur, dass es in großen Teilen ein aus dem Hut gezogenes Kaninchen war, denn dem Forum wurden nur Fragmente daraus vorab zur Verfügung gestellt, und dass wieder einmal unter Missachtung der Zustellungsfrist. Es war ein Parforce-Ritt durch Karten, Tabellen, Varianten und Kosten-Nutzen-Feststellungen, wiederum unter Missachtung der Aufgabenstellung, die Herr Kotzagiorgis zum wiederholten Mal eigenmächtig geändert hat. Das Gutachten hatte was von einem vegetarischen Gyros: irgendwie eine Mogelpackung, keiner weiß, was genau drin ist und schmecken tut es auch keinem so richtig.

Was entnehmen wir seinen Darstellungen? Für uns ist nachgewiesen, dass durch unsere favorisierte Alpha-Variante die erforderlichen Kapazitäten für 2030 erreicht werden und dass, wenn die vorgeschlagenen Umroutungen berücksichtigt worden wären, auch noch zukünftige Reserven verbleiben. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis liegt mit 1,1 über dem angestrebten Wert von mindestens 1, so wie es für der Bundesverkehrswegeplan erforderlich ist. Alles gut, oder?

Herr Kotzagiorgis formuliert sein Fazit umständlich und vage. Was entnehmen die Kritiker dem Zahlenwerk? Nö, die Kapazitäten reichen ja trotzdem nicht, weil wir noch viel mehr Reserven brauchen und nö, kann ja gar nicht sein mit dem NKI (Nutzen-Kosten-Index), wer soll denn den ganzen Schallschutz bezahlen und überhaupt bewertet der Gutachter in seinem letzten Satz ja pauschal alle (überhaupt nicht in diesem Papier geprüften) Neubautrassen als geeigneter… Hat er das? Ja, hat er, aber warum hat er das getan, danach hatte ja schließlich niemand gefragt? Und nicht nur das hat er getan, er hat auch noch etwas anderes gesagt, ganz am Anfang. Mehr aus Flapsigkeit, aber trotzdem hat er auf die Bitte, angesichts der 50 Folien seines Vortrages möge er doch bitte von hinten anfangen, das folgende geantwortet: „Ich will Sie nicht schon am Anfang demoralisieren.“ Das ist mal eine Ansage, die Vertrauen in die Unabhängigkeit eines Gutachters weckt. Allerdings hat er dann selber sein eigenes Werk in Frage gestellt, da alle Zahlen einer Überprüfung bedürften. Es ist also gar keine Expertise, sondern allenfalls ein Zwischenstand, vermutlich war das auch so gewollt. Nur gehen letztlich solche Ergebnisse und Aussagen trotzdem in die Presse, auch wenn sie gar nicht haltbar sind. Die Vertreter des BMVI (Verkehrsministerium Bund) wollten sich nicht klar äußern, das niedersächsische Wirtschaftsministerium hält die Ergebnisse für ausreichend, um Alpha zu realisieren und die Bahn hatte diese Lösung immerhin selbst ins Spiel gebracht. Also eigentlich doch alles gut?

Zumindest stellt sich die Frage, warum es ein solches Ergebnis gab. Ich kann da nur Vermutungen anstellen, aber:

  1. Der Gutachter würde sich wohl selbst diskreditieren, weil er Alpha von Beginn an ein schlechtes Zeugnis ausgestellt hat und immer einen Neubau favorisierte,
  2. ein klares Ja im Gutachten würde die Politik zwingen, diese Variante umzusetzen und damit müsste sie
  3. andere Optionen aufgeben, was Politik niemals macht, wenn sie nicht muss.
  4. Ein ganz klares Ergebnis würde die Latte für zukünftige ähnliche Veranstaltungen in Bezug auf die Erwartungshaltung sehr hoch, vielleicht zu hoch hängen.
  5. Wie peinlich ist es, dass nach 30 vergeblichen Jahren Y-Trassen-Verfahren eine ganz einfache, schnelle und vollumfängliche Lösung herauskommt, eingebracht und nachgewiesen von Land- und Forstwirten, Hausfrauen, Ärzten, Rechtsanwälten, Handwerkern, Architekten, Soldaten, Pensionären, Groß- und Einzelhändlern, Lehrern, Verwaltungsgestellten und Beamten (und, um der Wahrheit die Ehre zu geben: einigen Bahnern im Ruhestand).

Nach intensiver Diskussion hat sich die überwältigende Mehrheit dafür ausgesprochen, eine Empfehlung für Alpha als einzige Vorzugsvariante im Bundesverkehrswegeplan vorzubereiten. Und das ist das wirklich Bemerkenswerte: Keiner, auch nicht wir selbst, hat jemals damit gerechnet, dass sich Bürger, Kommunen, Landkreise und Verbände aus allen Regionen mit allen ihren unterschiedlichen Interessenlagen und Betroffenheiten so geschlossen und verantwortungsvoll, so solidarisch und in einer solchen Geschwindigkeit auf die nun zu verabschiedenden Ergebnisse einigen würden: Das Prinzip betriebliche Optimierung vor Ausbau vor Neubau, den bestmöglichen Gesundheitsschutz auf Vorsorgeniveau für alle Streckenteile, die größtmögliche Umweltverträglichkeit, das Prinzip, dass jede Maßnahme einen höheren Nutzen als Lasten aufweisen muss, die Mitsprache der Region bei der Umsetzung von Maßnahmen, die vollständige Kostenentlastung der Kommunen. Die deutliche Empfehlung am 5. November wird lauten, Alpha umzusetzen. Mehr Basis-Demokratie war selten. Also wirklich alles gut?

Die Hamburger haben gestern geäußert, sie wollten weiterhin über Neubaumöglichkeiten einzelner Trassen mit ihren Partnern im Dialogforum im Gespräch bleiben. Wenn man weiß, dass sich Hamburg im Forum ungefähr so partnerschaftlich verhalten hat, wie der Chef einer Drückerkolonne seinen Leuten gegenüber, müssen wir damit rechnen, dass die Gefahr nach dem 5. November nicht vorüber ist. Hamburg wird nicht lockerlassen und welchen Kurs das BMVI wirklich verfolgt, weiß auch keiner. Also haltet Euch alle den 5. November 2015 für eine Abschlusskundgebung in Celle frei. Wir sollten mit großer Deutlichkeit zur Bekräftigung unseres Anspruchs auf regionale Selbstbestimmung und unseres Selbstbewusstseins gemeinsam mit unseren Mitstreitern eine große Party vor der Celler Congress-Union feiern. Wir wollen gemeinsam die letzten Zweifel Hamburgs ausräumen, mit wem sie sich hier anlegen würden. Wenn alle noch einmal richtig mitmachen, dann wird alles gut.

An dieser Stelle ist es angebracht, einen besonderen Dank an ganz viele Unterstützer auszusprechen: unsere Freunde von den anderen BIs, denen wir inzwischen auch persönlich freundschaftlich verbunden sind, den Bürgermeistern mit ihren Stellvertretern und Verwaltungen, den Landräten und ersten Kreisräten, unseren parlamentarischen Vertretern, den Fachleuten, die unsere Arbeit begleitet haben. Aber ein riesengroßer Dank gebührt auch allen, die im Hintergrund bis heute immer wieder mit Rat und Tat Unterstützung gegeben haben, ob beim Protestyval, auf dem Heidjerfest, in Ramelsloh, beim Kreuze-Bauen und Aufstellen, beim Rundmailschreiben und Veröffentlichen, mit Spenden oder einfach mit einem Schulterklopfen. Wir sind noch nicht ganz am Ende des Weges angelangt, aber ohne diese breite Unterstützung wären wir heute nicht kurz vor dem Ziel. Lasst uns auch das mit einer großen Demonstration unserer Region vor der Celler Congress-Union am 5. November feiern.

Nach so viel Griechisch können wir hoffentlich bald alle sagen: πάντα καλό – alles gut

 

Christian (Χριστιανός) Böker

Aktionsbündnis gegen Trassenneubau

Übrigens: die Präsentation des BVU-Gutachtens wurde nur vorgetragen, uns aber bislang nicht zur Verfügung gestellt……


08.10.15 – Pressemitteilung Bürgerbeteiligung „Dialogforum Schiene Nord“ könnte zum bundesweiten Modell werden Absehbarer Konsens zur „Alpha“-Ausbau-Variante mit ausreichender Verkehrskapazität   Isoliertes Beharren Hamburgs auf Neubau-Trassen nicht nachvollziehbar Gutachten des BVU-Instituts in der Kritik      

Beim Dialogforum Schiene Nord (DSN) in Celle am Freitag zeichnet sich nach Einschätzung des Landesverbands Bürgerinitiativen Umweltschutz (LBU) ein bundesweit exemplarischer Erfolg für diese neue Form einer verbindlichen Bürgerbeteiligung ab. Eine voraussichtlich sehr große Mehrheit der Forumsmitglieder aus Landkreisen, Kommunen, Verbänden und Bürgerinitiativen habe gemeinsam eine tragfähige Lösung erarbeitet, die sowohl den Ansprüchen der Seehäfen als auch den Belangen der betroffenen Region gerecht werde. Man habe einen Konsens gefunden, bei dem die ursprünglich geplanten Y-Neubaustrecken quer durch die Heide kritisch überprüft und verworfen wurden und bei dem stattdessen ein anwohner- und regionsverträgliches Konzept für den Ausbau vorhandener Schienenwege (im Rahmen der „Alpha-Variante“) erarbeitet wurde. Es spreche für die Qualität der Arbeit des Dialogforums, dass nun auch die Deutsche Bahn AG und auch das Land Niedersachsen voll hinter dieser zielführenden und regional abgestimmten Variante stünden.

Während sich auch der Vertreter Bremens beim letzten Forumstreffen für diese Alpha-Variante ausgesprochen hatte, habe der Vertreter Hamburgs mit seiner konfrontativen und zuvor nie klar geäußerten Ablehnung der Arbeitsergebnisse eine massive Empörung der meisten Forums-Mitglieder provoziert. Hamburg, so weitverbreitete Vermutungen im Forum, fordere weiterhin den Bau einer Neubau-Trasse, um sich damit eine bessere Position zum Nachteil der konkurrierenden Häfen Bremen und Wilhelmshaven zu verschaffen.

All dies werfe nun auch ein neues Licht auf die Expertisen des Gutachterbüros BVU, das nicht nur im Dialogforum hochumstrittene Berechnungen vorgelegt habe, sondern das auch regelmäßig für das Bundesverkehrsministerium arbeite. Von daher seien Vermutungen etlicher Forumsteilnehmer nicht von der Hand zu weisen, wonach Hamburg über seine Verbindungen zu bestimmten Abteilungen des Ministeriums dafür sorgen könnte, dass die im Forum erarbeiteten Ausbaustrecken negativ bewertet würden.
Es habe bereits bei früheren Forums-Terminen deutliche Proteste dagegen gegeben, dass der mit Verkehrs-Berechnungen beauftragte BVU-Vertreter teilweise von seinem Auftrag abgewichen sei und stattdessen „Ergebnisse“ für eigenmächtig veränderte Varianten vorgelegt habe. Heftige Kritik und Kopfschütteln habe es auch dazu gegeben, dass das BVU das Kernproblem der bereits jetzt überlasteten Bahnknotenpunkte (Hannover, Bremen, Hamburg) ohne jede Begründung als angeblich „2030 gelöst“ dargestellt habe. Dies diene eindeutig der Durchsetzung von Neubaustrecken, obwohl diese weitere unsinnige Verkehre in diese verstopften Knotenpunkte führen würden. Andererseits habe das BVU die Pläne der Deutschen Bahn AG kaum berücksichtigt, wonach weitere Nord-Süd-Verkehre nicht über die schon jetzt überlasteten Trassen durch Niedersachsen und Hessen geführt werden sollten: Die Bahn plane stattdessen den Ausbau eines „Wachstums-Korridors Ost“ (von Wittenberge/Stendal über Thüringen nach Bayern), auf den ab Hamburg oder spätestens ab Uelzen ein Großteil der Seehäfen-Hinterlandverkehre umgeleitet werden sollten. Auch die wichtige Frage der Personen-Nahverkehre habe das BVU einfach beiseitegelassen.

Einen weiteren Einfluss einer möglichen BVU-Positionierung gegen die aussichtsreiche Alpha-Ausbau-Variante befürchten Teilnehmer des Dialogforums nun auch beim nächsten Dialogforum: Entgegen allen Vereinbarungen,   dass Papiere und Gutachten den Forums-Teilnehmern zur eingehenden Prüfung mindestens 10 Tage vor den Foren zugehen sollten, werde das BVU-Institut das von ihm berechnete Nutzen-Kosten-Verhältnis (auch „Nutzen-Kosten-Index = NKI genannt) nun erst am Tag der Sitzung vorstellen. Dies, so der LBU, zeuge entweder von einer nicht professionellen (weil nicht termingerechten) Erledigung oder von einem Vorgehen, welches ein kritisches Hinterfragen der angelegten Prämissen für den „BVU-NKI“ unmöglich mache.

Der Nutzen-Kosten-Index (NKI) sei für die Aufnahme von Verkehrsprojekten in den anstehenden Bundesverkehrswegeplan nicht unbedeutend. Die Berechnung dieses NKI unterliege zwar standardisierten Rahmen-Vorgaben – diese könne man aber bei der Bewertung recht vager und unsicherer Nutzen- und Kosten-Faktoren politisch recht flexibel interpretieren. Viele Forumsteilnehmer befürchteten nun bei der Vorlage des Nutzen-Kosten-Faktors der Alpha-Variante ein letztes „Störfeuer des BVU“ gegen den absehbaren Konsens.   LBU-Vertreter Eckehard Niemann wies deshalb ausdrücklich darauf hin, dass das von Landesverkehrsminister Lies organisierte Dialogforum durchaus vom gängigen Verfahren der Nutzen-Kosten-Berechnungen abweichen könne und solle, um eigene Kriterien und verbindliche Varianten-Vorgaben der Region für die Schienenwege zu beschließen, die dann vom Land Niedersachsen auch übernommen und zum Bundesverkehrswegeplan angemeldet würden.

5.160 Zeichen – 08.10.2015

Landesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz Niedersachsen e.V. (LBU) Regionalgruppe Ostheide –   Pressesprecher: Eckehard Niemann Varendorfer Str. 24, 29553 Bienenbüttel 0151-11201634 – eckehard.niemann@freenet.de  

 


 

17.09.15 – Infom@il Nr.: 13/2015

 

Liebe Mitglieder und Mitstreiter,

1. Protestyval

es war ein toller Protest!! Ein deutliches und hörbares Zeichen gegen den Neubau und für den Ausbau der Bestandsstrecken.

Einen ganz herzlichen Dank an die  Orga-Truppe, die enorm viel Engagement in das Gelingen dieses Protestyvals eingebracht hat. Natürlich auch an all die anderen vielen Hände, z. B. Kuchenbäcker, Helfer, Spender, Teilnehmer, an den Pastor Stahlmann, der in Vertretung von Pastor Bein den Feldgottesdienst übernommen hat, an den Posaunenchor, die Bläsergruppe des Hegerings Sülze und vielen mehr.

Es war einfach toll und hat viel Spaß gemacht. Wir haben tolle Musik gehört – einen herzlichen Dank an die Bands und musikalischen Darbietungen. Vielen Dank auch für die tolle Kinderunterhaltung, Kinderschminken, Hüpfburg usw. – es war alles einfach super!!

Besonders wichtig war auch die Unterstützung durch die anderen BI´s auf der Bühne mit der Ansprache, die finanzielle Unterstützung und der gemeinsame Protest.

Das Leitbild unseres Aktionsbündnisses „Ausbau vor Neubau“ wurde von allen politischen Vertretern, Henning Otte (CDU/MdB), Kirsten Lühmann (SPD/MdB), Maximilian Schmidt (SPD/MdL), Annegret Pfützner (B 90/Die Grünen), Bernd Zobel (B 90/Die Grünen), Ernst-Ingolf Angermann (CDU/MdL), die mit einem Statement vor Ort eine klare Aussage in Richtung Ausbau vor Neubau/Alpha-Variante getätigt haben. Das deutliche Bekenntnis, weiterhin entschlossen und gemeinsam für den Ausbau des bestehenden Schienennetzes zu kämpfen und für die an den Ausbaustrecken betroffenen Menschen eine Verbesserung der jetzigen Situation durch entsprechenden Lärm- und Immissionsschutz herbeizuführen.

Das Aktionsbündnis gegen Trassenneubau ist dankbar für die Position der Politiker. Nur durch eine überparteiliche Positionierung werden wir gemeinsam das Ziel Ausbau vor Neubau erreichen können. Die politische Unterstützung ist weiterhin wichtig, denn die Entscheidung wird im Bundestag zur Abstimmung vorgelegt und dann in den Bundesverkehrswegeplan übernommen. Von den BI´s wurde deutlich gemacht, dass der Protest gegen den Neubau weiter aufrechtgehalten wird, „notfalls auch auf der Straße“, wenn ein an Kriterien gebundener Konsens nicht gefunden wird.

2. Dialogforum, 13.09.2015

Der Moderator des Forums, Herr Stachowitz, führte in seiner Einleitung aus, dass er niemanden zu einer Abstimmung bezüglich der Trassenvarianten zwingen wird. Das kann aus unserer Sicht nur bedeuten, dass er keine Abstimmung zulassen möchte, was wiederum das Forum ad absurdum führen würde, da die Bahn kein zweites „Stuttgart 21“ erleben möchte und das Land Niedersachsen mit der Einrichtung des Forums einen Vorschlag fordert, der von der breiten Masse der Teilnehmer getragen wird.

An diesem Tag stellten die einzelnen Arbeitskreise ihre Ausarbeitungen vor. Es begann der Arbeitskreis Mensch & Region, der unter erheblicher Mitwirkung der BI´s und sehr professioneller Leitung von Frau Schlüter (BGM Bispingen) und Herrn Wiese (BGM Winsen/Luhe) überzeugende Kriterien und Schutzbedingungen in den Bewertungsprozess hineingebracht hat, die durch das Forum ohne lange Diskussionen übernommen worden sind und als hervorragende Leistung bewertet werden.

Der Arbeitskreis Natur & Umweltschutz unter Führung des Gutachters Herrn Dr. Feldt stellte seine Kriterien vor, die ihre Grundlagen vor allem im europäischen Naturschutzrecht (FFH, NSG, Wasserrecht) haben. Es fehlte der für uns sehr wichtige Aspekt Zerschneidung der Landschaft und Flächenverbrauch. Im Anschluss dieser Präsentation kam es zu erheblichen Diskussionen und Auseinandersetzungen bezüglich der Ausarbeitungen des Arbeitskreises Natur & Umweltschutz.

Danach stellte das Land Niedersachsen gemeinsam mit den Hansestädten Bremen und Hamburg auf Grundlage des BVU-Gutachtens aus Mai 2015 fest, dass aus der Sicht der drei Länder die SGV-Y als besonders ungeeignet und Alpha als einzig geeignet angesehen wird. Somit unterstützen auch die Länder Bremen, Niedersachsen und Hamburg das Aktionsbündnis mit dem Ansatz Ausbau vor Neubau.

Nun stellten Herr Wyderke vom Land Niedersachsen sowie Herr Bischoping von der Deutschen Bahn AG die Ergebnisse des Arbeitskreises Alpha vor. Auch hier können wir feststellen, dass dort, wo wir BI´s sozusagen eine Co-Federführung haben, es auch zu verständlichen und konsensfähigen Resultaten kommt. Zusammengefasst vertreten Herr Wyderka und Herr Bischoping die Auffassung, dass eine Optimierung der Alpha-Variante zeitnah, kostengünstig, flexibel und kapazitätsdeckend umgesetzt werden kann.

Im Anschluss an die Vorträge der einzelnen Arbeitskreise, der Länder und der DB wurde seitens der BI´s darauf hingewiesen, dass es notwendig sei, ein Ergebnis zu erzielen, das ausschließt, sich in zwei Jahren mit der nächsten Neubautrasse beschäftigen zu müssen, sondern eine Ausbauvariante Alpha so gestaltet wird, dass sie das absehbare Schienenverkehrsaufkommen mit entsprechenden Kapazitätsreserven aufnehmen kann.

3. Fazit:

1.   Wir wissen immer noch nicht, ob es am Ende eine Empfehlung aus dem Forum geben wird, wie diese aussehen könnte und ob der Moderator bestimmt, dass es zu einer Abstimmung kommt oder ob der abstimmungswillige Teil des Forums selbst einen Entscheidungsprozess in die Hand nehmen muss.

2.   Die Deutsche Bahn, das Land Niedersachsen und die Städte Bremen und Hamburg halten (nur) die Alpha-Variante für realisierbar und sinnvoll. Die SGV-Y schneidet aus deren Betrachtung am schlechtesten ab.

3.   Der Bund wird die Gutachter der BVU beauftragen, die Alpha-Variante, und nur diese, nach dem im Arbeitskreis Alpha festgesetzten Vorgaben neu zu berechnen.

4.   Die Ergebnisse des Arbeitskreises Mensch & Region wurden vom Forum einstimmig gebilligt.

5.   Es wird ein Arbeitskreis bestimmt, der eine Entscheidungsgrundlage für das am 9. Oktober 2015 stattfindenden Forum liefern wird. Diese Entscheidungsgrundlage, die am 9. Oktober 2015 vorgestellt wird, soll dann in den Abschlussbericht eingearbeitet werden. Wichtig für uns und unser Vorhaben ist, dass Jan-Hendrik Hohls aktiv dabei ist. Neben Jan-Hendrik Hohls werden drei weitere BI-Vertreter, zwei Landräte und zwei Bürgermeister diesen Abschlussbericht verfassen. Diese Zuordnung spiegelt den großen Einfluss der Arbeit des Aktionsbündnisses wieder. Immer dann, wenn die Bürgerinitiativen an verantwortlicher Stelle mitarbeiten oder Prozesse initiieren, geht es im Forum voran, werden Kriterien erstellt, werden Ergebnisse erzielt. Das gemeinsame arbeiten mit den Kommunen in den Arbeitsgruppen tut dem gesamten Forum gut.

Im Moment bewegt sich das Forum auf Alpha zu, aber durch sind wir noch lange nicht.

Mit dem Hafen Hamburg gibt es einen mächtigen Gegner, der Alpha nur will, wenn es dazu mindestens eine zweigleise Güterstrecke parallel zur A7 gibt. Es ist nicht die Zeit dafür, dass wir uns zurücklehnen können. Wir sind ein gutes Stück vorangekommen, müssen jedoch wachsam bleiben und fleißig an Kriterien arbeiten und den Druck auf Ausbau statt Neubau  erhalten.

Euer Aktionsbündnis

Der Vorstand

September 2015

 


13.09.15 – Dialogforum Nr. 6: War Hermann Löns der erste Autonome oder wie man Gutachten auch lesen kann

Liebe Freunde und Mitstreiter,

man kann dem Dialogforum ja einiges vorwerfen, aber langweilig ist es da nie. Da gibt es jede Menge Déjà-vus, Streitgespräche auf offener Bühne, die viel unterhaltsamer sind, als jede scripted Reality auf RTL und ein ausgezeichnetes Catering. Zur Kurzweil tragen vor allem die vielen Zeiten bei, die man bei diesem Catering verbringen kann. denn von brutto acht Stunden Forumslänge sind im Normalfall rund zwei Stunden für Pausen vorgesehen. Am Freitag kamen noch folgende Leerlaufzeiten dazu: 20 Minuten Verzögerung des Forumsbeginns ohne erkennbaren Grund und weitere 20 Minuten Verlängerung nach der Vormittags-Kaffeepause, weil sich die Arbeitsgruppe Umwelt und Naturschutz zunächst Differenzen zu ihrem anstehenden Vortrag ausräumen musste, was aber offenbar misslang, wie wir noch sehen werden. Nehmen wir noch die 20-minütige Einleitung des Moderators dazu, verbleiben zur produktiven Arbeit noch 62.5 % der zu Verfügung stehenden Zeit, was wiederum bedeutet, dass wir genau drei von acht Forums-Terminen ausschließlich zur Nahrungsaufnahme nutzen (genaugenommen ist das auch die Zeit der Netzwerker).

Dennoch war es aus unserer Sicht ein sehr erfolgreicher Termin, darum erst einmal die wichtigsten Ergebnisse:

  1. Wir wissen noch immer nicht, ob es am Ende eine Empfehlung aus dem Forum geben soll, wie diese aussehen könnte und ob der Moderator bestimmt, ob es zu einer Abstimmung kommt oder ob der abstimmungswillige Teil des Forums selbst in die Hand nehmen muss
  2. Die Deutsche Bahn, das Land Niedersachsen und die Städte Bremen und Hamburg halten (nur) die Alpha-Variante für machbar und sinnvoll, SGV-Y schneidet am schlechtesten ab
  3. Der Bund wird die Gutachter der BVU beauftragen, die Alpha-Variante – und nur diese – nach den im Arbeitskreis Alpha festgesetzten Vorgaben neu zu berechnen
  4. Die Ergebnisse des Arbeitskreises Mensch und Region wurden vom Forum einstimmig gebilligt
  5. Die Arbeitskreise Umwelt und Naturschutz sowie Lärm sind offenbar zerstritten und konnten noch keine abschließenden Berichte vorlegen
  6. Der Fragenkatalog aus dem ersten Forum ist noch nicht bearbeitet, man arbeitet aber hart daran, in der nächsten Woche die Antworten vorzulegen (eine Zuhörerin reagierte mit einem kurzen, aber heftigen Lachanfall)

Aber nun von Beginn an:

Der Moderator Stachowitz hat in seiner Einleitung erklärt, er werde niemanden zu einer Abstimmung zwingen. Das kann eigentlich nur bedeuten, dass er keine Abstimmung zulassen möchte, was das Forum ad absurdum führen würde. Wenn er damit Enthaltungen gemeint haben sollte, ginge das nur im Rahmen einer Abstimmung. Das hat das Forum am Freitag wiederholt so praktiziert, warum diese Praxis also nicht fortführen? Herr Stachowitz hat nicht das Mandat, eine klare Meinungsäußerung der Mehrheit des Forums zu verhindern.

Der Arbeitskreis Mensch und Region unter erheblicher Mitwirkung der BIs und unter sehr professioneller Leitung von Frau Schlüter (BGM Bispingen) und Herrn Wiese (BGM Winsen-Luhe) hat sehr überzeugende Kriterien und Schutzbedingungen in der Bewertungsprozess hineingebracht, die das Forum ohne lange Diskussion übernahm. Das war eine hervorragende Leistung.

Der Arbeitskreis Natur und Umweltschutz unter Federführung des Gutachters Dr. Feldt stellte seine Kriterien vor, die ihre Grundlagen vor allem im europäischen Naturschutzrecht haben (FFH, NSG, Wasserrecht), die Kriterium Zerschneidung der Landschaft und Flächenver-brauch waren noch nicht berücksichtigt, was von mehreren Seiten moniert wurde. Dennoch wurde eine Rangliste erarbeitet, die bereits im Vorfeld des Forums umstritten und zudem fehlerhaft war. Nach dieser Rangliste wären die einzigen Trassen mit Aussicht auf Realisierung die Ausbautrassen. Das wäre für uns gut, allerdings hat man die OHE-Variante auf ganzer Länge auch als Ausbautrasse bewertet, ohne Berücksichtigung der Tatsache, dass die Strecke zwischen Soltau und Celle mit der SGV-Y-Neubautrasse identisch ist und (angeblich mangels dazu vorliegender Geo-Daten) keine Bewertung der Schutzgebiete vorgenommen hat. Das hat diese Variante auf Platz 1 katapultiert und Jan-Hendrik musste daher deutlich auf diesen Fehler hinweisen.

Im Anschluss dieser Präsentation kam es zu einem öffentlich ausgetragenen Scharmützel zwischen dem Gutachter Dr. Feldt, der sich falsch verstanden sah und Teilen seiner Arbeitsgruppe, die sich abgehängt fühlten (sie haben uns ausgeschlossen, sie haben uns nicht informiert, Sie hören mir nicht zu, ich komme demnächst nicht mehr, Du machst mich krank, Du bist wie Deine Mutter, hätte ich bloß auf die gehört…). Es kam mir stellenweise vor, wie eine Neuauflage des ZDF-Klassikers „Ehen vor Gericht“. Gott sei Dank gibt es keine gemeinsamen Kinder. Für das Forum war das einerseits unterhaltsam, andererseits aber sinnlos vertane Zeit. Da fehlt offenbar ein Mediator.

Nach dem Mittagessen stellte das Land Niedersachsen gemeinsam mit den Hansestädten Bremen und Hamburg eine völlig neue Lesart des BVU-Gutachtens vom 25. Mai vor. Der aufmerksame Beobachter erinnert sich, dass BVU zum Ergebnis kam, besonders geeignet sei unter anderem SGV-Y, besonders ungeeignet dagegen Alpha. Auf der gleichen Datengrundlage sehen die drei Länder SGV-Y als besonders ungeeignet und Alpha als einzig geeignet an. Der interessierte Betrachter reibt sich ob dieses Vortrages verwundert die Augen und Ohren, denn außerdem stellten die Länder noch die Kapazitätsannahmen in Frage. Diese seien zu niedrig angesetzt worden. Bitte immer im Hinterkopf behalten, dass das BVU-Gutachten die Arbeitsgrundlage für das Forum ist. In der nächsten Sitzung sollten wir beantragen, die an BVU gezahlten Honorare zurückzufordern und den ehrenamtlichen BI-Mitgliedern als Aufwandsentschädigung zur Verfügung zu stellen. Die Arbeitsergebnisse des Arbeitskreises Alpha wurden in der 3-Länder-Bewertung noch nicht berücksichtigt. Es gibt dazu einen dpa-Bericht, der die Einschätzung der drei Länder völlig anders darstellt, allerdings hat man uns schon im Forum darauf hingewiesen, dass diese Darstellung nicht richtig sei. Was soll man also davon halten?

Im Anschluss stellten Herr Wyderka vom Land Niedersachsen sowie Herr Bischopping von der Deutschen Bahn AG die Ergebnisse des Arbeitskreises Alpha vor. Auch hier können wir feststellen, dass dort, wo wir BIs sozusagen eine Co-Federführung haben (wir waren auch hier vertreten), es auch zu verständlichen und konsensfähigen Resultaten kommt. Zusammengefasst vertreten Herr Wyderka und Herr Bischopping die Auffassung, dass eine Optimierung der Alpha-Variante zeitnah, kostengünstig, flexibel und kapazitätsdeckend umgesetzt werden kann. Bedenken und ausschließlich eigennützige Forderungen des Vertreters der Hamburger Hafenwirtschaft hat Herr Bischopping dabei öffentlichkeitswirksam zurückgewiesen. Ebenso deutlich war die Zustimmung des Bremer Kollegen zu den Alpha-Plänen. Diese Pläne werden also nun im Auftrag des Bundes ausgerechnet von der BVU geprüft. Da werden wir genau hinsehen müssen.

In der sich anschließenden Diskussion wurde seitens des BIs darauf hingewiesen, dass es wünschenswert sei, ein Ergebnis zu erzielen, dass ausschließt, sich in zwei Jahren mit der nächsten Neubautrasse beschäftigen zu müssen, weil dann die Heide brenne. Diese „scharfe und bedrohliche Art der Sprache“ verbat sich jedoch Herr Stachowitz, was er gelassen hätte, wenn er ab und auch Volksmusiksendungen moderieren würde.

Danach wurde es noch einmal turbulent. Der Arbeitskreis Lärm hatte nach der notwendigen Kaffeepause am Nachmittag um 16.20 Uhr (Ende der Veranstaltung 17.00 Uhr) Gelegenheit, seine Arbeitsergebnisse vorzustellen. Auch hier gelang es nicht, einen abschließenden Bericht vorzulegen. In diesem Arbeitskreis war auch BGM Brockmann aus Verden beteiligt und trug den vorläufigen Bericht vor. Der Landkreis Verden hatte im letzten Forum noch versucht, die Trassen durch unseren Landkreis nach vorn zu bringen. Möglicherweise ist man dort zur Erkenntnis gelangt, dass Alpha doch die größte Realisierungswahrscheinlichkeit hat. Auf jeden Fall erbat Herr Brockmann Mittel, um ein schalltechnisches Gutachten für alle Trassenvarianten zu erstellen. Das soll ihm zukünftig die Argumentation in seiner Heimat erleichtern, wenn es durch neue Schallschutzmaßnahmen zu Verbesserungen und einem höheren Schutz bei Umsetzung von Alpha käme.

Es wurde dann eine heftige Diskussion geführt, woher die hierfür notwendigen € 50.000,— Honorarkosten kommen sollen, die wir seinerzeit für die Fahrplansimulation schon nicht bekommen haben. Land: nein, Bahn: nein, Bund: nein. Vorschlag: nehmen wir das doch aus dem Budget Dr. Rössler / Dr. Feldt. Die könnten dann aber die weiteren Sitzungen nicht mehr begleiten, wobei sich Dr. Feldt offenbar vorbehält, die Veranstaltungsreihe zu verlassen. Es ist tatsächlich schade, dass man dem Wunsch der Stadt Verden nicht entsprochen hat, denn Alpha muss sowieso irgendwann von der Deutschen Bahn gerechnet werden. Es hätte dem Forum gut zu Gesicht gestanden, wenn man diese Forderung unterstützt hätte. Aber zu diesem Zeitpunkt war kein abstimmungsfähiges Plenum mehr da, es war ja schon nach fünf…. Mein Vorschlag: Die BVU bezahlt das Gutachten.

Fazit:

Wir kommen immer dann gut voran, wenn die BIs an verantwortlicher Stelle mitarbeiten oder Prozesse initiieren. Die gemeinsame Arbeit auch mit den Kommunen in den Arbeitsgruppen tut dem gesamten Forum gut. Wenn wir diese Zusammenarbeit weiter so fortsetzen, wird das Forum erfolgreich zu Ende geführt. Der Abschlussbericht soll von vier BI-Vertreten, zwei Landräten und zwei Bürgermeistern verfasst werden. Diese Zuordnung spiegelt den großen Einfluss unserer Arbeit am Forum wider. Das Forum bewegt sich auf Alpha zu, aber durch ist das noch lange nicht. Einerseits muss das NKV nach Überprüfung passen und die auch die verkehrlichen Prognosen von Herrn Bischopping müssen sich bestätigen, andererseits gibt es mit dem Hamburger Hafen einen mächtigen Gegner, der Alpha nur will, wenn es dazu mindestens eine zweigleisige Güterstrecke parallel zu A7 gibt. Es ist also nicht die Zeit, dass wir uns zurücklehnen können. Das können wir erst dann tun, wenn der Bundesverkehrs-wegeplan durch den Bundestag gegangen ist. Bis dahin bleiben wir wachsam und fleißig.

Zu guter Letzt:

Sollte es sich abzeichnen, dass die Zeit zum Ende des Forums knapp wird, werden die Mahlzeiten eingeschränkt.

Christian Böker

Aktionsbündnis gegen Trassenneubau

 


07.09.15 – 2 000 Menschen feiern Protest-Festival gegen Neubau-TrassenBIs und MdB_low

Trotz Regen und Einschulungsfeiern: Am vergangenen Sonnabend haben 2 000 Menschen in Feuerschützenbostel bei Bergen ihren Widerstand gegen den möglichen Neubau von Güterzugstrecken durch die Bahn bekundet. Beim „Protestyval – Wir mucken auf!“ versammelten sich Bürger aus verschiedenen Regionen bei Familienprogramm und Livemusik. Auch zahlreiche Politiker verschiedener Parteien zeigten sich solidarisch mit den Zielen des Veranstalters, dem Aktionsbündnis gegen Trassenneubau.

So ließen weder die Vertreter der SPD Kirsten Lühmann und Maximilian Schmidt noch die Grünen Annegret Pfützner und Bernd Zobel oder die Unionspolitiker Ernst-Ingolf Angermann und Henning Otte Zweifel daran, dass sie das Ziel „Ausbau vor Neubau“ unterstützen. Sehr erfreut hierüber zeigten sich auch die Sprecher der zahlreich anwesenden, befreundeten Bürgerinitiativen aus Brackel, Egestorf, Eimke-Wriedel, Marxen, Ohlendorf und Uelzen. In ihren Grußworten klang mehrfach an, dass weiterhin entschlossen und gemeinsam für den Ausbau des bestehenden Schienennetzes gekämpft werde, nötigenfalls auch über die Dauer des im November endenden Dialogforums hinaus und „zur Not auch auf der Straße“, wie es Karl-Friedrich Bodin vom Aktionsbündnis für die Ostheide ausdrückte. Wichtig sei in der gegenwärtigen Phase des Dialogs, so Kurt Wiedenhoff von der Initiative „Pro Lebensraum Eimke-Wriedel“, dass nun auch die Vertreter der Kommunalpolitik eindeutig Position bezögen. Dem stimmte Jan-Hendrik Hohls vom Aktionsbündnis gegen Trassenneubau zu: „Wir im Landkreis Celle sind froh darüber und stolz darauf, dass bei uns alle Entscheidungsträger an einem Strang ziehen – und wir wünschen uns, dass sich diese Einigkeit auch in den anderen Landkreisen noch stärker herausbildet.“ Nur so sei es möglich, gemeinsam dafür zu streiten, dass der Ausbau der Bestandsstrecken die hiervon betroffenen Menschen nicht belaste, sondern zur Verbesserung ihrer jetzigen Situation, etwa hinsichtlich des Lärmschutzes oder des SPNV, führe.

Dass all diese Bemühungen durch die Bevölkerung getragen werden, zeigte nicht nur die Zahl der Gäste, die bis zum Abend kontinuierlich stieg, sondern auch die Beteiligung verschiedenster Personengruppen am Gelingen des Protestyvals. Sei es Pastor Axel Stahlmann aus Bergen, seien es die Jagdhornbläser des Sülzer Hegerings, seien es der Posaunenchor Sülze, seien es die sieben Live-Bands, die die große Bühne rockten oder seien es die Caterer um Hans-Christian Benning und die vielen Kuchenspenden aus der Umgebung – sie alle haben nach Kräften mitgeholfen, diesen Tag zu gestalten. „Sie und auch die zahlreichen weiteren Helfer, darunter Feuerwehr, Landjugend und Rotes Kreuz, haben mit ihrem Engagement gezeigt, dass ihnen die Zukunft unserer Region wichtig ist“, so Hohls, und dafür könne man nur dankbar sein.


03.09.15 – Infom@il Nr.: 12/2015

AnfahrtLiebe Mitglieder und Mitstreiter,

Der Countdown läuft!!!

In wenigen Stunden ist es soweit. Unser Protestyval wird ein hörbares Zeichen gegen den Neubau.
Die Orga-Truppe aus unserem Bündnis hat alles organisiert. Es fehlt noch Unterstützung von euch.
Gebraucht werden Leute, die am Freitag, dem 4. September 2015, ab 10.00 Uhr den Aufbau und am Sonntag, dem 5. September 2015 ab 10.00 Uhr den Abbau mit Hans-Jürgen von Harling hjvh@gmx.de erledigen.

Hier die To-do-Liste:
►Bauzäune aufstellen

►Transparente aufhängen

►Seitenstreifen an der K 25 muss abtrassiert werden

►Schilder aufhängen

►Zelte aufbauen und dekorieren

►Wasseranschluss für WC muss hergestellt werden

►Kabel müssen gezogen werden

►und, und ……………..

Freitag und Samstag ist jeweils ab 8:00 Uhr immer jemand von uns vor Ort. Am Sonntag ab 10:00 Uhr!!

Weiter  benötigen wir Kuchenspenden und Leute, die diesen dann auch verkaufen. Bisher sind erst 20 Kuchen zugesagt L !! Wir brauchen 200 Kuchen. Der Kuchenverkauf beginnt nach dem Gottesdienst, solange bis nichts mehr da ist. Die Kuchen können am Freitagnachmittag oder Samstagvormittag bis 12.00 Uhr direkt in Feuerschützenbostel abgegeben werden. Kühlmöglichkeit ist vorhanden. Bitte die Platten und Hauben mit Namen beschriften.

Natürlich ist auch finanzielle Unterstützung nötig.  Meldet euch bitte bei Ute Tschiskale: ute.tschiskale@tschiskale.de

Eine solche Veranstaltung kann nicht nur von ein paar Leutchen getragen werden. Wir erwarten eure Unterstützung, Teilnahme und Mithilfe, damit der Protest Herrn Grube (DB) Samstagnacht nicht schlafen lässt.

Ausschließlich die große Resonanz über Presse und Medien, eure Teilnahme und Unterstützung sind die einzige Möglichkeit die Neubaugedanken zu vertreiben. Ihr wollt die SGV-Y-Variante nicht, wir auch nicht! Das geht aber nur mit Protest. Lasst euch von den zur Zeit veröffentlichten Zeitungsartikeln über die Diskussion zur Alpha-Variante nicht einlullen.

Es ist noch nichts entschieden und alles offen!!!

Wir können nur gewinnen und den Ausbau vor Neubau durchsetzen, wenn es uns gelingt, das Protestyval zu einem Riesenspektakel zu machen.

Uns ist klar, dass es am 5. September 2015 Terminüberschneidungen gibt und geben kann. Das Programm findet jedoch über den ganzen Tag verteilt statt und jeder hat die Möglichkeit, trotz Einschulung oder sonstigen Terminen, im Laufe des Tages, des Abends oder der Nacht, seine Präsenz und somit seinen Protest zu demonstrieren und uns durch seine Anwesenheit zu unterstützen. Für einen genauen Überblick der  Aktionen und Acts hier der Ablauf:
12:00 Uhr          Einberufung Versammlung

12:05 Uhr          Feldgottesdienst mit Pastor Bein

12:35 Uhr          Ende Andacht / Ablaufinformation

13:00 Uhr          Abschluss der Versammlung

14:00 Uhr          Jagdhornbläser Hegering Sülze

15:00 Uhr          Jonas (Guitarre; Gesant; Geige), Wuppertal

16:00 Uhr          The Tyrant and the Future (Indierock), Bergen

16:30 Uhr          Umbau / Beiträge Bürgermeister Eversen, Wietzendorf, Politik

17:00 Uhr          Ella & Elias (Keyboard und Gesang), Bergen

17:30 Uhr          Umbau / Eröffnung 1. Vorsitzender BI´s

18:00 Uhr          Second Up (Rock/Pop), Hannover

19:00 Uhr          Umbau und Beitrag Hans-Jürgen von Harling

19:30 Uhr          Strange Country / Space Country, Hamburg

20:30 Uhr          Umbau

21:00 Uhr          Alde Härn (Deuschrock)

22:00 Uhr          Umbau

22:30 Uhr          LINUKS (Crossover), Bergen

23:30 Uhr          Umbau

00:00 Uhr          Public Indignation (Metal Core), Offen

01:00 Uhr          Open Stage

02:00 Uhr          E n d e

Für die kleinen Gäste: 13:00 – 16:00 Uhr Kinderfest

Das Aktionsbündnis mit euch als Mitgliedern und Mitstreitern hat viel erreicht. Jetzt geht´s ins Finale und somit kommt die  wichtigste Zeit unserer Aktivität und des Dialogforums. Was wir jetzt versäumen, können wir nicht mehr nachholen.

Denkt an eure Natur, eure Häuser, eure Kinder – kurz: an unsere Zukunft! Wir wollen keine Trasse, auf der der Güterverkehr die Natur und wundervolle Landschaft zerschneidet und Existenzen und Lebensgrundlagen zerstört!!

Los jetzt – letzter Aufruf für den Protestzug!!!

Meldet euch, nehmt teil und helft – die Zeit läuft!

Euer Aktionsbündnis

Der Vorstand

2. September 2015


01.09.15 – Ulrich Lange in FeuerschützenbostelLangebeim450

Der verkehrspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag Ulrich Lange hat sich im Café Feuerschütz mit Vertretern des Aktionsbündnisses gegen Trassenneubau getroffen. Im gemeinsamen Gespräch, zu dem der Bundestagsabgeordnete Henning Otte eingeladen hatte und an dem weitere Politiker und Vertreter der Presse teilnahmen, lobte er die Arbeit des Bündnisses und äußerte seine Einschätzungen zum Stand der Trassen-Diskussion.

„Besonders erfreulich ist, wie konstruktiv Sie an dem Dialog teilnehmen“, sagte der CSU-Politiker, nachdem der 1. Vorsitzende Jan-Hendrik Hohls deutlich gemacht hatte, dass sich das Bündnis aktiv für eine fachlich vernünftige Gestaltung des schienenbasierten Hafenhinterlandverkehrs einsetzt – und die Ablehnung von Neubautrassen eben keine Blockadehaltung darstellt. Bei der Frage der Beurteilung von Trassenalternativen stimmte Ulrich Lange den Bündnisvertretern in ihrer Forderung zu, dass die bisher unzureichend berücksichtigten Faktoren der Entlastung von Verkehrsknoten und die zeitliche Verfügbarkeit von Kapazitätserweiterungen mit in die Analyse einzuberechnen seien. Zusätzlich gab er zu bedenken, dass mehrere kleinere Baumaßnahmen mit einzelnen Kostenpaketen wesentlich einfacher zu finanzieren seien als ein riesiges Neubauprojekt, bei dem mit einem Mal mehrere Milliarden Euro aufgebracht werden müssten.

Allerdings sei zunächst wichtig, auf die Ergebnisse des Dialogforums zu schauen, denn die Akzeptanz in der Bevölkerung sei ebenfalls ein zentraler Gesichtspunkt bei der Planung von Großprojekten. Hierzu sagte Jan-Hendrik Hohls, dass er zuversichtlich sei, dass das Forum zu einem erfolgreichen Abschluss kommen könne: „Es zeichnet sich für die Alpha-Variante, also den Ausbau bestehender Trassen, eine breite Zustimmung ab – sowohl bei den Bürgerinitiativen als auch bei den Vertretern der verschiedenen Politik-Ebenen und auch bei den Leuten von der Bahn.“ Das Bündnis kämpfe mittlerweile nicht mehr nur für den Ausbau, sondern auch für die Interessen derer, die davon betroffen seien. In diesem Zusammenhang sagte Ulrich Lange, dass etwa im Bereich des Lärmschutzes durchaus über das gesetzlich vorgeschriebene Mindest-Niveau hinausgegangen werden könne.

Insgesamt gesehen sei es beeindruckend, wie weit die Diskussion um die Zukunft des Schienenverkehrs in Norddeutschland inzwischen vorangeschritten sei, so Lange, und er werde diesen Eindruck mit nach Berlin nehmen und das Bundesministerium hierüber informieren.


 

28.08.15 – Liebe Mitstreiter,

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unser Weg im Aktionsbündnis gegen Trassenneubau ist bis zu dieser Stelle an der wir heute stehen sicherlich nicht immer einfach, nicht immer gradlinig aber auf jeden Fall eins gewesen: ERFOLGREICH -und zwar auf die Art und Weise, wie wir den Widerstand leisten wollen und können: FRIEDLICH, FACHLICH UND GEMEINSAM.

Ein dreiviertel Jahr ist sicherlich eine lange Zeit und mit einer Anfangsmotivation, wie sie noch im Januar herrschte geht auch einiges leichter von der Hand aber:

Nur wenn sich auch jetzt jeder von uns einbringt, können wir wieder ein sichtbares Zeichen des Widerstandes setzen!

Man ertappt sich selbst bei der Fülle an Informationen dabei ein Gefühl der Sicherheit aufzubauen, dass es keine Neubautrasse geben wird oder dass sich schon genug freiwillige Helfer finden werden. Dieses Sicherheit ist zum jetzigen Zeitpunkt noch trügerisch. Bitte rüttelt eure Nachbarn, Familienangehörige, Freunde jedoch zu allererst euch selbst auf, erneut unseren Widerstand sichtbar zu machen.

Dafür ist es als erstes notwendig für unser ProtestYval am 5.Sept. zu werben und die gedruckten Plakate in A3 und A2 Format noch diese Woche in eurer Umgebung aufzuhängen. JEDER KANN MITMACHEN: PLAKATDOWNLOAD !!! >>>HIER CLICKEN<<<

Abholung bei Ute Tschiskale: ute.tschiskale@tschiskale.de .Bei Auf- und Abbauarbeiten am Freitagnachmittag (4. September) und am Sonntag (6. September) vor Ort in Feuerschützenbostel zu sein und mitzuhelfen. Kontakt HaJü von Harling: hjvh@gmx.de

Für den Erfolg am Samstag (5.September) mit kleinen oder größeren Geldbeträgen oder auch nur einer Kuchenspende zum gelingen der Veranstaltung beizutragen.

„Wir mucken auf!“

Für den Erhalt der Qualitäten unserer Heimat

Euer Aktionsbündnis gegen Trassenneubau


26.08.15 – ANKÜNDIGUNG !!! Heidjer mucken auf – großes Musikfestival gegen Trassenneubau

Anfahrt

Von Country über Blues und Rock bis hin zu Heavy Metal: Am Sonnabend, dem 5. September, spielt die Musik in Feuerschützenbostel! Sechs Bands werden beim „Protestyval – Wir mucken auf!“ auf der großen Bühne stehen und bei freiem Eintritt ab 16 Uhr die Heide rocken. Los geht der Spaß für die ganze Familie allerdings schon um 12 Uhr mit einem Feldgottesdienst und einem anschließenden Kinderfest mit Hüpfburg, Clownerie und Bastelstationen für die Kleinen.

„Wie der Name schon sagt, handelt es sich bei der Veranstaltung auch um ein Zeichen des Protestes“, sagt Jan-Hendrik Hohls, 1. Vorsitzender des Aktionsbündnisses gegen Trassenneubau, das als Veranstalter auftritt. „Es geht darum, möglichst vielen Leuten erneut die Gelegenheit zu bieten, ihren Widerstand gegen die SGV-Y-Trasse und Y-Neubaustrecken allgemein kundzutun.“ Das Bündnis stehe für die Weiterentwicklung des norddeutschen Schienenverkehrs durch einen verträglichen Ausbau von Bestandsstrecken anstelle der Zerstörung intakter Natur- und Wirtschaftsräume. „Wer das Festival besucht, zeigt, dass mit ihm kein Neubau zu machen ist“, so Hohls. Auch andere Bürgerinitiativen, die sich mit der Y-Trasse beschäftigen, haben bereits angekündigt, zu dem Festival zu kommen. „Bis an den Rand von Hamburg reicht der Umkreis, aus dem wir schon Zusagen haben“, sagt Hohls, „in Ramelsloh, Marxen und andernorts werden schon Reisebusse gemietet und Transfers organisiert.“ Es soll also groß werden.  Sei es nur am Nachmittag mit den Kindern, sei es nach der Einschulungsfeier mit der ganzen Familie oder sei es abends zum Feiern: „Jede einzelne Person, die nach Feuerschützenbostel kommt, ist willkommen und wichtig für unser Ziel, den Neubau zu verhindern und den Ausbau-Gedanken voranzubringen.“ Kostenlose Park-, Zelt- und Wohnmobilstellplätze stehen in ausreichender Zahl zur Verfügung.


 

26.08.15 – Ministerpräsident rechnet mit Ausbau-Lösung des Trassenproblems

 

MP beim AGTLOW„So wird es kommen“, sagte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil am vergangenen Sonntag bei seinem Besuch auf dem Heidjerfest in Eversen. Dabei befand er sich gerade am Infostand des Aktionsbündnisses gegen Trassenneubau und deutete auf ein Schild, auf dem drei Worte standen: „Ausbau vor Neubau!“
Damit fasste er zusammen, was sich seiner Einschätzung nach abzeichne. Weil führte im Gespräch mit dem 1. Vorsitzenden Jan-Hendrik Hohls aus, dass er sich in Kontakt mit Bahn und Bund befinde und dabei feststelle, dass sich der Ausbau-Gedanke, wie ihn das Bündnis fordere, durchsetze.
Wichtig sei natürlich die Arbeit des Dialogforums. Daraufhin berichtete Hohls, dass die Arbeit im Forum mittlerweile besser laufe als zu Beginn. Es sei nicht unwahrscheinlich, dass es zu einer Einigung auf eine Trassenvariante kommen könne. „Allerdings“, so Hohls, „muss die Landesregierung dann aber auch dafür sorgen, dass alle anderen Varianten gestrichen werden, damit sich die von ihnen betroffenen Regionen frei von dem Fluch der über ihnen schwebenden Trassengefahr weiter entwickeln können.“ Stephan Weil nickte zustimmend und gab zu bedenken, dass aber auch der Bestandsausbau Betroffenheiten auslöse. Dies aufgreifend erläuterte Hohls: „Wir unterstützen nicht nur den Ausbau von Bestandsstrecken, sondern auch die Belange derer, die davon betroffen sein werden.“ Zum Beispiel kämpfe man dafür, dass das Eisenbahnkreuzungsgesetz geändert werde, nach dem die Kommunen einen hohen Anteil der Kosten tragen müssen, die durch Ausbaumaßnahmen entstehen. „Die Beförderung von Gütern zwischen Hamburg und München ist Bundesaufgabe und es kann nicht sein, dass sich einzelne Kommunen entlang der Strecke über Jahrzehnte dafür verschulden.“ Dies liege nicht in der Macht der Landesregierung, antwortete der Ministerpräsident, er werde diese Forderung jedoch weitergeben. Hohls: „Dabei helfen wir, indem wir immer wieder darauf aufmerksam machen.“

BU: Jan-Hendrik Hohls und Stephan Weil (v. l.) haben sich beim Heidjerfest über die aktuelle Situation bei der Trassendiskussion unterhalten. Foto: Sebastian Salie

Jan-Hendrik Hohls vom Aktionsbündnis, Ministerpräsident Stephan Weil, die Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann und Maximilian Schmidt (MdL) haben sich beim Everser Heidjerfest getroffen (v. l.) Foto: Sebastian Salie

 


18.08.15 – Infom@il Nr.: 11/2015openair1

 

Liebe Mitglieder und Mitstreiter,

die Vorbereitungen für unser Provestyval am 5. September laufen auf Hochtouren! Eine kleine, verschworene Truppe aus unserem Bündnis hat bereits einiges geschafft: alle behördlichen Fragen geklärt, das Programm am Nachmittag geplant, die Bands für den Abend gewonnen und von der Bühnentechnik über die Verpflegung bis hin zu Parkplätzen und den stillen Örtlichkeiten alles organisiert. Alles für unser Ziel: Ausbau vor Neubau sowie die Zerstörung unserer Heimat zu verhindern und trotzdem die Zukunft des Schienenverkehrs zu fördern!

Auch ihr seid nun gefordert, zu helfen dem Widerstand eine Stimme zu geben. Jede/r kann auf verschiedene Arten und Weisen helfen, dieses Protestyval zu einem Erfolg werden zu lassen und dadurch aktiv an der Verhinderung der Neubaupläne teilnehmen. Sei es durch kleine und größere Geldbeträge, sei es durch Kuchenspenden, sei es durch Engagement bei Auf- und Abbauarbeiten am Freitag (4. September) und am Sonntag (6. September) oder Hilfe während des Events bei der Betreuung von Ständen (z. B. Hüpfburg, Kinderschminken, Bastelstation etc.). Jedes sich Regen bringt Segen!

Wer mit anpacken will, melde sich bitte bei Hans-Jürgen von Harling: hjvh@gmx.de

Wer sich finanziell oder durch Kuchenspenden beteiligen möchte, melde sich bitte bei Ute Tschiskale: ute.tschiskale@tschiskale.de

„Wir mucken auf“

Genau dazu brauchen wir euch mit Rat, Tat, aktiver Hilfe und Teilnahme.

Denkt an die Aussage von Herrn Grube (DB):

„Wir bauen dort, wo der geringste Widerstand ist.“

Also los!!!!!!!!!

Euer Aktionsbündnis gegen Trassenneubau

Der Vorstand

August 2015


 

08.08.2015 – Wir mucken aufopenair1

 

Liebe Mitstreiter,

nach dem tollen Erfolg in Ramelsloh ist es nun endlich auch hier bald soweit. Die Vorbereitungen für unser Protestyval am 5. September 2015 laufen auf Hochtouren. Wir, das Aktionsbündnis gegen Trassenneubau, sind zwar Veranstalter dieses Events, sehen die Aktion jedoch als gemeinsames Zeichen aller BI´s und Gegner des Trassenneubaus und Fest für uns alle.

Ihr sollt, ebenso wie wir in Ramelsloh, die Chance und Möglichkeit haben, euch auf dem Protestyval mit möglichst zahlreichen Unterstützern zu präsentieren und eure Interessen zu vertreten. Je mehr, desto besser! Nutzt diese zusätzliche Gelegenheit zum öffentlichen Protest.

Folgender Ablauf ist am 5. September geplant:

12.00 Uhr Beginn mit einem Feldgottesdienst

13.00 Uhr startet das Familienfest mit buntem Programm für die
Kinder und BI-Beiträgen

16.00 Uhr beginnt dann die Party mit den Live-Acts der verschiedenen Bands

02.00 Uhr sollten wir dann alle reif für´s Bett sein und schlafen gehen

Für eine optimale Organisation und Planung ist es wichtig, dass ihr uns mitteilt, ob ihr teilnehmt und wie ihr euch präsentieren möchtet. Wichtig wäre noch zu wissen, ob ihr Strom oder Sonstiges für eure Infostände benötigt. Das Protestyval soll natürlich stark beworben werden. Hierfür benötigen wir noch dringend die Logos eurer BI´s (pdf oder jpeg).

Über jede Art der Hilfestellung, sei es tatkräftig bei der Durchführung des Programms, durch Pressearbeit oder finanziell (Bühne, WC´s, Strom, Wasser und Versicherung), wären wir sehr dankbar.

Nachfolgende Punkte sind kostenlos:

Gottesdienst; alle 6 Musikbands; Hüpfburg und Kinderschminken; Zeltwiese; 1300 Parkplätze; Ordnungsdienst; Sanitätsdienst; Feuerwache

Kosten verursachen:

Bühnenbau; Strom; Wasser; WC; Versicherung; Genehmigung Ordnungsamt

Der Eintritt und das Parken sind frei.
Getränke und Verzehr werden jeweils selber bezahlt.

Wir rechnen mit euch – meldet euch an! Gemeinsam zeigen wir, dass wir Viele sind und mit uns zu rechnen ist.

Herzliche Grüße

Aktionsbündnis gegen Trassenneubau

 


30.07.2015 – Infom@il Nr.: 10/2015

  1. Celler Erklärung
  2. 5. Tag Dialogforum
  3. Artikel Cellesche  Zeitung vom 18.07.2015 „Dialogforum kommt voran“
  4. Unsere Stellungnahme zu dem Artikel
  5. Protestyval

Liebe Mitglieder und Mitstreiter,

1. Celler Erklärung zur geplanten Hinterlandanbindung verabschiedet

Ein Bündnis aus der Verwaltung des Landkreises Celle, der Stadt Celle, der Stadt Bergen, der Gemeinden Eschede, Südheide und Faßberg, Vertretern der Landes- und Bundespolitik sowie dem Aktionsbündnis gegen Trassenneubau hat gemeinsam die „Celler Erklärung zu den Planungen der schienengebundenen  Hafenhinterlandanbindung der norddeutschen Seehäfen“ verabschiedet. In 10 Punkten wird ein starkes Zeichen für den Schulterschluss der Region gesetzt. Die Erklärung ist als Forderung in das Dialogforum eingegangen und bezieht klare Position für den Ausbau von Bestandsstrecken, gegen den Eingriff in Natur und Landschaft sowie dafür, die Lärmbelästigung für Bürgerinnen und Bürger weiter zu minimieren.

Auch über die Kreisgrenzen hinaus formiert sich bei Kommunen und BI´s Unterstützung für die Celler Erklärung. Wir hoffen, mit der Erklärung die Basis für einen breiten Konsens vorgelegt zu haben.

Herzlichen Dank an alle Beteiligten, die durch den Schulterschluss weitreichende Anerkennung und eine sehr positive Zustimmung erreicht haben.

LINK: www.Landkreis-celle.de/fileadmin/import/aktuelles/150715_Celler_Erklaerung_mit_Unterschriften.pdf

2. 5 Tag Dialogforum

In Vorbereitung des 5. Tages haben mehrere Treffen in Arbeitsgruppen und gemeinsamen BI-Zusammenkünften stattgefunden. Es wird deutlich, dass die Interessen der einzelnen Gruppen „Ausbau vor Neubau“ in einigen Bereichen nicht übereinstimmen. Die Betroffenheit der Anwohner, auch bei der Ausbau-Alpha-Lösung/Amerikalinie, spiegelt sich in den Meinungsbildungen wieder.

Die Organisation und die Abläufe am Tag des Forums sind insgesamt besser organisiert gewesen, so dass der Tag effektiver genutzt werden konnte als in der Vergangenheit. Es zeigt sich, dass die vorgegebene Zeit im Forum nicht ausreichen wird, umfassend Kriterien zu bearbeiten und Ergebnisse zu erreichen. Wir hoffen, dass aus den Arbeitsgruppen, die für verschiedene Themen festgelegt sind, über Kriterien konstruktive Einwendungen erfolgen und  eine Verbesserung erfolgt.

3. Dialogforum kommt voran CZ-Artikel v. 18.7.2015

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4. Stellungnahme zum Artikel

Wir müssen die positive Darstellung (Euphorie) zurücknehmen, da der Ablauf sehr verkürzt dargestellt ist und die Bahn, vertreten durch Herrn Bischoping, die von uns favorisierte Alphavariante nicht präferiert hat. Für Alpha spricht, das hat auch die Bahn eingeräumt, dass sie in wesentlichen Teilen schneller umgesetzt werden kann, als alle anderen Varianten. Zusätzlich entlastet die Lösung den Knotenpunkt Hannover. Diese Hinweise der Bahn waren allen bereits bekannt und sind belegbar.

Die eingerichtete Arbeitsgruppe wird nacharbeiten, was in dem Gutachten des BVU unterblieben ist und eine optimierte, umfängliche Untersuchung der Alphavariante darstellen.

Es hat bisher keine Vorfestlegung auf die Alphavariante gegeben. Das möchten wir zu diesem Zeitpunkt klarstellen. Eine Fahrsimulation wird es aller Voraussicht nach nicht mehr geben, weil die Bahn das Ergebnis bestätigt hat, dass die Alphavariante als einzige vor 2030 funktionieren würde. Im Übrigen könne eine Simulation nur Scheingenauigkeiten ergeben, da der zukünftige Bedarf nicht bekannt ist und nur angenommen wird. Der Verlauf im Dialogforum am 17. Juli 2015 gibt keinen Anlass zur Entspannung. Die Bahn hat eingeräumt, was sowieso offensichtlich war und hat eine vergleichende Untersuchung der Strecken und damit ein objektives Kriterium verhindert (Simulation). Es sind weiterhin alle Optionen offen und es bleibt fraglich, ob aus dem Forum tragfähige und verbindliche Beschlüsse hervorgehen können und werden.

Zu der vorliegenden Alphavariante gibt es inzwischen auch Ergänzungen/Umfahrungen, z. B. eine Südumfahrung um Soltau, die die Amerikalinie betrifft. Auch dies ist ein Aspekt, der zusätzlich diskutiert wird. Sollte eine Südumfahrung um Soltau in den Bestandsausbau einbezogen werden, so ist durch ein Teilstück Wietzendorf betroffen.

Wir müssen weiterhin intensiv über Kriterien und Bewertungen am Ausbau der Bestandsstrecken mit entsprechenden Eingaben und Argumenten arbeiten, um unser Ziel zu erreichen.

5. Protestyval am 5. September in Feuerschützenbostel

Wir haben uns viel vorgenommen und benötigen noch helfende Hände für den Auf- und Abbau, beginnend am 4. September 2015, am Freitagnachmittag, zum Teil auch am Samstag und Sonntag für die Abbau- und Aufräumarbeiten.

Das geplante Programm am 5. September 2015:

►     Beginn 12.00 Uhr mit einem Feldgottesdienst

►     anschließend Familienfest bis ca. 17.00/18.00 Uhr

►     danach Open-Air mit verschiedensten Musikgruppen bis ca. 2.00 Uhr nachts.

Wir bitten: Meldet euch mit Ideen für Unterhaltungseffekte und zur Unterstützung der Organisation über info@trassenabsage.de . Das Protestteam freut sich über jede Hilfe und viele Vorschläge.

Save the Date!!

Beteiligt euch, die Veranstaltung muss mindestens eine Außenwirkung erhalten wie das Trassenpicknick in Ramelsloh unter der Devise

„Wir mucken auf!“

Euer Aktionsbündnis gegen Trassenneubau

Der Vorstand

Juli  2015

 


15.07.15 – Vor dem nächsten Forum

 

Liebe Freunde und Mitstreiter,

am 17.07.2015 haben wir wieder das Vergnügen. Die nächste Dialogforums-Sitzung steht an. Und man positioniert sich. Da gibt es einerseits eine große Gruppe, die ein ehrliches Interesse an einem transparenten und erfolgreichen Forum hat. Aus dieser Gruppe, zu der auch wir gehören, kommen immer wieder sinnvolle Anregungen zur Kriterienbestimmung zur objektiven Bewertung von möglichen Trassen. Aus dieser Kategorie gibt es auch diesmal Beiträge, zum Beispiel diesen:

LINK: Antrag BVU – gesamtwirtschaftliche Einschätzung (Interessenvertretung gegen den Ausbau der Bestandsstrecke)

Dann haben wir weitere Gruppen, die Eigeninteressen vertreten. Das geht einmal so: Gebt uns endlich Infrastruktur!! Das sollten wir positiv begleiten:

LINK: Landkreis Lüchow-Dannenberg – Findung von Entscheidungskriterien

Es geht aber auch so:

LINK: Forderungen Landkreis Verden

Der Landkreis Verden befürwortet so ziemlich alles, was den eigenen Kreis nicht betrifft, vorzugsweise alle Varianten durch den Landkreis Celle, freundlicherweise auch gleich mit dem Hinweis darauf, dass derjenige, der die Bahntrasse bekommt, gefälligst auch gleich die Stromtrasse nehmen soll. Falls sie doch irgendwie betroffen sein sollten, fordern sie für sich natürlich den höchstmöglichen Schutz. Den für andere etwaige Betroffene allgemein zu fordern, ist ihnen komischerweise nicht eingefallen. Da hat sich gerade jemand aus dem Konsens verabschiedet.

Falls jemand wissen möchte, wo der oft zitierte Herr St. Florian wohnt, hier die Anschrift:

Kreishaus, Lindhooper Straße 67, 27283 Verden (Aller)

Celler Erklärung:

In der letzten Woche haben außerdem Gespräche mit Landtags- und Bundestags-abgeordneten sowie den Verwaltungsspitzen des Landkreises Celle und der Städte Bergen und Celle sowie der Gemeinden Eschede und Südheide stattgefunden. Ergebnis dieser Gespräche ist die uneingeschränkte Einigkeit aller Beteiligten zu den Kriterien einer Trassenumsetzung, bei der ganz deutlich der Ausbau von Bestandsstrecken eingefordert wird. Diese enorm wichtige Einigkeit ist dokumentiert in einer gemeinsam erarbeiteten „Celler Erklärung“, die rechtzeitig zum nächsten Forum veröffentlicht werden soll. Ein herzliches Dankeschön an alle Beteiligten!

Die Beteiligung der Region haben wir immer gefordert, nun ist sie also da. Vorab gibt es zum Treffen unserer Aktionsbündnisvertreter mit OB Dirk-Ulrich Mende, MdB Kirsten Lühmann und MdL Maximilian Schmidt folgende Presseveröffentlichung:

LINK: http://celler-presse.de/2015/07/10/st-florians-prinzip-keine-option-celles-ob-mende-spricht-sich-fuer-ausbau-variante-aus/

Nachfolgend noch weitere sehr wichtige Links:

LINK: Celler Erklärung

LINK: Stellungnahme Landvolk Niedersachsen

LINK: Arbeitspapier der AG Natur und Umwelt: Prüfkriterien Natur und Umwelt

Fortführende Informationen gibt es auf: http://www.dialogforum-schiene-nord.de/downloadcenter

Mal sehen, was uns der Freitag in der Celler Congress-Union bringt.

Christian Böker

Aktionsbündnis gegen Trassenneubau


29.06.15 – Infom@il Nr.: 9/2015

 

1.         Picknick in Ramelsloh

2.         Dialogforum-Schiene-Nord

3.         Eingebrachte Kriterien

4.         Lärmimmission Teilnahme

5.         Verhalten Stadt Celle und Landkreis Celle

6.         Hinweis „Protestyval – Wir mucken auf!“

 

Liebe Mitglieder und Mitstreiter,

1.

das größte Protestpicknick in Ramelsloh war eine beeindruckende Demonstration gegen den Trassenneubau der Variante SGV-Y. Eurer Teilnahme und eurem Engagement ist dieser Erfolg zu verdanken. Mit ca. 400 Teilnehmern aus dem Gebiet Celle bis Wietzendorf haben wir einen starken Eindruck hinterlassen und für ein großes Medieninteresse gesorgt. Beiträge hierzu können auf der NDR-Seite / Mediathek angesehen werden:

www.ndr.de/…/White-Dinner-gegen-die-Y-Trasse-der-Bahn…

Herzlichen Dank an die BI „Y-Monster“ für die tolle Organisation und den Spaß, den wir alle dabei hatten.
2.

Die unprofessionelle Leitung des Dialogforums durch die Agentur vom Hoff hatten wir ja bereits bemängelt. Viel zu viel Zeit wird mit belanglosen Vorgängen vergeudet.

Im Vorfeld des 4. Termins Dialogforum-Schiene-Nord am 19.06.2015  fanden einige Gespräche und Abstimmungen innerhalb des Vorstandes Aktionsbündnis gegen Trassenneubau und der anderen BI´s im Bereich SGV-Y statt. Ziel muss es sein, kurzfristig eine Reduzierung der Trassenvarianten auf Verträglichkeit und breitesten Konsens zu erreichen. Für uns ist klar, dass nur die Alpha-Variante „Ausbau vor Neubau“ zur Diskussion stehen darf.  Wir sperren uns nicht gegen die Notwendigkeit und den Ausbau des Schienennetzes und die Anbindung der Wachstumshäfen im Westen/Norden an das Hinterland, wenn bis 2030 die umgeschlagenen Mengen um 74 % zunehmen sollen.
Der Ausbau vorhandener Strecken würde sicher zu einer Mehrbelastung  für die Menschen, die entlang der Strecken leben, führen. Diese Nachteile würden aber dadurch gemindert werden, dass wegen der zu erwartenden baulichen Veränderungen umfangreiche Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor den Immissionen durch den Schienenverkehr durchgeführt werden müssen. In erster Linie ist das der Eisenbahnlärm. Für die betroffenen Anwohner wäre der Ausbau des Schienenweges eher eine Chance als eine Belastung. Dass man als Bürger oder anliegende Gemeinde für seine Interessen kämpfen muss und dieses erfolgreich tun kann, zeigt der Bau des dritten Gleises zwischen Stelle und Lüneburg. Hier ist es gelungen, dass Lärmschutzwände mit einer Regelhöhe von 5 Metern über Schienenoberkante installiert wurden. Und hier werden die Schienenoberflächen im Rahmen besonders überwachten Gleises regelmäßig geschliffen, was den imitierten Lärm erheblich reduziert.

3.

Die Initiative der BI´s in Zusammenarbeit mit dem Sachverständigen Rösler, entscheidungsfähige Kriterien für eine Trassenbewertung in das Forum einzubringen,  wird auch von 8 Landkreisen unterstützt. Entscheidungserhebliche Auswirkungen und Themen müssen sein:

Menschen, einschl. der menschlichen Gesundheit, Tiere, Pflanzen und die biologische Vielfalt.
Boden, Wasser, Luft, Klima und Landschaft.
Kulturgüter und sonstige Sachgüter
Wechselwirkung zwischen den vorgenannten Schutzgütern
4.

Zum Thema Lärmimmissionen verweisen wir auf die Internetseite: www.lärmaktionsplanung-schiene.de, dort ist es möglich, sich registrieren zu lassen und seine Situation zu schildern. Hintergrund der Befragung ist die Vorbereitung eines sogenannten Lärmaktionsplanes, der Mitte des Jahres 2016 erstellt sein soll. Da nur noch Eingaben bis Ende Juni 2015 möglich sind, bitten wir euch, dort umgehend eine Meinung abzugeben. Eine Teilnahme ist unbedingt erforderlich!

Nachfolgende Argumente stützen einen Ausbau vor Neubau:
–      Keine Verlärmung bisher ruhiger Ortschaften, sowie von Natur und Landschaft

–      Dadurch keine weitere Beeinträchtigung von Naherholungsgebieten, besonders in Landschaftsschutz- oder Naturschutzgebieten

–      Keine erhöhte Unfallgefahr für verschiedene wildlebende Tierarten wie Vögel, Fledermäuse oder jagdbares Wild

–      Keine Trennung von Teillebensräumen z. B. Amphibien von ihren Laichgewässern

–      Keine Zerstörung des gewachsenen Bodens auf nicht unerheblicher Fläche

–      Keine Beeinträchtigung von Bächen und Flüssen durch den Bau von Durchlässen und Brücken

–      Keine weitere Zerschneidung der Landschaft

–      Keine zusätzliche Zerschneidung der Sichtachsen

–      Keine……………..

–      Keine……………..

–      Keine……………..

 

Fazit: Die durch einen Trassenneubau unumgänglichen Eingriffe in Ortsbild, Natur und Landschaft erscheinen in der geplanten Größenordnung als nicht kompensierbar und dürfen deshalb nicht hingenommen werden. Die Vorbelastung unserer Region durch den Truppenübungsplatz mit bereits vorhandener enormer Lärmbelästigung ist ein weiterer Punkt, der für uns in der Diskussion immer wieder im Vordergrund steht. Die aktuelle Version der Alpha-Variante haben wir euch eingefügt. Der schwarzmarkierte Bereich ist der Ausbau der vorhandenen Strecke.

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Trotz der Schwierigkeiten im Forum und der Probleme, sich lange mit Verfahrensfragen aufzuhalten, Abstimmungen zu vermeiden, sind wir weiter daran interessiert dort konstruktiv mitzuarbeiten und zu gestalten, da es eine Einflussnahme unsererseits möglich macht. Ein Scheitern oder das Wegbleiben kann uns in der Sache Verhinderung des Neubaus nicht dienlich sein. Wenn es zu irgendeinem Zeitpunkt notwendig wird – dann los – dann muss der laute Protest außerhalb des Veranstaltungsraumes auf der Straße beginnen. Wir hoffen jedoch, konstruktiv und sachlich bessere Ergebnisse zu erzielen. Wir haben in der letzten Sitzung auch die Überarbeitung der Alpha-Variante, die im BVU-Gutachten in der Rangliste nach unten gerutscht ist, beantragt und große Zustimmung dazu erhalten. Jegliche Neubauvariante hat null!! Vorteile für die Regionen. Es entstehen ausschließlich Nachteile bis zur Verhinderung des schnellen Personenverkehrs, der in den heute noch vorhandenen Möglichkeiten auf jeden Fall erhalten bleiben muss.
5.
Die fehlende Einbringung in den Protest durch die Stadt Celle und den Landkreis Celle schadet der Region!

Besonders aus diesem Gebiet sollte das Erkennen der Situation um die Güterverkehrsstreckenplanung kurzfristiges Erwachen notwendig werden lassen. Wehrt euch! Tretet dem Aktionsbündnis bei, meldet euch. 50 % der Dialogforumstermine sind bereits abgelaufen. D. h. damit wird die Zeit, etwas erreichen zu können, immer kürzer.

6.
!! Bitte unbedingt schon vormerken !!
Am 5. September 2015 findet ein großes Open-Air

„Protestyval – Wir mucken auf“

in Feuerschützenbostel statt.

 

Ein tolles, umfangreiches Programm erwartet euch. Bereits 6 Bands aus verschiedenen Musikrichtungen haben ihre Teilnahme und Unterstützung zugesagt. Es ist für Jeden etwas dabei. Wir benötigen zur Durchführung dieses tollen Events noch eine Menge Hilfe. Bitte meldet euch unter info@trassenabsage.de

Kämpft weiter mit uns und für euch! Versucht noch mehr Menschen von der Notwendigkeit des Protests zu überzeugen und Mitglied im Aktionsbündnis zu werden und unsere Aktionen zu unterstützen. Wir danken Euch.

Euer Aktionsbündnis gegen Trassenneubau

 

Der Vorstand

Juni  2015


22.06.15 – Kampf der Häfen

Liebe Freunde und Mitstreiter,

auf dem letzten DialogForum haben die Vertreter der Hafenwirtschaft und der Seehäfen Hamburg und Bremen einhellig Ihre Einschätzung vertreten, dass eine Ausweitung der Schienengüterverkehrskapazitäten unumgänglich ist, damit ein Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Seehäfen wie Rotterdam gesichert ist. Verschwiegen haben sie aber, dass sie untereinander ebenfalls in erbitterter Konkurrenz stehen, und dass bei objektiver Gleichbehandlung der Wettbewerber eigentlich nur die ALPHA-Variante in Frage kommen kann.

Lest mal: PDF Hafenduell – Hamburg contra Wilhelmshaven – DOWNLOAD

Christian Böker

Aktionsbüdnis gegen Trassenneubau

 


 

21.06.15 –  Freud und Leid: Wyld Whyte Dynner und  Dialogforum-Show Folge 4

Liebe Freunde und Mitstreiter,

am vorletzten Samstag hat sich unter enormer Beteiligung unserer Bündnismitglieder ein beeindruckender Auto-Korso in Richtung Ramelsloh in Bewegung gesetzt, um am Wyld Whyte Dynner unserer Y-Monster-Freunde teilzunehmen. Vielen Dank an alle rund 400 Teilnehmer. Ihr habt durch Euer Engagement für unser Bündnis jede Menge Anerkennung, Bewunderung und Respekt „eingefahren“. An den 2400 – 2500 Teilnehmern hatten wir damit einen überproportional hohen Anteil, und den rechnet man uns im Norden hoch an. Und Spaß gemacht hat es auch.

Hier könnt Ihr das nochmal sehen:

http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/hallo_niedersachsen/White-Dinner-gegen-die-Y-Trasse-der-Bahn,hallonds27572.html

http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/Tausende-protestieren-gegen-die-Y-Trasse,ytrasse266.html

Soweit das Thema Freude…..

Am Freitag, den 19.06.2015 fand in der Congress-Union die 4. Folge der Satirereihe DialogForum Schiene Nord statt. Ich will gar nicht über den gesamten Ablauf berichten, weil man entweder ganz schnell fertig ist, wenn es um Ergebnisse und Informationsgewinn geht, oder, wenn es um die Beantwortung von Fragen und Beschlüssen über Anträge geht, fände man kein Ende. Ein Satz fällt in diesem Forum seitens des Moderators sehr oft, wenn das Plenum keine eindeutigen Signale zu Anträgen oder Vorschlägen zum Verfahren gibt: „Wir lassen das mal so stehen…“. Mir persönlich fehlte am Ende der Veranstaltung der Hinweis, beim Verlassen des Forums nicht über die vielen stehengelassene Fragestellungen oder Anträge zu stolpern, weil diese am Ende des Forumsprozesses noch benötigt werden, um ein Ergebnis zu blockieren. Also bitte nicht kaputtmachen.

Uns BIs ist es immerhin gelungen, Kriterien ins Forum einzubringen, die zusätzlich zu den durch die Bahn zugrunde gelegten Kriterien Berücksichtigung finden müssen und zwar unter regionalen Gesichtspunkten. Das war konstruktiv und Verdienst der BIs.

Apropos zugrunde. Es gab herrliche Beispiele, wie man ein Dialogforum zugrunde richtet:

Methode 1: 45-minütiger Monolog des Moderators

Methode 2: Diskussion zur Abstimmung. Worüber wollen wir abstimmen, wer darf abstimmen, warum wollen wir überhaupt abstimmen, wer ist wie legitimiert, abstimmen zu dürfen, welche Mehrheiten brauchen Abstimmungen, wenn wir Abstimmungen überhaupt brauchen? Darüber müssen wir uns erst einig werden, aber wie? Na, stimmen wir doch einfach darüber ab, ob wir überhaupt abstimmen können, wollen, oder dürfen. Ergebnis: Wir stimmen darüber lieber nicht ab. Weiteres Vorgehen: Es gibt zehn Abstimmungen zu Kriterienvorschlägen und Anträgen der BIs unter Beteiligung des ganzen Forums.

Methode 3: Biete Fragen zu den vorgetragenen Gutachten und deren zeitnahe Beantwortung an. Definiere dabei „zeitnah“ unter keinen Umstanden mit einem klaren Zeitraum und den Begriff „Beantwortung“ mit einem Termin für die abschließende Bearbeitung. Lasse dabei keinesfalls zu, dass die Fragesteller mitbekommen, dass Du nach 8 Wochen die Fragen noch nicht sortiert und an die maßgeblichen Beantworter weitergeleitet hast, sondern versichere, dass an der Beantwortung der Fragen sehr hart gearbeitet werde. Auf verärgerte Nachfragen nenne maximal für das nächste Forum einen weiteren zeitnahen Termin, wann die Bearbeitung abgeschlossen sein wird. Das Verfahren lässt sich bei Bedarf beliebig wiederholen.

Methode 4: Lade nur Auftraggebervertreter ein, die entweder tatsächlich kein Entscheidungsmandat haben oder sich scheuen, dies anzuwenden, oder glaubhaft machen können, sie hätten kein Mandat, auch wenn sie eines haben.

Methode 5: Beauftrage ein Gutachten, lasse dem Gutachter freie Hand und stelle es dem Forum vor. Begrenze die Aufmerksamkeit des Forums auf die Inhalte des Gutachtens dadurch, dass zunächst 6 Stunden lang über die Methodik und gesetzten Annahmen zur Grundlagenermittlung für die Gutachtenerstellung oder zu Verfahren zur Trassenplanung vorgetragen wird. Bei kritischen Rückfragen biete Methode 3 an. Wenn dies nicht verfängt, teilst Du mit, dass der Hauptgutachter für die nächsten 2 Monate leider nicht verfügbar ist.

Methode 6: Biete an, einen weiteren Gutachter einzuschalten, der den Kritikern Hilfe zur Selbsthilfe geben soll. Sollte dieser vorschlagen, alle in Frage kommenden Trassenvarianten einer Plausibilisierung durch Simulationen zu unterziehen, wende diese konkrete Gefahr ab, indem Du die Frage stellst, woher die Geldmittel dafür kommen sollen? Na? Keiner hat eine Ahnung? Ministerium ? Nein? Keine Freiwilligen? Gott sei Dank kann das Forum über diesen Antrag nicht abstimmen, tut es erstaunlicherweise aber doch und stimmt dem Vorschlag mit überwältigender Mehrheit zu. Rette Dich bis zur nächsten Folge der Satirereihe, zu der Du versprichst, über diesen Antrag noch einmal neu zu verhandeln, um ihn dann „erst einmal so stehen zu lassen“.

Wenn Interesse zum Besuch dieses Unterhaltungsprogramms besteht, der Eintritt ist frei.

Christian Böker

Aktionsbündnis gegen Trassenneubau


16.06.15 – Widerstand in weiß als Auftakt für gemeinsamen Protest

Mehrere tausend Menschen haben am vergangenen Sonnabend in Ramelsloh gegen die SGV-Y-Trasse demonstriert. Allein aus dem Einzugsbereich zwischen Celle und Wietzendorf waren über 400 Bürger mit einem Autokorso angereist, um ihren Widerstand zu zeigen. Insgesamt neun Bürgerinitiativen entlang der geplanten Strecke hatten zu der Aktion „Wyld Whyte Dynner“ aufgerufen.

Der Name war Programm: Die Teilnehmer hatten sich in weiß gekleidet und weiß dekorierte Tische und Bänke aufgebaut, um gemeinsam in der Wildnis zu dinieren. Die „Wildnis“ war die eigens gesperrte Marxener Straße, und zwar an der Stelle, wo die von vielen Menschen gefürchtete Y-Trassen-Variante verlaufen würde. Ein musikalisches Begleitprogramm sowie Ansprachen von lokalen Politikern und dem Vorsitzenden der örtlichen Bürgerinitiative „Y-Monster“ Reinhard Crasemann schafften den Rahmen dieser Gemeinschaftsveranstaltung mehrerer BIs zwischen Hamburg und Celle. „Wir werden gemeinsam das SGV-Y zu Grabe tragen, aber nicht zulassen, dass man unsere Region zu Grabe trägt, indem man sie durch dieses unsinnige Neubauprojekt zerstört“, fasste Jan-Hendrik Hohls vom Aktionsbündnis gegen Trassenneubau die Zielsetzung zusammen. So soll dieses gemeinsame Dinner auch ein Auftakt für einen sich stetig verschärfenden Widerstand in der gesamten Region sein.


GEGEN DIE BAHNTRASSE!Aufkleber300x410

Das größte Protest-Picknick Deutschlands.

Gemeinsam im Autokorso vom Bahlsen Outlet Celle nach Ramelsloh.

Am Samstag, den 13.06 um 12:30 geht’s los. Sei dabei!

von Bergen Wohlde am Sportplatz nach Ramelsloh. Samstag, den 13.06 ABFAHRT: 13:00 UHR  

von Wietzendorf Castle (Motorradheim) nach Ramelsloh. Samstag, den 13.06 ABFAHRT: 13:30 UHR

 


10.06.15 – Infom@il Nr.: 8/2015

Liebe Mitglieder und Mitstreiter,

Protest! – Protest! – Protest! – Protest! – Protest!

Jetzt seid Ihr dran – wir brauchen Eure Hilfe!! Ganz einfach in Form von Anwesenheit!

In den letzten Sitzungen des Dialogforums wurde die SGV-Y als mögliche Bahntrasse immer stärker in Betracht gezogen. Das müssen wir verhindern!

Je größer und lauter unser Protest gegen die SGV-Y Trasse, umso weiter wird er gehört. Berliner Flughafen, Elbphilharmonie oder Stuttgart 21 sind nur drei regionale Beispiele, über die mittlerweile ganz Deutschland spricht. Für Bund, Land und Bahn wäre es eine Katastrophe, wenn man über die SGV-Y Trasse ähnliche Berichte liest. Für uns hingegen wäre es ein Segen, wenn die gesamte Republik den Planern auf die Finger schaut und endlich auch die nationale Presse beginnt den Bau der SGV-Y Trasse zu hinterfragen.

Für den 13. Juni haben wir gemeinsam mit 8 Bürgerinitiativen deshalb eine einmalige Aktion geplant, die weit über die Grenzen unserer Heidewelt hinaus für Aufmerksamkeit sorgen kann. Vorausgesetzt,  es kommen viele, sehr viele oder genauer: sehr sehr sehr viele Menschen.

Das einzige was Ihr tun müsst ist gemeinsam mit uns am 13. Juni zu picknicken. Nehmt alles mit was Beine hat: Kind und Kegel, Hund und Katze, Omi und Opi – egal. Bringt einfach alles und jeden mit.

Wir fahren gemeinsam im Autokorso hin. Packt Eure Liebsten ins Auto und fahrt mit! Wir freuen uns auch besonders über passend dekorierte Autos, aber Hauptsache Ihr seid dabei! Es gelten folgende Abfahrtszeiten:

12:30 Uhr – Bahlsen Outlet Celle / 13:00 – Wohlde am Sportplatz / 13:30 – Castle (Motorradheim) Wietzendorf

Um 15.30 Uhr geht die „Wyld Whyte Dynner Demo“ dann los. In der Marxener Straße in Ramelsloh. Wer kann, hat außer seinem Picknick-Korb auch Tisch, Stuhl und eine weiße Decke dabei und reiht seinen Platz in die lange Tafel ein. Außerdem wäre es super, wenn Ihr komplett weiß gekleidet seid oder ein weißes Oberteil tragt. 

Es wurden Politiker, Bahnvertreter und andere Gäste eingeladen. Wer in jedem Fall kommt, sind Vertreter der Presse. Je spektakulärer die Berichte und Bilder der Presse sind umso besser. Ohne Eure aktive Unterstützung verpassen wir diese einmalige Chance aus dem Schatten herauszutreten und unsere Herzensangelegenheit im Licht einer für Bund, Land und Bahn erschreckend großen Öffentlichkeit darzustellen.

Fahrplan

Der Autokorso baut sich nacheinander an den einzelnen Haltepunkten auf.

  1. Sammelpunkt um 12.30 Uhr  Celle/Bahlsen Outlet Parkplatz, dann geht’s gemeinsam weiter über Hassel – Sülze – Katensen – Bollersen, dort grüne Planstraße nach Wohlde an der KWS vorbei zum
  2. Haltepunkt  Wohlde, Sportplatz 13.00 Uhr. Dann gemeinsam weiter Hagen – Nindorf – Widdernhausen – Wietzendorf zum 3. Haltepunkt Castle (Motorradheim)  13.30 Uhr. Dann mit dem kompletten Autokorso über die Autobahn Auffahrt Soltau Ost in Richtung Hamburg bis Abfahrt Ramelsloh.
  3. Dann zur Marxener Straße in 21220 Ramelsloh.

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Es steht und fällt mit Euch. Vielen Dank! P.S.: Aktuelle Infos findet Ihr auf unserer Facebook-Seite (auch ohne Anmeldung einsehbar!)

https://www.facebook.com/pages/Aktionsb%C3%BCndnis-gegen-Trassenneubau/554308751368409 und unter www.trassenabsage.de

Euer Aktionsbündnis gegen Trassenneubau

Der Vorstand Juni  2015


 

01.06.2015 – Infom@il Nr.: 7/2015

 Gemeinsamer Protest!!

I.           Pressemitteilung

II.        In eigener Sache

Liebe Mitglieder und Mitstreiter,

I.           Pressemitteilung

Sternfahrten zur Wyld Whyte Dynner Demo der SGV Y-Gegner.

Am 13. Juni brennt die Heide! Es ist der Tag des Bürgerprotestes gegen die Schienen-Güter-Verkehrs (SGV) Y-Trasse. Die Bürgerinitiativen der betroffenen Regionen fahren mit mehreren Fahrzeugkorsos sternförmig von Süden den geplanten Trassenverlauf entlang in Richtung Norden. Gestartet wird in Bergen, Bispingen, Soltau, Egestorf, Döhle, Brackel und Marxen. Ziel ist die Heimat der nördlichsten Bürgerinitiative Y-Monster, Ramelsloh. Hier findet die finale Kundgebung als riesige Wyld Whyte Dynner Demo statt. Dazu entsteht mitten auf der Marxener Straße vor dem Ort Ramelsloh die längste Picknick-Tafel, die Seevetal je gesehen hat. Alle Bürger sind eingeladen mit Tisch, Stuhl und Picknickkorb und „so weiß wie möglich“ gekleidet zu erscheinen und gemeinsam den Nachmittag zu verbringen. Genau an der Stelle, an der die geplante Trasse die malerische Landschaft durchkreuzt, wartet die Demo-Bühne mit musikalischen Überraschungen und einem SGV-Y kritischen Rahmenprogramm. Auch die vermeintlichen SGV-Y Verursacher, der Bahnchef Rüdiger Grube, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und der Niedersächsische Verkehrsminister Olaf Lies sind eingeladen ihre Standpunkte zu vertreten.

Reinhard Crasemann, Sprecher der BI Y-Monster: „Wir wissen, dass die Herren dieser Einladung folgen können, wenn sie wollen. Ein eigens eingerichteter Hubschrauber-Landeplatz ermöglicht eine schnelle An- und Abreise. Wir werden sehen, wie ernst den Entscheidern der direkte Bürgerdialog ist.“

Die Wyld Whyte Dynner Demo ist bisheriger Höhepunkt des Bürgerprotestes gegen das Milliardenprojekt von Bahn und Bund, mit dem weite Teile der Lüneburger Heide zerschnitten werden und das über 50.000 Menschen direkt als Anwohner betrifft. Aktuell versucht das Land Niedersachsen mit Bund und Bahn im Dialogforum Schiene Nord einen konstruktiven Bürgerdialog zu führen. Nach 3 von insgesamt 8 Sitzungen nimmt der Unmut von beteiligten Bürgerinitiativen zu. Crasemann: „Jeder Experten-Vortrag aus dem Forum produziert mehr Fragen als Antworten. Die Grundannahmen wirken willkürlich und undurchsichtig. Der Nutzeneffekt wird schön gerechnet und statt Strecken zu reduzieren kommen immer mehr Alternativen ins Spiel. Es drängt sich bei vielen der Verdacht auf, dass diese Veranstaltung andere Ziele verfolgt. Noch sind wir dabei, aber unsere Geduld ist endlich.“ Entlang der geplanten SGV-Y-Trasse sind jedenfalls immer mehr Bürger im Alarmmodus und lassen sich offensichtlich nicht mit Alternativen- und Expertenwirrwarr einschläfern. Man darf gespannt sein – auf die weiteren Entwicklungen und auf den 13. Juni in Ramelsloh.

Podiums-Programpunkte während der Wyld Whyte Dynner Demo:

15.30 Uhr Eintreffen der Initiativen und Gäste, Aufbau der Tische.

16.00 Uhr Begrüßung

16.00-17.00 Uhr Musik und Beiträge

ab 17.00 Uhr  Geladene SGV-Y Entscheider

Mit Sonnenuntergang endet die Veranstaltung.

Location:

Ramelsloh, Marxener Strasse ab Einmündung Dependaal

Parkmöglichkeiten:

Einweiser vor Ort leiten zu den ausgeschilderten Parkplätzen.

Presse Centrum:

Die BI Y-Monster hat einen Presse-Service vor Ort eingerichtet. Vertretern der Presse steht ein Presse Centrum (incl. Parkplätze) zur Verfügung. Interviews können auf Wunsch koordiniert werden. Eine Kamera-Drohne ist vor Ort und kann Luftaufnahmen (Bewegtbild und Fotografie) erstellen, die zur Berichterstattung verwendet werden dürfen.

Die Akkreditierung erfolgt vor Ort (Ordner nach „Standort Presse Centrum“ fragen), oder gerne vorab per email bei der AG Presse Medien der BI Y-Monster: agpm@y-monster.de

 

II.       In eigener Sache

Diese Protestaktion ist eine Möglichkeit für jeden, sich einzubringen und deutlich zu machen, dass eine SGV-Y durch unsere Heimat nicht akzeptiert wird.

Berliner Flughafen, Elbphilharmonie oder Stuttgart 21 sind nur drei Beispiele über die mittlerweile ganz Deutschland spricht. Für Bund, Land und Bahn wäre es eine Katastrophe, wenn man über die SGV-Y-Trasse ähnliche Berichte liest. Für uns hingegen wäre es ein Segen, wenn die gesamte Republik den Planern auf die Finger schaut und wenn endlich auch die nationale Presse beginnt, die Tricks und Schummeleien zu hinterfragen, mit denen hier Milliardensummen in der Heide verbuddelt werden sollen.

Diese Aktion muss!! ein Massenauflauf an Menschen und Fahrzeugen werden, die sich beginnend in Celle Richtung Ramelsloh bewegen. Stattet eure Fahrzeuge mit Symbolen und Postern aus. Zusätzlich werden an den Treffpunkten Abzeichen und Möglichkeiten der Kenntlichmachung verteilt. Nutzt bitte diese Möglichkeit und Chance, allen zu zeigen, was wir von den bisherigen Planungen halten und das ein Neubau gegen uns nicht durchsetzbar ist. Die Bedrohung des Neubaus der Trassenvariante SGV-Y hat durch die vorliegenden Unterlagen sowie dem Gutachten an Brisanz zugenommen. Wir stehen in der Rangfolge ganz oben und sind alle gefordert, durch gemeinsame Aktivitäten eine Verhinderung zu erreichen.

Kommt zu unseren Treffpunkten:

12.30 Uhr – Celle, Parkplatz Bahlsen-Outlet-Center

13.00 Uhr – Wohlde, Sportplatz

13.30 Uhr – Wietzendorf, Castle Motorradheim

 

Der Autokorso muss aussehen, wie ein nicht endender Protest und ein unüberwindbarer Widerstand.

Hunderte von Autos, voll besetzt, müssen aus unserer Region den Weg gemeinsam, deutlich gekennzeichnet, Richtung Ramelsloh antreten.

Wir akzeptieren die Zerstörung unserer Heimat, Natur, dessen was wir lieben nicht!

Am 13. Juni 2015 muss die Teilnahme für jeden eine Pflicht sein. Kommt zu den Treffpunkten und fahrt mit!

Solltet ihr noch weitere Fragen haben, meldet euch über info@trassenabsage.de

 

Wir erwarten euch!

Euer Aktionsbündnis gegen Trassenneubau

Der Vorstand

Juni  2015


01.06.15 – Wyld Whyte Dynner: Riesen-Demo gegen SGV-Y

 

Überregionales Treffen der Trassengegner

Am Sonnabend, dem 13. Juni, brennt die Heide! Es ist der Tag des Bürgerprotestes gegen die Schienen-Güter-Verkehrs (SGV) Y-Trasse. Die verschiedenen Bürgerinitiativen der betroffenen Regionen fahren mit mehreren Fahrzeugkorsos sternförmig von Süden den geplanten Trassenverlauf entlang in Richtung Norden. Gestartet wird in Celle, Bergen, Wietzendorf, Soltau, Bispingen, Egestorf, Döhle, Brackel und Marxen. Ziel ist die Heimat der nördlichsten Bürgerinitiative Y-Monster, Ramelsoh. Hier findet die finale Kundgebung als riesige Wyld Whyte Dynner Demo statt. Dazu entsteht mitten auf der Marxener Straße vor dem Ort Ramelsoh die längste Picknick-Tafel, die Seevetal je gesehen hat. Alle Bürger sind eingeladen mit Tisch, Stuhl und Picknickkorb und „so weiß wie möglich“ gekleidet zu erscheinen und gemeinsam den Nachmittag zu verbringen. Genau an der Stelle, an der die geplante Trasse die malerische Landschaft durchkreuzt, wartet die Demo-Bühne mit musikalischen Überraschungen und einem SGV-Y kritischen Rahmenprogram. Auch die vermeintlichen SGV-Y Verursacher, der Bahnchef Rüdiger Grube, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt und der Niedersächsische Verkehrsminister Olaf Lies sind eingeladen ihre Standpunkte zu vertreten.

Reinhard Crasemann, Sprecher der BI Y-Monster: „Wir wissen, dass die Herren dieser Einladung folgen können, wenn sie wollen. Ein eigens eingerichteter Hubschrauber-Landeplatz ermöglicht eine schnelle An- und Abreise. Wir werden sehen, wie ernst den Entscheidern der direkte Bürgerdialog ist.“

Die Wyld Whyte Dynner Demo ist bisheriger Höhepunkt des Bürgerprotestes gegen das Milliardenprojekt von Bahn und Bund, mit dem weite Teile der Lüneburger Heide zerschnitten werden und das über 50000 Menschen direkt als Anwohner betrifft. Aktuell versucht das Land Niedersachsen mit Bund und Bahn im Dialogforum Schiene Nord einen konstruktiven Bürgerdialog zu führen. Nach drei von insgesamt acht Sitzungen nimmt der Unmut von beteiligten Bürgerinitiativen zu. Undurchsichtige Grundannahmen, schöngerechnete Nutzeneffekte und immer neue Alternativen statt einer Reduktion der Trassen versetzen immer mehr Bürger in den Alarmmodus.

Auch das Aktionsbündnis gegen Trassenneubau beteiligt sich an der Aktion. „Wir müssen so viele Leute wie möglich mobilisieren, jeder ist willkommen“, sagt Jan-Hendrik Hohls, Vorsitzender des Bündnisses. „Wir starten in Celle um 12:30 Uhr auf dem Parkplatz des Bahlsen-Outlet-Centers an der Hohen Wende, holen dann um 13 Uhr die Bergener in Wohlde am Sportplatz und die Leute aus Wietzendorf um 13:30 Uhr am Castle (Motorradheim) ab und fahren gemeinsam nach Ramelsloh.“ Jedes teilnehmende Fahrzeug erhält ein entsprechendes Abzeichen zur Kenntlichmachung, diese werden an jedem der Treffpunkte bereits ab 12 Uhr verteilt. „Das Tolle ist, dass wir uns mit zig Gleichgesinnten aus verschiedenen Regionen treffen und zusammen etwas bewegen“, so Hohls. „Nur wenn möglichst viele Menschen mitfahren und Farbe bekennen, können wir deutlich machen, dass wir Heidjer keine wehrlosen Lämmer sind.“

Podiums-Programpunkte während der Wyld Whyte Dynner Demo:

15.30h Eintreffen der Initiativen und Gäste, Aufbau der Tische.

16 Uhr Begrüßung

16-17Uhr Musik und Beiträge

ab 17 Uhr Geladene SGV Y Entscheider

Mit Sonnenuntergang endet die Veranstaltung.

Location:

Ramelsloh, Marxener Strasse ab Einmündung Dependaal

Parkmöglichkeiten:

Einweiser vor Ort leiten zu den ausgeschilderten Parkplätzen.

Presse Centrum:

Die BI Y-Monster hat einen Presse-Service vor Ort eingerichtet. Vertretern der Presse steht ein Presse Centrum (incl. Parkplätze) zur Verfügung. Interviews können auf Wunsch koordiniert werden. Eine Kamera-Drohne ist vor Ort und kann Luftaufnahmen (Bewegtbild und Fotografie) erstellen, die zur Berichterstattung verwendet werden dürfen.

Die Akkreditierung erfolgt vor Ort (Ordner nach „Standort Presse Centrum“ fragen), oder gerne vorab per email bei der AG Presse Medien der BI Y-Monster: agpm@y-monster.de


 

31.05.15 – Zeit für Aktionen!

Liebe Freunde und Mitstreiter,
nach dem Verlauf des letzten Dialogforums wird immer deutlicher, dass die Varianten, die durch unsere Ort- und Landschaften zwischen Soltau und Celle führen, von den Gutachtern sehr positiv bewertet werden. Da sollten bei uns die Alarmglocken schrillen. Die Hoffnung, dass unsere Varianten schnell aus dem Entscheidungsprozess herausfallen würden, hat sich nicht erfüllt. Also alle Mann aufwachen! Die „Das kommt bei uns doch sowieso nicht“-Haltung ist überholt und gefährlich. Wenn wir erreichen wollen, dass die Trasse(n) tatsächlich nicht kommen, müssen wir ab jetzt öffentlich Gehör verschaffen. Also wird es in naher Zukunft Aktionen geben, bei denen es sehr wichtig sein wird, mitzumachen. Spaß machen wird es auch!

Das Dialogforum ist die sachliche Ebene. Dort sind wir argumentativ sehr gut aufgestellt und mit der Mehrheit der Teilnehmer gut vernetzt. Dennoch weisen alle bisherigen Fachbeiträge in unsere Richtung. Wir brauchen also noch eine andere Ebene, auf der wir uns hör- und sichtbar machen. Unser Widerstand muss schnell Fahrt aufnehmen. Bitte verfolgt in den nächsten Tagen Presse, Facebook und Homepage, um zu erfahren, wir alle gemeinsam und mit wirklich positiven Aktionen deutlich zeigen, dass wir uns zu wehren wissen!

Allen Unentschlossenen lege ich ans Herz, sich einmal die Ergebnisse des Arbeitskreises Gesundheit und Verträglichkeit anzusehen, die wir heute auf der Homepage einstellen bzw. bei Facebook posten. Daraus geht hervor, dass beide Trassen nicht nur nicht schön, sondern vor allem vielfältig gesundheitsbelastend und schädlich sind. Vielen Dank an die Mitglieder des Arbeitskreises für die umfassende Recherche und ausführliche Präsentation! http://www.trassenabsage.de/aus-den-arbeitskreisen/

Zur Einstimmung empfehle ich den folgenden Link zur Ansicht:

http://mbs-hbh.die-bahn-baut.de/docs/6/Isophonen_SGV-Y.pdf

Wenn Ihr da die Karten verfolgt, könnt Ihr sehen, wo es Euch ganz persönlich betrifft und wie dicht die Trasse an manchen Wohngebieten vorbei führt (z.B. Karte 1 – Hallo Hehlentor! – direkt durch Euren Vorgarten! – Klein-Hehlen – Vorwerk – Garßen – Scheuen;  oder Karte 4 Bollersen – Salzmoor – Bergen – Wohlde – Hagen – Nindorf). Achtet mal auf die Schallpegeldarstellungen (Wie auch der Karte beschrieben, erfolget die Berechnung mit Schallschutzwand!)

Also in nächster Zeit Presse und Homepage verfolgen, damit wir uns das nicht anhören müssen….

Christian Böker

Aktionsbündnis gegen Trassenneubau


 

23.05.15 Dialogforum Teil 3

Liebe Freunde und Mitstreiter,

gestern hatten Jan-Hendrik und ich das Vergnügen, am 3. Treffen des Dialogforums Schiene Nord teilzunehmen. Für mich war das erste Mal. Diesmal ging es ohne Verzögerung sofort in die Tagesordnung. Geplante Themen waren die Erläuterung der Bedarfsanalyse sowie die Vorstellung der Trassenvarianten nach Überarbeitung durch das Büro Schüßler. Dazu sollten Fragen aus dem Kreis der Forumsteilnehmer beantwortet werden.
Um es kurz zu machen: Bei der Tiefe der Darstellung über die Prozesse der Grundlagen-ermittlungen, Analysesystematiken und Darlegung der Methodik von Prognosen sowie den jeweils häufigen Nachfragen aus dem Teilnehmerkreis muss ich für mich feststellen, dass es zweifelhaft ist, ob es in den verbleibenden vier Veranstaltungen überhaupt leistbar ist, zu einem Ergebnis zu kommen. Die Fülle an Informationen und die Detailtiefe haben mir nicht sehr weitergeholfen. Es rennt die Zeit davon, vor allem, weil das zweite Forum ein Totalausfall war.
Das wichtigste vorweg: Die SGV-Y-Trasse ist vom Tisch. Sie heißt jetzt SGV-I-Trasse, weil der östliche Abzweig weggelassen werden soll. Gemeint sind aber immer noch wir. Ähnlich einzustufen ist die OHE Variante, die ab Soltau genau der SGV Y/I entspricht, aber unter dem Deckmantel Ausbau läuft. Da aber leider viele Kurven zu scharf sind, müsste die Strecke ab Soltau bis Celle neu gebaut. werden Diese Variante ist für uns daher genauso gefährlich.
Mir ist aufgefallen, dass es in allen Vorträgen erhebliche Diskrepanzen zu Kostendaten und Beurteilungen gab. Es wird viel mit Annahmen gearbeitet, die man akzeptieren oder anzweifeln kann. Probleme, die im Vorwege der Trassenfindung geklärt werden müssten, werden als bereits gelöst vorausgesetzt. Unterlagen, die die Forumsteilnehmer gern hätten und bräuchten, werden nicht zur Verfügung gestellt.
Was meine ich damit: Es wird in der Bedarfsprognose ein stetiges Wirtschaftswachstum vorausgesetzt, jährlich 1,14 % des BIP netto, das mag so sein, auch beim uns bevorstehenden demographischen Wandel, bei Fachkräftemangel und Bildungsmisere. Es wird auch eine regional unterschiedliche Entwicklung angenommen, Schrumpfen im Osten Deutschlands, Wachstum im Großraum Berlin, Süddeutschland und Nordrhein-Westfalen, Stagnation im Norden. Das müssen Fachleute beurteilen, ich konnte das nicht, auch wenn ich eine Meinung dazu habe. Schade ist eben, dass alle Wachstumsbereiche (bis auf Nordrhein-Westfalen) auf unsere Seehäfen und unsere Energie (SUEDLINK) angewiesen sind. Wir werden lediglich als Verfügungsraum für Transfertrassen benötigt, ohne eigene Entwicklungsmöglichkeiten. Solche Szenarien werden nicht geprüft.
Als gelöst vorausgesetzt wird bei allen Trassenvarianten, dass die Elbvertiefung kommen wird und das die Problematik die Knotenüberlastungen (bei uns Knotenpunkt Lehrte) gelöst werden können. Wie und zu welchen Kosten wird erst geprüft, wenn die Entscheidung für eine Trassenvariante gefällt worden ist.
Diskrepanzen gab es in Kostenangaben. Unsere SGV-Y-Variante sollte 2,5 Milliarden Euro nach Kostenschätzung der DB-I kosten, bei einer Geschwindigkeit von 160 km/h. Nach der Schüßlerschen Überarbeitung fehlt nun der Ostabzweig, die Kosten liegen bei 1,5 Milliarden Euro, die Geschwindigkeit bei 120 km/h. Unsere nun SGV-I-Variante ist die einzige reine Güterverkehrstrasse im Spiel. Auf Nachfrage wurde einerseits bestätigt, dass die Wirtschaftlichkeit sich erhöhen wurde, wenn auf der Strecke auch Personenverkehr laufen würde. Andererseits wurde vorgetragen, dass die Geschwindigkeit von 120 km/h für Personenverkehr zu langsam ist. Für den Güterverkehr gilt Zuverlässigkeit vor Geschwindigkeit. Für höhere Geschwindigkeiten wird jedoch ein aufwendigerer Unterbau benötigt. Die Kostendifferenz von 1 Milliarde Euro wird durch einen abgemilderten Risikozuschlag (von 30 % auf 10 %) und den Wegfall des Ostabzweigs begründet, der mal mit 200, 400 oder 800 Millionen Euro beziffert wurde. Was denn nun? Die Zahlen passen nicht zusammen. Auch in anderen Varianten wurden und werden Änderungen vorgenommen. Damit wird die Arbeit, diese Planungen zu prüfen und gegeneinander zu gewichten, enorm erschwert, weil sich die Grundlagen immer wieder ändern.
Mir ist auch aufgefallen, dass die GVU-Studie offenbar ganz gezielte Prüfaufträge bzw. Einschränkungen erhalten hat. Bei der Bewertung der ALPHA-Variante steht zu lesen, es gäbe keine Vorteile für den Personenverkehr. Auf Nachfrage, ob denn mit Nachteilen zu rechnen sei, wurde eingeräumt, Auswirkungen oder Optimierungen sollten überhaupt nicht überprüft werden. Warum geht der Punkt dann dennoch negativ in die Bewertung ein?
Das gesamte Zahlenmaterial wird uns nicht zur Verfügung gestellt, so habe ich das jedenfalls verstanden. In den eingestellten Präsentationen fehlt dazu einiges. In nächster Zukunft sollen mit dem Forum Bewertungskriterien aufgestellt werden, die über das Bahnspezifische und die Wirtschaftlichkeit hinausgehen. Also, alle mal mitdenken.
Für mich hat ergibt sich folgende Einschätzung: Wir haben einige Merkmale an unserer Trasse, die von der Bahn durchaus so gewünscht werden. Da ist einmal die Tatsache, dass es sich tatsächlich um eine Netzerweiterung handelt. Es ist außerdem die einzige reine Güterverkehrsstrecke. Das bedeutet, man kann günstiger bauen, weil die für Mischverkehre notwendige Grundgeschwindigkeit nicht gebracht werden muss. Der Knotenpunkt Lehrte ist schon jetzt überlastet, auch ohne SGV-I-Einträge. Ich gehe davon aus, dass seitens der Bahn und der für sie tätigen Gutachter keinerlei Interesse an einem Bestandsausbau besteht. Die Ausbauvarianten werden, obwohl sie für Entlastungen aller Knotenpunkte durch sinnvolle Verlagerung von Verkehren sorgen, per se negativ beurteilt. Die Möglichkeiten eines abschnittsweisen Ausbaus und Inbetriebnahme wurde genau so wenig gewürdigt, wie die Kostensituation oder die Tatsache, dass durch die Ausbauvarianten nicht wesentlich  mehr Wohngebiete und Naturräume belastet werden. Nicht umsonst sind die drei Ranglistenersten der GVU Neubauvarianten.
Es würde mich nicht wundern, wenn am Ende doch die SGV-Y-Variante mit Ostabzweig gebaut wird, und zwar für 5,5 Milliarden Euro, weil alle bisher genannten Kosten nur grobe Schätzungen waren. Das wird bei Infrastrukturprojekten in Deutschland nun mal so gemacht.
Bitte überlegt, welche Bewertungskriterien beim Variantenvergleich aus unserer Sicht zwingend einfließen müssen. Es stellt sich die zentrale Frage für das Verfahren, ob Lüne-burg mit dem Ausbau der Strecke noch mehr Verkehr unter verbesserten Lärmschutz-bedingungen erträgt, oder doch der Neubau einer der Strecken die Bevölkerung in der Stadt Lüneburg entlasten soll. Der Bahn ist es eigentlich egal, wo sie baut, Hauptsache es wird gebaut. Auch das Gerücht, das Bauen unter rollendem Rad sei schwierig, wurde von den Bahn Bevollmächtigten Limprecht und Bischoping dementiert (Nebengespräch Jan-Hendrik Hohls).
Ich habe gestern noch einen netten Witz gehört, wahrscheinlich kennt Ihr denn schon, aber trotzdem:
Treffen sich zwei Freundinnen. Die eine: „Ist doch ätzend, dieser Streik in den Kindertagesstätten. Ich weiß gar nicht, wie ich das mit der Kinderbetreuung  hinkriegen soll!“. Darauf die andere: „ Kein Problem bei uns, mein Mann ist Lokführer……“
Jetzt habe ich doch wieder so viel geschrieben……..

Christian Böker

Aktionsbündnis gegen Trassenneubau

P.S.: Bislang gab es rund 2000 Eingaben von Anliegen im Dialogforum. Die Bürgerbeteiligung im Dialogforum ist auch weiterhin möglich.


 

21.05.15 Was alles so los ist

 

Liebe Freunde und Mitstreiter,

morgen wird sich das Dialogforum zur dritten Sitzung in der Celler Congress Union treffen. Nach dem letzten Treffen kann es ja jetzt nur besser werden. Damit Ihr alle besser auf dem Laufenden gehalten werdet, welche aktuellen Entwicklungen es gibt, will ich versuchen, an dieser Stelle regelmäßig zu berichten und aktuelle Informationen aus den Arbeitskreisen, dem Dialogforum, der Vorstandsarbeit und der Presse auf unserer Homepage einzustellen. Dabei will ich auch versuchen, in den nächsten Tagen einen gewissen Informationsstau aufzulösen.
Was ist also seit der letzten Forumssitzung passiert: Wie wohl alle mitbekommen haben, stand das Dialogforum kurz vor seinem Scheitern. Die große Mehrheit der kommunalen Teilnehmer und der BIs waren einerseits verärgert über die Nichteinhaltung der Zusage termingerechter Zustellung von Unterlagen im Forum, hier im Speziellen eines Gutachtens der BVU Wirtschaft und Verkehr GmbH, das nach oberflächlicher Prüfung auch inhaltlich mehr neue Fragen aufgeworfen als alte beantwortet hat. Daher wurde die gemeinsame Forderung nach einem unabhängigen Gutachter aufgestellt, dessen Honorierung die Landesregierung übernehmen sollte. Diese Bestellung dieses Gutachters ist nun erfolgt:

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Beauftragung von Herrn Dr. Rössler als externem Sachverständigen durch die Agentur vom Hoff ist erfolgt.

Am kommenden Freitag wird im Treffen des Dialogforums angesprochen, wie die Einbindung von Herrn Dr. Rössler in den folgenden Wochen geschehen soll und wie sichergestellt wird, dass alle Teilnehmenden durch ihn als externem Sachverständigen unterstützt werden können.

Folgende Aufgabenbereiche wurden mit Herrn Dr. Rössler vereinbart:

• Teilnahme an den Sitzungen des Dialogforums sowie deren Vor- und Nachbereitung für die Vertreter der verschiedenen Interessengruppen der Forumsteilnehmer
• Analyse und Auswertung der für die Forumsbegleitung notwendigen Unterlagen im Zusammenhang mit dem Dialogforum Schiene Nord und Weiterleitung der Ergebnisse bzw. entsprechender Fragelisten an das Dialogforum
• Prüfung des sachlichen Inhalts der Fragen von den Forumsteilnehmern; Übermittlung der Fragen an die zuständigen Gutachter; Überprüfung der Antworten der Gutachter insbesondere auf Verständlichkeit für die Forumsteilnehmer („Übersetzungsarbeit“ für das Forum)
• Überregionale Abstimmungstermine mit den Interessengruppen der Forumsteilnehmer
• Abstimmung mit der Geschäftsstelle des Dialogforums Schiene Nord
• Dokumentation
Darüber hinaus möchten wir Sie auf eine kleine Änderung der Agenda hinweisen: Herr Dr. Makait kann, anders als zunächst angekündigt, doch eine Teilnahme ermöglichen und wird im Themenblock „Verkehrsprognose 2030“ insbesondere zur Seeverkehrsprognose Stellung nehmen.

Neben der angepassten Agenda finden Sie im Dokumentenbereich auf unserer Website unter „Unterlagen“ auch eine neue Kategorie „Anregungen zu Varianten“. Wir haben nach einer erneuten rechtlichen Prüfung  die betreffenden Dokumente nun auch unter Nennung des Autorennamens hinterlegt. Zum Dokumentenbereich gelangen Sie hier.

Wir freuen uns, Sie am Freitag in Celle begrüßen zu dürfen. Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Die Geschäftsstelle des Dialogforums Schiene Nord

Geschäftsstelle
Dialogforum Schiene Nord
Projektleiter: Daniel Hitschfeld
c/o vom Hoff Kommunikation GmbH
Prinz-Georg-Straße 104
40479 Düsseldorf

Tel.: +49 211 515805 25
Mobil: +49 170 29471 33
Fax: +49 211 515805 55
hitschfeld@dialogforum-schiene-nord.de

Das ist ein wichtiger Schritt, um einerseits eine unabhängige Expertise in die Veranstaltung zu bringen, andererseits die gutachterlichen Aussagen zu prüfen und zu hinterfragen, durch andere, regional wichtige Aspekte zu ergänzen und das Ganze für uns in eine allgemein verständliche Sprache zu übersetzen. Das betrifft vor allem die Bewertungskriterien für die Wirtschaftlichkeit aber auch die ausgewogene Beurteilung von Neubau- und Ausbauvarianten in allen relevanten Punkten, auch der Punkte, die Bahn und Wirtschaft vielleicht nicht so interessieren.
Der Vorstand hat sich in den letzten Wochen eingehend mit den mit uns verbundenen Bis und Vertretern unserer Landkreise und Gemeinden beraten. Wir können dabei einen breiten Konsens mit unserem Leitbild Ausbau vor Neubau feststellen. Alle ziehen an einem Strang. Diese Termine erfordern einen hohen persönlichen Einsatz und wir sollten das dadurch würdigen, weiterhin gemeinsam für unsere Ziele einzustehen und dort, wo es geht, auch anzupacken. Dazu aber demnächst mehr.
Zwischenzeitlich gab es aus dem Moderatorenteam die Beschwerde darüber, die Politik mische sich zur sehr in das Verfahren ein. Das habe ich nicht ganz verstanden. Ich war immer der Meinung, genau dafür hätten wir unsere Volksvertreter gewählt. Also bitte, liebe von uns mit einem Mandat versehene Vertreter, weitermachen.
Für heute habe ich noch zunächst folgende Information, die uns gestern erreicht hat: Die Stadt Celle nimmt nun auch unsere Aktivitäten zur Kenntnis. Man hat uns mitgeteilt, eines unserer Informationsschilder stünde ungenehmigt in einer öffentlichen Grünfläche. Man hat uns aufgefordert, dieses Hinweisschild zu entfernen und uns freundlicherweise die Gebührensatzung für Werbeanlagen in dieser Grünfläche zukommen lassen. Wir danken für diesen Hinweis, weisen aber unsererseits auf einen Auszug aus dem Gutachten der BVU hin:
http://www.dialogforum-schiene-nord.de/downloadcenter/download/0d14947417c3782469ffbf8d70f3f9af
Vor dem Hintergrund, dass demnächst mindestens 219 Güterzüge täglich durch den Celler Hauptbahnhof rollen könnten, fragt man sich, ob da die Perspektive stimmt. Liebe Celler, glaubt nicht, die Y-Trasse gehe Euch nichts an. Wir empfehlen einen Blick auf unsere Trassenkarte und geben noch einen weiteren Gedanken zur Überlegung an die Stadt Celle weiter: Ist es nicht wohl wahrscheinlich, dass die Ausweitung des Schienengüterverkehrs in diesem Maßstab Auswirkungen auf den Personenverkehr haben muss, bei der engen Taktung? Wir in Bergen kennen das ja, nur mit dem Auto oder dem Bus irgendwo hinzukommen……. Also, rührt Euch endlich!
Zu guter Letzt habe ich noch einen weiteren Link für eine Online-Petition- Ausbau statt Neubau des DB-Schienennetzes in Norddeutschland, Hinterlandanbindung der Seehäfen, die wir unterstützen, nämlich folgende:
https://weact.campact.de/petitions/ausbau-statt-neubau-des-db-schienennetzes-in-norddeutschland-hinterlandanbindung-der-seehafen
Bitte unterstützt auch Ihr diese Petition, Meinungsäußerungen kann man nicht genug abgeben. Je mehr Meinung wir sichtbar machen, desto höher steigen unsere Chancen, vor lauter Bahnverkehr nicht überhört zu werden.
Es gibt noch mehr zu besprechen. Dazu melde mich bald wieder, und dann schreibe ich weniger……

Christian Böker
Aktionsbündnis gegen Trassenneubau


09.05.15 – Infom@il Nr.: 6/2015

– Aktueller Stand Eingabe Bürgeranliegen
– SGV-Y nach externen Gutachten weit vorne
– Absprachen mit anderen BI´s
– Weitere Termine

Liebe Mitglieder und Mitstreiter,

die Veranstaltung am 25. März 2015 mit der Gemeinde Wietzendorf und der Stadt Bergen war ein Erfolg. Nicht zuletzt deshalb, weil ihr zahlreich teilgenommen habt und Anliegen inzwischen bei dem Dialogforum Schiene Nord in einer Größenordnung von ca. 1.700 eingegangen sind. Dieses kann aber nur der Anfang sein. Macht bitte weiter so. Schickt Anliegen per Post oder online, sprecht mit euren Nachbarn und Bekannten, fordert und fördert die Eingaben.

In Vorbereitung auf das zweite Dialogforum Schiene-Nord-Treffen in Celle gab es mehrere Zusammenkünfte der Bürgerinitiativen zur gemeinsamen Positionierung und Abstimmung der Vorgehensweise. Bereits während der Vorbereitung der Sitzung des Dialogforums zum 24. April 2015 wurde deutlich, dass das Moderatorenteam die Vereinbarung zu sämtlichen Tagessordnungspunkten, die Unterlagen rechtzeitig, mindestens 14 Tage vor der Veranstaltung den Teilnehmern zu übersenden, nicht eingehalten hat. Die Beantwortung einer eingereichten Fragenliste stand nicht auf der Tagesordnung.
Es liegt eine Prüfliste des BMVI (Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur) vom 9. Februar 2015 vor. Diese enthält ein Schienenausbauvorhaben über deren Aufnahme in der 1. Sitzung des Dialogforums am 13. Februar 2015 erst diskutiert wurde und dann entschieden. Dieses bedeutete, dass die Diskussion im Forum „Makulatur“ gewesen ist.
Die Tagesordnungspunkte des Termins am 24. April 2015 sind nicht fristgerecht zugestellt worden. Sämtliche Unterlagen, Protokolle, Präsentationen etc. wie z. B. Methodenvorstellung, Ergebnis der verkehrlichen Umlegung, erste gesamtwirtschaftliche Einschätzung fehlten den Teilnehmern vorab.

Wie bereits oben beschrieben, haben der Informationsfluss und die fehlende Vorbereitung zu den Problemen und fast Scheitern in der 2. Forumssitzung geführt.

Aus den Medien habt ihr erfahren können, dass die Agentur vom Hoff als Moderatorenteam des Dialogforum Schiene-Nord sich gegen den politischen Druck wehrt. Das sehen wir völlig anders! Ganz im Gegenteil, wir  fordern unsere gewählten politischen Vertreter auf, sich weiter einzumischen und die Interessen der Region zu vertreten. Wir wollen und brauchen diese Unterstützung. Das haben wir Herrn Marcel Winter von der Agentur vom Hoff nochmals deutlich in unserem Schreiben vom 7.5.2015 mitgeteilt. Dieses Schreiben ist euch bereits bekannt.

Das übermittelte Gutachten der BVU-Wirtschaft und Verkehr GmbH  kommt auf der letzten Seite zu nachfolgendem Fazit:

Die Gesamterstbewertung führt zu dem Ergebnis, dass wir bei der Strecke Ashausen-Unterlüß und dem klassischen Y im Rahmen einer Bewertung nach dem BVWP von einer gesamtwirtschaftlichen Rentabilität ausgehen können. Das positive Ergebnis resultiert im Wesentlichen aus dem Tatbestand, dass sowohl im Personen- als auch im Güterverkehr nennenswerte Nutzeneffekten zu erwarten sind. Das klassische Y schneidet im Gesamtergebnis ganz knapp besser ab, aber die Ergebnisse liegen so nah beieinander, so dass kleinste Veränderungen der Annahmen auch die Reihenfolge verändern können. Mit positiven, jedoch schwächeren Ergebnissen ist beim SGV-Y und bei Ashausen-Suderburg zu rechnen. Der Ausbau der beiden Bestandsstrecken, die VCD-Lösungen und die Amerikalinie sind mit so geringen Effekten verbunden, dass eine Wirtschaftlichkeit nicht erwartet werden kann.

Die Ergebnisse zu der Kombination aus Heidebahn und OHE Strecke und der Alpha-Lösung fallen aktuell noch ungünstig aus. Beide Maßnahmen erzielen jedoch gute verkehrliche Wirkungen, wenngleich sie sich auf den GV (Güterverkehr) konzentrieren.

Berücksichtigt man, dass bei einer späteren Bewertung im Rahmen der BVWP einige Nutzenkomponenten weit detaillierter ermittelt werden und dass der implizite Nutzen und der Nutzen aus Zuverlässigkeit im Güterverkehr noch zu berücksichtigen ist, dann könnten bei beiden Varianten im Zusammenhang mit einer weiteren Optimierung der Investitionskosten, Nutzen-Kosten-Verhältnisse um die 1 erzielt werden. Insbesondere bei der Alpha-Lösung müssten die einzelnen Teilmaßnahmen auf ihren Nutzenbeitrag geprüft und neu zusammengestellt werden. Bei der Kombination aus Heidebahn und OHE Strecke dürfte im Wesentlichen eine autobahnnähere Streckenoptimierung im nördlichen Bereich im Vordergrund stehen.

Diese Bewertung führt dazu, dass die SGV-Y in der Rangliste höher steigt und von uns alle Anstrengungen notwendig sind, unser Leitbild Ausbau der Bestandsstrecken, insbesondere der Alpha-Lösung durchzusetzen!

Auf der Dialogforumssitzung am 24. April 2015 hat der Landrat Bunge (Lüneburg) einen externen Sachverständigen (Herr Rösler) gefordert, der die Unterlagen des BVU bzw. die Darstellung prüfen soll, unter Übernahme der Kosten durch das Land Niedersachsen. Dieser Antrag wurde im Forum abgestimmt und beschlossen. Inzwischen gibt es eine Bestätigung von Herrn Minister Lies, dass die Kosten für das Gutachten übernommen werden. Hintergrund dieser Aktion ist, dass die Bewertung/Kriterien geprüft werden um den Neubau, im speziellen zum Ausbau, auf den Prüfstand zu stellen.

Am Montag, dem 4. Mai 2015 fand ein Treffen der BI´s mit dem Hauptthema Gutachten BVU statt. Bei dieser Veranstaltung hat Herr Rösler als vorgeschlagener Gutachter sich den Bürgerinitiativen vorgestellt und zu dem Gutachten BVU Stellung genommen. Es wurde besprochen:

–      Ausbau geht vor Neubau

–      Das Fragen formuliert werden müssen, um im Forum den Neubau wegzudiskutieren.

–      Die Knotenpunkte in dem Gutachten nicht ausreichend bedacht worden sind und jede Neubaustrecke eine zusätzliche Belastung dieser Knoten ist und zu keinem Entlastungsergebnis führt.

–      Der Transport der Güter von West nach Ost wird in den Darlegungen vernachlässigt

–      Die Strecke Uelzen-Stendal ist bereits zweigleisig und elektrifiziert. Auch dieser Punkt wird in dem Gutachten falsch dargestellt.

–      Vorlage einer nachvollziehbaren und transparenten Bedarfsanalyse für Zugverkehr im norddeutschen Raum

–      Optimaler und qualifizierter Emissionsschutz bei zukünftigen Schienenausbaumaßnahmen

–      Finanzierung von Sachverständigen zur Unterstützung der Bürgerinitiativen gemäß Koalitionsvertrag

All diese Punkte werden unsere Mitstreiter und Fachleute Herr Thürk und Herr Streit herausarbeiten, um die Akzeptanz und Möglichkeit Ausbau vor Neubau zu realisieren.

Als weitere Termine sind geplant:

Am 11. Mai 2015 wird eine Vorstandsitzung stattfinden

Am 18. Mai 2015 ein Treffen im Bereich des Landkreises Celle aller Celler
Vertreter, die im Dialogforum Schiene-Nord Teilnehmer sind.

Am 19. Mai 2015 findet ein Zusammentreffen in Bispingen aller Teilnehmer im Dialogforum aus dem Heidekreis statt.

Am 22. Mai 2015 ist der 3. Termin Dialogforum Schiene-Nord in Celle.

Unser Ziel ist es, in Gemeinsamkeit mit möglichst vielen Bürgerinitiativen den Abtransport des Güterverkehrs aus den Seehäfen in den Süden und den Osten zu erreichen, ohne Nachteile für den Personenverkehr in Kauf nehmen zu müssen. Wir sind nach wie vor der Meinung, dass wir das über den Ausbau der Bestandsstrecken erreichen können. Nutzt weiter die Gelegenheit, ständig weiter Anliegen, Argumente, Fakten, Daten über die gegebenen Möglichkeiten ins Forum einzubringen. Jede Teilnahme hilft euch und uns.

Parallel zu den Aktivitäten um die Bahn ist die Stromtrasse ein Thema für uns. Auch hier werden Termine wahrgenommen. Am 5. Mai 2015 fand eine Informationsveranstaltung statt. Am Samstag, den 9. Mai 2015 ist eine Ortsbesichtigung im Emsland Erdkabel-Baustelle vorgesehen.

Die Entwicklungen in den letzten Wochen, insbesondere das jetzt vorliegende Gutachten, haben den Kampf gegen die Neubaustrecken erschwert. Die uns bedrohende Variante SGV-Y ist in der Rangliste nach oben gerutscht!! Wir sind alle gemeinsam gefordert, das zu verhindern.

Euer Aktionsbündnis gegen Trassenneubau

Der Vorstand


09.05.15 – Bürgerinitiativen im Dialogforum Schiene Nord

 

Dank der Bereitstellung der BVU-Studie kurz vor der 2. Sitzung des Dialogforums Schiene Nord (DSN) sowie der im Nachgang dazu bereitgestellten Präsentation ist nun endlich eine ganz andere inhaltliche Diskussion der Infrastrukturvarianten möglich. Wir als BI-Vertreter sehen das als einen wichtigen Beitrag an für eine fundierte und neutrale Erörterung der Vor- und Nachteile der vorliegenden Varianten. Schließlich wollen auch die Bürgerinitiativen ihren Beitrag dazu leisten, dass das Beteiligungsverfahren in einer „sinnvollen“ Trassenempfehlung mündet.

Ungeachtet dieser ersten positiven Einschätzung ist allerdings festzuhalten, dass mit den neuen Unterlagen erheblicher Diskussionsbedarf ausgelöst worden ist, zum Teil mehr Fragen entstanden sind, als Antworten zu finden sind. Einige Irritationen sind sicherlich dem Zeitdruck geschuldet, mit dem gearbeitet wurde, z.B. an dem BVU-Gutachten.

Im Einzelnen sind aus unserer Sicht folgende Aspekte zu kritisieren und zu hinterfragen (keine vollständige Aufzählung)

• Seit Anfang März liegt der Forderungs- und Fragenkatalog der BI vor. Er enthält dezidierte Punkte u.a. zur Regionalisierung der Verkehrsprognosen. Auf diese wird auch in den Präsentationen nicht eingegangen. Insgesamt entsteht der Eindruck, von einigen wenigen Ausnahmen vielleicht abgesehen, dass nunmehr das in Präsentationsform wiedergegeben wird, was ohnehin der „fleißige Leser“ den vorliegenden offiziellen Prognosedokumenten entnehmen konnte. Auf der 2. Sitzung fiel der Begriff „betreutes Lesen“. Dies war und ist nicht im Sinne eines auf Dialog ausgelegten Forums. Diese Inputs nehmen aus unserer Sicht keinen Bezug zu unseren inhaltlichen Forderungen (s. Anhang). Wir fordern daher nachdrücklich, dass auf diese Forderungen und Fragen nunmehr eingegangen wird.

• Präsentationen, wie z.B. die von DB Netz, arbeiten auf einem sehr hohen Abstraktionsniveau. Dies erlaubt u.E. keine Erörterung dessen, was aus unserer Sicht jedoch als „relevant“ betrachtet werden muss.

• Die BVU-Studie offeriert „Lösungsmöglichkeiten“ für ein Schienenverkehrs“problem“ in Norddeutschland; das eigentliche Ziel, im DSN primär für den SGV/Hinterlandverkehr eine Lösung zu suchen, wird damit „aufgeweicht“. Die „Erst-Einschätzungen“ des BVU-Beraters sind in ihrer bisherigen öffentlichen Darstellung als kontraproduktiv zu werten. Aus Sicht der BI können diese Einschätzungen jedoch nicht überzeugen und werden als finale Entschei-dungs¬grundlage abgelehnt.

o Vergleichsweise unwichtig erscheint zunächst, dass es Zitate aus der Seehafenprognose gibt, die nicht mit der Originalunterlage übereinstimmen
.
o Die Argumentation zu den Trassenvarianten selbst erscheint nicht frei von übergeordneten Interessen, Chancen der NBS werden betont, u.a. ausgelöst durch unterstellten Nutzen des „schnellen Personenverkehrs“. Risiken werden hingegen verneint oder bleiben unerwähnt. Bei den ABS ist es umgekehrt.
Welche Aufgabe hat das Dialogforum? Nach dem Studium des BVU-Gutachtens geht es im Ergebnis um den schnellen Personenverkehr. Auftragsgemäß soll aber der Hafenhinterlandverkehr und damit der Güterverkehr betrachtet werden. Wie passt das zusammen?

o Die (auch von offizieller Seite) als kapazitätskritisch eingeordneten Bahnknoten (Bremen, Hamburg, Hannover) werden als solche in ihrer Problematik faktisch verneint. Wie soll ein unveränderter Eisenbahnknotenpunkt zusätzlichen Verkehr aufnehmen? Kapazitätssimulation?
Ebenso ausgeblendet wird die Tatsache, dass SGV der Seehäfen schienenwegebedingt zunächst „nach Osten“ fahren muss, um anschließend abzubiegen „nach Süden“. Stattdessen wird „Verkehr“ in Richtung „Osten“ relativiert und damit ost-west-gehende Infrastruktur inkl. „Ost-Korridor“ schlecht argumentiert. Diese Sicht kann nicht im Interesse von Seehäfen und Anrainern liegen.
o Werden sich für die Menschen in der untersuchten Region beim Bau der
Neubaustrecken hinsichtlich der Erreichbarkeit des hochwertigen Reisezugverkehrs
Veränderungen ergeben, wenn ja welche?

o Die (unzulängliche) Variantenbewertung erfolgte bislang ohne erkennbaren Bezug auf das Kriterium „Umsetzungsdauer“ für eine Maßnahme. Dies ist jedoch von entscheidender Bedeutung, da das derzeitige Schienennetz im „Dreieck“ Bremen, Hamburg und Hannover bereits heute größtenteils überlastet ist. Bei weiterhin anhaltenden Zuwächsen insbesondere im Hinterlandverkehr müssen sehr zeitnah nennenswerte Kapazitätserweiterungen erreicht werden. Auf dieses Thema wird nicht näher eingegangen, insbesondere wenn auf die bekannten Realisationszeiträume von NBS geblickt wird. Können NBS in dieser Hinsicht zielführend sein?

o Qualitätskriterien für den SGV werden ignoriert, was ökonomisch für die Güterbahnen verheerende Auswirkungen auf deren Ressourceneffizienz bzw. das Kostenniveau hat. Wie könnte eine low-cost-Variante für den Güterverkehr aussehen? Welcher finanzielle Einsatz ist wirtschaftlich und gesellschaftlich vertretbar?

o Die in der BVU-Studie vorgestellten NBS-Varianten sollen nicht nur das erhöhte            Transportvolumen 2030 aufnehmen, sondern auch anteilige Transportvolumina der jeweiligen Bestandsstrecken. Bei nur gering fallenden Unterhaltungskosten entsteht ein deutlich höherer Fixkostenanteil für den verbleibenden Schienenverkehr auf den Bestandsstrecken. Welcher negativer Nutzen wird wo erfasst, oder wem angelastet?

o Es fehlt die Darstellung (pro Zugfahrt getrennt nach Rz und Gz) des Trassenpreises (nach
jetzigem Stand)  für die geplanten NBS im Vergleich zu den bekannten Bestandsstrecken

o Für die erkennbar favorisierten Projekte werden andere Ausbauzustände im Netz 2030 (Bezugsnetz) unterstellt als für andere Varianten. Dies führt u.a. zu deren Abwertung.

o Nicht nachzuvollziehen (und nicht zu akzeptieren) sind die zum Teil sinnentstellenden Änderungen an den Trassenvorschlägen selbst, die verkehrliche Begründung erschließt sich nicht. Eine neutrale Bewertung der Trassenvorschläge im Originalzustand bleibt ebenfalls auf der Agenda.

o Wann erfolgt eine zweite oder finale Bewertung und wie wird diese ausschauen im Hinblick auf problembezogene, belastbare und transparent ermittelte Aussagen?
Alles im allem ergibt sich auch zum heutigen Zeitpunkt ein sehr gemischtes Bild. Dabei wird nicht verkannt, dass inzwischen wichtige Informationen für ein besseres Verständnis bereitgestellt wurden. Es zeigen sich aber auch offene Punkte, die nach Ansicht der BI zu behandeln  sind:

• Wir als BI müssen darauf bestehen, dass belastbare Antworten auf gestellte Fragen (Plausibilität Seeverkehrsprognose 2030 und Verflechtungsprognose 2030, Umlegung usw.) geliefert werden (Pos. 1-3 unseres Katalogs). Wenn dies nicht zum nächsten Forum erfolgt, erbitten wir eine entsprechende und verbindliche Terminangabe. Ggf. sind diese Themen mittels externem Sachverstand hinsichtlich ihrer Plausibilität zu überprüfen. Sind die erstellten Prognosen plausibel? Stimmen frühere Prognosen mit der Gegenwart überein? Wie groß ist die Bandbreite der gelieferten Daten?

• Die von BVU vorgelegten Aussagen sind für die Original-Varianten aus dem DSN zu treffen; selbstverständlich sind einvernehmlich im DSN vorgenommene Änderungen an diesen Va-rian¬ten möglich. Dabei ist zu ebenfalls zu erläutern, „wie gerechnet“ wird. Dies gilt u.a. auch für die Umrechnung von Güteraufkommen in Zugverkehr und dessen Umlegung auf Infra-strukturkorridore. Für alle Varianten sind einheitliche Kriterien und Prämissen anzuwenden. Welche Kriterien fließen in die K-N-Berechnung mit welcher Gewichtung ein?

Angesichts des aktuellen Diskussionsstands wurde zunächst davon abgesehen, weitere Einzelfragen aufwerfen. Dieses wird zu gegebener Zeit nachzuholen sein, wenn es sich konkret aus dem Fortschritt des Dialogprozesses ergibt.
Gemeinsame Forderungen der Bürgerinitiativen
1. Vorlage einer nachvollziehbaren und transparenten Bedarfsanalyse für Zugverkehr im norddeutschen Raum
2. Ausbau vor Neubau
3. Schwerpunkt aller Betrachtungen ist Fokussierung auf den Güterverkehr
4. keine Einschränkung des Personenverkehrs in der Region
5. Untersuchung der „Alpha“-Variante, ggf. in modifizierter Fassung
6. optimaler und qualifizierter Emissionsschutz beim zukünftigen Schienenausbaumaßnahmen
7. Entlastung der Knotenpunkte Hamburg, Bremen und Hannover
8. Finanzierung von Sachverständigen zur Unterstützung der Bürgerinitiativen gemäß Koalitionsvertrag
9. Bereitstellung und Erläuterung aller Unterlagen, die das Verfahren betreffen (insbes. Kosten/Nutzenanalyse, Zeitplanung der Umsetzung je Variante)

Die vorstehenden Forderungen werden von folgenden Bürgerinitiativen unterstützt:

AFDO Aktionsbündnis für die Ostheide e.V.
Aktionsbündnis gegen Trassenneubau
BI Barnstedt BBN
BI Keine Trasse durch Gellersen
Bürger für eine lebenswerte Wedemark.eV.
Bürger für Umwelt (BfU) e.V.
Bürgerbündnis Nordheide e.V.
Bürgerforum Burgwedel e.V.
Bürgerinitiative gegen Schienenlärm –
Hannover-West
Landesverband Bürgerinitiativen
Niedersachsen e.V.
Pro-Lebensraum-Eimke-Wriedel e.V.
Umweltschutzverband Bothel/Brockel e.V.


 

27.03.15 – Zwei Minuten für die Rettung der Heimat

Jeder Bürger muss selbst mithelfen, die SGV-Y-Trasse zu verhindern

 

Kommt die Güterzug-Neubautrasse mitten durchs Bergener Stadtgebiet oder nicht? Der Entscheidungsprozess zu dieser Frage ist jetzt an einem besonderen Punkt angelangt: Nun geht es darum, die individuellen Anliegen der Einwohner zu sammeln und in das entsprechende Gremium einzubringen. Wie die Menschen aus der betroffenen Region aktiv helfen können, das Schlimmste zu verhindern, war das Thema eines Abends im Bergener Stadthaus, zu dem die Bürgermeister von Bergen und Wietzendorf zusammen mit dem Aktionsbündnis gegen Trassenneubau geladen hatten.

 

Neben Jan-Hendrik Hohls und Volker Thuerk vom Bündnis und den Bürgermeistern Rainer Prokop und Uwe Wrieden sprach Daniel Hitschfeld zu den weit über 400 Gästen. Hitschfeld repräsentierte zusammen mit einem Info-Stand-Team die „Geschäftsstelle Schiene Nord“. Sie gehört zu dem von der niedersächsischen Landesregierung engagierten Unternehmen „vom Hoff“ und hat die Aufgabe, die Diskussion um die Y-Trassen-Varianten neutral zu moderieren. In seinem Vortrag erläuterte Hitschfeld die Vorgänge im „Dialogforum Schiene Nord“, das in der Celler Union tagt. In diesem Gremium sitzen Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verbänden sowie Bürgerinitiativen. Sie alle zusammen bereiten eine Entscheidung für oder gegen eine der infrage kommenden Trassenvarianten vor, indem sie die ihnen vorliegenden Argumente besprechen.

Und an dieser Stelle kommen die betroffenen Einwohner ins Spiel: Jeder einzelne Bürger kann einfach und ohne Aufwand eigene Argumente – entweder per Email oder per Postkarte – in das Dialogforum einbringen. Sei es die Angst vor der Entwertung des Eigenheims, sei es die Bedrohung der Birkhuhnbestände, die Gefährdung der eigenen wirtschaftlichen Existenz oder die Befürchtung, dass der Schienenlärm vor der Haustür die Gesundheit bedroht – jede Eingabe, die sich konkret degen die Variante SGV-Y ausspricht, ist willkommen. Die „Geschäftsstelle Schiene Nord“ sammelt die Argumente, ordnet sie Themenbereichen zu und setzt sie in der Congress-Union auf die Tagesordnung. „Dabei erhält jede Postkarte und jede Email einen Code“, erklärte Hitschfeld, „der ermöglicht es dem Absender, genau nachzuverfolgen, was mit seiner Einsendung geschieht und wann das Argument in Celle zur Sprache kommt.“ Auch wenn man mit dem Ergebnis der Besprechung unzufrieden sei, könne man sich mit dem Code erneut an die Geschäftsstelle wenden und für Nachbesserung sorgen.

Alle anderen Redner des Abends machten deutlich, wie wichtig es ist, dass möglichst viele Bürger ihre Postkarte oder Email abschicken. „Es wird mit Sicherheit auch anhand der Postleitzahlen festgestellt werden, von wo die meisten Einsendungen kommen, weil man daran sieht, wo der Widerstand gegen den Trassenneubau am stärksten ist“, sagte etwa der Bündnisvorsitzende Hohls. Ein Fehler sei es zu meinen „das wird schon das Aktionsbündnis oder jemand anders für mich machen.“

So waren denn auch nach den Vorträgen alle vom Aktionsbündnis bereitgestellten mobilen Computerarbeitsplätze, an denen man seine Eingabe machen konnte, belegt und die wenigen von der Geschäftsstelle vor Ort zur Verfügung gestellten Postkarten sofort vergriffen. Allerdings sind weitere Formulare in den Bergener und Wietzendorfer Rathäusern kostenlos erhältlich. Noch einfacher geht es über den Link zum kinderleichten Online-Eingabe-Formular, den man auf dialogforum-schiene-nord.de oder der Seite des Bündnisses trassenabsage.de findet. Auf letzterer gibt es auch Anregungen und Tipps zur Auswahl sinnvoller Argumente für die eigene Eingabe. Hohls: „Zwei Minuten für die Rettung unserer Heimat vor sinnloser Zerschneidung und Zerstörung sind sicher nicht zuviel.“

 


23.03.15 – Bürgereingabe in das Dialogforum

Auf dem nachfolgenen Link können Sie Ihr Bürgeranliegen direkt eingeben:

http://www.dialogforum-schiene-nord.de/kontaktformular

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12.03.2015 – Infom@il Nr.: 4/2015

Liebe Mitglieder und Mitstreiter, Y-Trasse: Jetzt sind die Bürger gefragt, jede Eingabe zählt! Bei der Diskussion um die Y-Trasse sammelt die Geschäftsstelle des Dialogforums Schiene-Nord noch bis zum 25. April Argumente der einzelnen Bewohner betroffener Regionen. Diese sollen in die Sitzungen des Forums in der Celler Congress-Union einfließen. Viele Menschen wissen jedoch nicht, wie sie dabei genau vorgehen können. Die Stadt Bergen, die Gemeinde Wietzendorf und das Aktionsbündnis gegen Trassenneubau werden deshalb am Mittwoch, dem 25. März 2015 um 19.00 Uhr eine Veranstaltung zum Thema „Y-Alternativen / Dialogforum Schiene-Nord“ im Stadthaus in Bergen abhalten. Siehe nachfolgende Einladung: EinladungV1 „Ziel ist es zum einen, unsere zahlreichen Mitglieder sowie die Bürgerinnen und Bürger über den Stand der Diskussion in Sachen Y-Alternativen, die Arbeitsweise des Dialogforums sowie dessen geplanten Verlauf zu informieren“, sagt Jan-Hendrik Hohls vom Aktionsbündnis. „Zum anderen wollen wir erklären, wie die persönliche Eingabe von Argumenten funktioniert“, so Hohls. Dazu wird es einen Vortrag eines Mitarbeiters der Geschäftsstelle Dialogforum Schiene-Nord geben. Außerdem sei geplant, den Gästen eine direkte Eingabe von Argumenten vor Ort zu ermöglichen. Hintergrund der Veranstaltung ist, dass trotz der im Internet vielfältig verfügbaren Informationsquellen noch viele Fragen offen sind. Hohls: „Zwar gab es in Celle Infostände des Dialogforums, doch ist es für die meisten Wietzendorfer und Berger ein weiter Anfahrtsweg in die Celler Innenstadt und ein Besuch des Infostands war darüber hinaus unmöglich, da die Termine mitten in der Woche und während der normalen Arbeitszeit lagen.“ Der Standort Bergen liege dagegen ziemlich zentral und direkt an der SGV-Y-Trasse und ein Abend-Termin ermögliche mehreren Interessierten eine Teilnahme. Das Besondere an diesem Abend: Bisherige Veranstaltungen des Aktionsbündnisses seien von dem Ziel geprägt gewesen, zu zeigen, dass sich viele Menschen gegen die Variante SGV-Y und für den Ausbau von Bestandsstrecken aussprechen. Diesmal gehe es dagegen darum, den Verlauf der Sach-Diskussion verständlich zu machen und jeden Bürger in die Lage zu versetzen, aktiv zu argumentieren. „Deshalb ist es gerade jetzt besonders wichtig, dass viele Leute ins Stadthaus kommen“ so Hohls. Euer Aktionsbündnis gegen Trassenneubau Der Vorstand im März 2015


 

23.02.15 – Y-Trasse:Aktionsbündnis verleiht Protestkreuze an interessierte Bürger

Sie erregen Aufmerksamkeit und sie symbolisieren den Widerstand: 500 Protestkreuze markieren seit Mitte November den Verlauf der SGV-Y-Trasse zwischen Soltau und Celle. Sollte die Bahn diese Neubau-Variante tatsächlich umsetzen, wüchse dort, wo die Kreuze jetzt stehen, buchstäblich kein Gras mehr. Schlimmer noch: Die betroffenen Flächen gingen für jegliche Nutzung verloren. Da sie aber gebraucht werden, müssen nun auch die Kreuze weichen.

Deshalb sucht das Aktionsbündnis gegen Trassenneubau Freiwillige, die ein solches Kreuz bei sich zu Hause aufstellen möchten. „Mit dem Frühjahr beginnen in Kürze wieder verstärkte landwirtschaftliche Arbeiten auf den betroffenen Flächen“, sagt Hans-Dietrich Kuhlmann vom Aktionsbündnis. „Deshalb müssen wir die Protestkreuze jetzt abbauen.“ Allerdings werde man sie eventuell gegen Ende des Jahres wieder an der alten Stelle platzieren. Bis dahin sollen sie interessierten Bürgern leihweise zur Verfügung gestellt werden, die sie bei sich zu Hause aufstellen möchten, um ein persönliches Zeichen zu setzen. „Die Idee ist, den Widerstand gegen die Trasse stärker direkt in den Ortschaften sichtbar zu machen“, so Kuhlmann. Am Sonnabend, dem 28. Februar, bauen Mitglieder des Bündnisses die Kreuze ab.

Wer für eines davon die Patenschaft übernehmen möchte, kann sich bis dahin bei den für die einzelnen Ortschaften zuständigen Ansprechpartnern melden. Dies sind Jan-Hendrik Hohls (Becklingen), Fabian Ahrens (Bergen, Dohnsen, Wohlde), Carsten Iseken (Bleckmar), Cord Otte (Bollersen, Katensen, Offen), Hans-Jürgen von Harling (Eversen), Bernd Otte (Groß Hehlen), Hans-Dietrich Kuhlmann (Hagen), Hans-Heinrich Kohrs (Hustedt), Carsten Thies (Nindorf), Frank Kramer (Scheuen), Sebastian Salie (Sülze), Ehepaar Ahrens (Wardböhmen), Christoph Wrogemann (Wietzendorf).


10.02.15 – Neuer Protestzug leitet nächste Phase des Y-Widerstands ein

Klare Absage an die Neubaupläne der Bahn: Rund 200 Menschen haben am vergangenen Sonntag in Wietzendorf gezeigt, dass der Widerstand gegen die Y-Trasse kein Strohfeuer ist. Im Gegenteil: Laut dem Aktionsbündnis gegen Trassenneubau geht es jetzt erst richtig los. Anlass des Treffens war die Fertigstellung eines gewaltigen Protestsymbols: Bereits vor Weihnachten hatten Mitglieder des Bündnisses links und rechts der Straße im Ortsteil Bokel zwei Bahndämme aufgestellt, wie sie das Land zerschneiden würden, wenn die Neubauvariante SGV-Y gebaut würde. Auf einen hatten sie einen nachgebauten Güterzug mit einer Dampflokomotive platziert. Am Sonntag wurde das Werk vollkommen: Die bisher leere Stelle „ziert“ nun das Modell eines ICE-Triebkopfs, an den mehrere Güterwaggons hängen. „Ein beeindruckendes und zugleich beängstigendes Mahnmal“, sagte Christoph Wrogemann vom Aktionsbündnis in seiner Ansprache an die vielen Besucher. Dessen Fertigstellung markiere nicht etwa das Ende des Protests, sondern den Einstieg in eine neue Phase: Waren es bisher öffentlichkeitswirksame Aktionen wie diese, die im Mittelpunkt standen, gelte es von nun an, mit guten Argumenten in das „Dialogforum Schiene Nord“ zu gehen, das am 13. Februar in der Celler Congress Union beginnt, und Überzeugungsarbeit zu leisten. Das Forum ist ein von der Landesregierung initiiertes Gremium, das die verschiedenen vorliegenden Varianten zur Verbesserung des Schienengüterverkehrs in Norddeutschland diskutieren und eine Empfehlung an den Bundestag abgeben soll. Der wird dann letztendlich darüber entscheiden, ob ein Trassenneubau wie zum Beispiel die die Südheide gefährdende Variante SGV-Y stattfindet oder ob Bestandsstrecken ausgebaut werden. Dem Forum gehören neben Vertretern der Bahn, der Politik und Wirtschaft auch Bürgerinitiativen wie das Aktionsbündnis gegen Trassenneubau an. „Mit den anderen im Forum vertretenen Bürgerinitiativen haben wir uns auf eine Position geeinigt“, so Wrogemann, „nämlich: Bestandsstreckenausbau statt Neubau von Naturzerstörungsstrecken.“ Auch die hiesigen Vertreter der Politik seien auf der Seite des Bündnisses. Letzteres zeigte sich auch in den Worten der anderen Redner: Bokels Ortsvorsteher Heinrich Borchers, der Wietzendorfer Bürgermeister Uwe Wrieden, die Kreistagsfraktionsvorsitzende der Grünen Annegret Pfützner und die CDU-Landtagsabegordnete Gudrun Pieper betonten unterschiedliche Einzelheiten des Themas, zeigten sich aber grundsätzlich einig in der Anerkennung der Arbeit des Aktionsbündnisses und in der Ablehnung des Neubaus von Güterzugtrassen. Trotz dieser erfreulichen Signale aus der Umgebung und der Politik, sei das Ziel des Bündnisses aber noch längst nicht erreicht, sagte Wrogemann. „Noch ist offen, wie verbindlich die Ergebnisse des Forums sein werden und ob diese Veranstaltung entgegen aller Versprechungen der Landesregierung nicht doch eher eine süße Beruhigungspille für die um ihre Zukunft fürchtenden Menschen sein soll.“ Deshalb sei es wichtig, weiter auch in der Öffentlichkeit Präsenz zu zeigen. In der jetzigen Phase gehe es also nicht mehr ums „Wachrütteln“ der Südheide, sondern ums „Wachsamhalten“ der Bevölkerung, damit der Protestzug auch bei einem Scheitern des Dialogforums nicht an Fahrt verliere. Wie gesagt, ab dem 13. Februar geht es erst richtig los. Bokel080215_2450


02.02.15 – Der Protestzug gegen die Y-Trasse nimmt am 8. Februar Fahrt auf

Kurz vor Weihnachten haben Mitglieder des Aktionsbündnisses gegen Trassenneubau in Bockel, einem Ortsteil von Wietzendorf, ein Güterzugmodell auf einem schon vorher errichteten symbolischen Bahndamm aufgestellt. Dieser Zug hat eine Dampflokomotive als Zugmaschine, die ein Zeichen dafür ist, dass der Widerstand gegen die geplante Neubau-Strecke SGV-Y langsam startet. Am Sonntag, dem 8. Februar, wird dieser Protest ab 13 Uhr symbolisch an Fahrt aufnehmen. Dann wird auf der gegenüber liegenden Straßenseite ein Protestzug mit einem ICE-Triebkopf auf den Bahndamm gestellt und damit das Mahnmal gegen den Trassenneubau vollendet. „Damit wollen wir unsere Vertreter des Aktionsbündnisses unterstützen, die beim Dialogforum-Schiene-Nord am 13. Februar in Celle dabei sein werden“, so Heiner Grünhagen vom Bündnis. „Wir wollen verhindern, dass das Herz der Lüneburger Heide durch einen Trassenneubau zerschnitten wird.“ Die Öffentlichkeit sei herzlich eingeladen, dabei zu sein. Der Zug wird in der Ortschaft Bockel auf dem Acker der Familie Winkelmann aufgebaut und ist direkt an der Straße, die von der Bundesstraße 3 nach Wietzendorf führt.


02.02.15 – Kein Durchkommen – Bahnverkehr: Aktionsbündnis nutzt Straßensperrungen der Stadt Bergen

Ob zwischen Bollersen und Salzmoor, zwischen Bleckmar und Nindorf, zwischen Sülze und Offen oder rund um Hagen – viele Bürger fahren gern über die Wirtschaftswege im Bergener Stadtgebiet. Damit ist es jetzt erst mal für vier Wochen vorbei: Die Stadt Bergen hat fünf davon zu Testzwecken gesperrt. Es kann aber noch schlimmer kommen, nämlich wenn die Bahn die von ihr geplante Güterzug-Neubaustrecke SGV-Y bauen sollte. Denn zu Fuß und per Rad dürfen die Menschen die Sperren immer noch passieren. „ Die Gleistrasse von SGV-Y würde die aktuell gesperrten Wirtschaftswege zu reinen Sackgassen degradieren und die gesamte Landschaft durch eine für Mensch und Tier unüberwindbare Grenze zerschneiden“, sagte Carsten Iseken vom Aktionsbündnis gegen Trassenneubau am vergangenen Sonnabend am Kirchbusch zwischen Hagen und Wohlde. Dort hatten sich am Nachmittag mehr als 100 Unterstützer des Bündnisses getroffen. Sie haben die Sperrung zum Anlass genommen, die Bevölkerung erneut auf die zerstörerischen Auswirkungen des Trassenneubaus aufmerksam zu machen. Dazu wurden am Vormittag entsprechende Beschilderungen an allen Sperren angebracht und am Kirchbusch sorgte der Aktionskünstler David MacLean aus Bergen mit einem Graffiti dafür, dass die Botschaft weithin sichtbar geworden ist. Carsten Iseken fasste in einer kurzen Ansprache die bisherige Arbeit des Bündnisses und deren Ergebnisse zusammen und wies „im Kleinen“ auf die Folgen des möglichen Neubaus am Beispiel Kirchenbusch hin: keine Sonntagsspaziergänge mehr zwischen Hagen und Wohlde, kein Waldklassenzimmer, das Kindern die Besonderheiten der heimischen Natur vermittele und stattdessen eine Querung der bedeutenden historischen Hügelgräberanlage. „Eine Zerstörung unseres Kulturerbes wird ohne mit der Wimper zu zucken geplant“, so Iseken. Er appellierte an die Anwesenden, sich weiterhin aktiv in den Widerstand einzubringen und schloss mit einem Zitat von Bertold Brecht: „Wer kämpft, kann verlieren – wer nicht kämpft, hat schon verloren.“


27.01.15 – Y-Trassen-Protest an Straßensperrungen in Bergen

Zu Testzwecken wird die Stadt Bergen sechs Wirtschaftswege sperren. Da diese Wege im Fall des Baus der Güterzug-Neubaustrecke SGV-Y komplett zerschnitten würden, nutzt das Aktionsbündnis gegen Trassenneubau die angekündigte Sperrung für seinen Protest. Für den kommenden Sonnabend lädt das Bündnis die Öffentlichkeit zur Auftaktveranstaltung ein. Die Wirtschaftswege Offen – Sülze, Bollersen – Salzmoor, Wohlde – Hagen, Hagen – Roxhüllen und Nindorf – Bleckmar werden von der Stadt vom 31. Januar bis zum 28. Februar für jeglichen Verkehr gesperrt werden. „Wenn die Y-Trasse bei uns gebaut werden sollte, wären unter anderem genau diese Wege nicht nur für den öffentlichen Verkehr verloren“, so Carsten Iseken vom Aktionsbündnis gegen Trassenneubau. „Sie wären durch eine unüberwindbare Trennlinie zerschnitten.“ Die Testsperrung lasse sich gut nutzen, um die Folgen des Neubaus für die Bevölkerung erlebbar zu machen. „Deshalb werden wir die Straßensperren entsprechend mit Informationsmaterial und Plakaten versehen und die Öffentlichkeit durch eine zentrale Kundgebung informieren.“ Los geht es am Sonnabend, dem 31. Januar, um 14 Uhr „Am Kirchenbusch“ zwischen Hagen und Wohlde. Für das leibliche Wohl wird gesorgt. Die Organisatoren freuen sich auf zahlreiche Gäste aus der ganzen Region, die mit ihrem Besuch ein deutliches Zeichen gegen die Neubautrasse durch die Heide setzen wollen.  Weitere Informationen enthält auch unsere Facebookseite. Sackgasselo


23.01.15 – Bahn schließt Bestandsausbau nicht aus – Y-Trasse Thema im Radio

Trassen-Diskussion im Hauptbahnhof: Der Radiosender NDR-Info hatte verschiedene Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft für den 22. Januar nach Celle eingeladen, um über die künftige Entwicklung des Schienennetzes im Norden Niedersachsens zu sprechen. Mit dabei waren unter anderem die Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann, Armin Skierlo als Vertreter der Deutschen Bahn, die Bürgermeister Bergens und Wietzendorfs Rainer Prokop und Uwe Wrieden, Susanne Schmidt von der niedersächsischen Industrie- und Handelskammer sowie zahlreiche Vertreter des Aktionsbündnisses gegen Trassenneubau. Einig zeigten sich alle Teilnehmer in der Auffassung, dass es tatsächlich Bedarf an einer Verbesserung des Schienennetzes für den Güterverkehr gebe. Die Mitglieder des Aktionsbündinisses führten aus, dass es dabei am wirtschaftlichsten und intelligentesten ist, das bereits bestehende Schienennetz auszubauen, anstatt mit Neubautrassen Lebensräume zu zerschneiden. Zum Beispiel würden, so Volker Thürk, alle Neubauvarianten auf den Verkehrsknoten Hannover zulaufen, der schon heute überlastet sei. „Man muss den Bahnverkehr in Norddeutschland stattdessen besser verteilen.“ Rainer Prokop und Uwe Wrieden stellten die desaströsen wirtschaftlichen Folgen der Neubauvariante SGV-Y für Bergen und Wietzendorf dar. Kirsten Lühmann, die auch Mitglied des Aufsichtsrates der Bahn und verkehrspolitische Sprecherin der SPD im Bundestag ist, betonte, dass sie Wert darauf lege, dass im Dialogverfahren alle Varianten ergebnisoffen diskutiert werden müssten. Der Ausbau von Bestandsstrecken ermögliche aber, „dass man kleine Maßnahmen schneller durchziehen kann, die dann schon verkehrswirksam werden“, während es beim Neubau viele Jahre länger dauere, bis nutzbare Strecken verfügbar seien. „Meine Lieblingsstrecke ist die, die leistungsfähig ist und die schnell gebaut werden kann“, sagte Susanne Schmidt von der Industrie- und Handelskammer, die ansonsten erstmal das Dialogverfahren abwarten wolle. Armin Skierlo von der Deutschen Bahn machte deutlich: „Wir von der Bahn haben keine Vorzugsvariante.“ Letztlich entscheide der Bundestag über Ausbau und Verbesserung des Bestands oder Neubau, die Bahn würde diese politische Entscheidung lediglich umsetzen. Eine eindeutige Ablehnung des Ausbaus von Bestandsstrecken signalisierte als einziger Gesprächsteilnehmer Dieter Janocha aus Uelzen. Er misstraut angekündigten Schallschutzmaßnahmen und sprach sich für eine Neubauvariante aus, die weniger Menschen betreffe. Sebastian Salie vom Aktionsbündnis gegen Trassenneubau dazu: „Wir arbeiten bereits mit sehr vielen anderen Bürgerinitiativen in Niedersachsen zusammen, die in verschiedenen Regionen zigtausende von Betroffenen vertreten. Wir alle fordern ‚Ausbau vor Neubau‘ und eine zeitgemäße Optimierung des Schallschutzes an bestehenden Ausbau-Strecken.“ Es ergebe einfach keinen Sinn, sich gegenseitig Neubautrassen vor die Nase setzen lassen zu wollen, „da die besseren Sachargumente ohnehin für den Ausbau sprechen.“ Das Dialogforum, bei dem Vertreter aus Politik, Verbänden und Bürgerinitiativen gemeinsam Kriterien zur Bewertung von Trassenvarianten entwickeln sollen, wird am 13. Februar in der Celler Congress-Union erstmals stattfinden. Die NDRinfo-Sendungen aus dem Celler Hauptbahnhof sind auf der Homepage des Senders zum Nachhören bereitgestellt. BU: Bundestagsmitglied Kirsten Lühmann sprach in einer Radiosendung mit Vertretern des Aktionsbündnisses gegen Trassenneubau und weiteren Akteuren des Diskurses zur Zukunft des Schienenverkehrs in Norddeutschland. Hier der Link zum Nachhören: http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/Bahn-frei-Der-Streit-ueber-die-Y-Trasse,livevorort114.html


17.01.15 – Infomail Nr.2 vom Aktionsbündnis gegen Trassenneubau

Liebe Mitglieder und Mitstreiter, wir haben es geschafft, ein Sitz in dem Dialogforum-Schiene-Nord ist uns sicher! Am Freitag, dem 13. Februar 2015, startet das Dialogforum-Schiene-Nord, bei dem Kommunen, Verbände und Bürgerinitiativen über die Y-Trasse und ihre Alternativen beraten sollen. Es sind insgesamt acht Treffen geplant, die jeweils freitags von 10.00 – 16.00 Uhr im Celler Tagungszentrum „Congress-Union“ stattfinden werden. Für die erste Forensitzung sind bisher folgende Themen vorgesehen: –      Begrüßung und Einführung in das Thema –      Vorstellung des Konzepts des „Dialogforums-Schiene-Nord“ –      Klärung von Aufgaben und Zielen des Dialogforums –      Vereinbarung der Diskussionsregeln und Entscheidungsfindung im Forum –      Vorstellung der bisherigen Trassenvarianten durch Bund/Deutsche Bahn AG –      Vorstellung weiterer Vorschläge zur Trassenführung –      Festlegung der gemeinsam zu betrachtenden Trassenvarianten –      Bestimmung der zu diskutierenden Themen und Kriterien –      Sammlung offener Fragen Die Aufgabe des neutralen Moderators Herrn Stachowitz aus dem Unternehmen vom Hoff ist eine Konzeption und Durchführung eines transparenten, fairen und ergebnisoffenen Beteiligungsverfahrens. Es werden alle Interessenslagen, räumlich wie inhaltlich, gehört und vertreten. Die erste Phase des Prozesses ist die umfassende Auswertung von Dokumenten, Medienbeiträgen, Stellungnahmen von Interessengruppen zur Festlegung von Diskussionsrunden, Erarbeitung von Themen in Form eines Katalogs, Vorbereitungen des Internetauftritts, Einrichtung des Bürgertelefons und ein erstes Forum.  Es wird einen Live-Stream, begleitende Maßnahmen der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Veröffentlichung von Arbeitsergebnissen im Internet geben und somit eine Verfolgung live möglich sein. Eine besonders wichtige Ergänzung und Möglichkeit für jeden Anteil zu haben und Beiträge zu leisten ist die Bürgerbeteiligung, die speziell in der Phase zwei, d. h. voraussichtlich April-Juli 2015 besondere Bedeutung erreichen wird. Es ist dann  für alle interessierten Bürger und Bürgerinnen möglich, über die Instrumente Internetauftritt, Informationsmaterialien, Bürgertelefon und mobiler Infostand Beiträge zu leisten sowie Bedenken und Hinweise jeglicher Art anzubringen. Sämtliche in dem Dialog vorgebrachten Punkte und Argumente werden aufgenommen und bewertet bzw. verarbeitet. Bitte macht euch schon heute Gedanken über Anliegen, die ihr direkt bzw. über uns vorbringen wollt. Dieser Beteiligung kommt eine hohe Bedeutung zu. Das Aktionsbündnis ist auf eure Unterstützung angewiesen! Die Eingaben werden in einen Themenkatalog eingeordnet, der dann im Forum diskutiert und letztendlich zum Abschlussbericht des  Unternehmens vom Hoff führen wird. Das ist dann die sogenannte letzte Phase, mit einer Handlungsempfehlung an das Land Niedersachsen. Der Vorschlag an die Landesregierung wird im Hause vom Hoff unter Ausschluss der Dialogteilnehmer festgelegt. Weitere Informationen zum Dialogforum gibt es auf der Website www.dialogforum-schiene-nord.de In unserer letzten Infomail hatten wir angedeutet, dass Gespräche mit dem Radiosender NDR-Info laufen und geplant ist, am 22. Januar 2015 vormittags eine Live-Sendung von 8.00 – 12.00 Uhr durchzuführen. Dieser Termin ist inzwischen bestätigt und wird geplant. Stattfinden werden die Interviews auf dem Celler Bahnhof in dem Zeitraum ca. 8.00 – 10.00 Uhr, da die Beiträge zusammengefasst werden, ist der Vor-Ort-Termin kürzer als die Sendezeit. Außer dem Aktionsbündnis werden bei diesem Termin ein Vertreter der Deutschen Bahn AG für Großprojekte, Vertreter der Kommunen, Politik und der Industrie- und Handelskammer (IHK) vor Ort sein. Wir halten euch weiter informiert. Euer Aktionsbündnis gegen Trassenneubau Der Vorstand Im Januar 2015


16.01.15 – Reparaturaktion Protestkreuze

Am morgigen Samstag, dem 17.01.15 werden umgefallene Protestkreuze aufgestellt. Dazu gibt es verschiedene Treffpunkte: Treffpunkt Hof Kuhlmann Hagen, 17.01.15 um 9 Uhr, verantwortlich: Hans-Dietrich Kuhlmann: 0170-4844469 Treffpunkt zwischen Wohlde und Bergen, 17.01.15 um 10 Uhr, verantwortlich: Fabian Ahrens Wer Lust und Zeit hat kommt gerne vorbei und hilft mit. Es sind einige Kreuze wieder aufzustellen.


 16.01.015 – NDR Info in Celle – Y-Trasse

Am Donnerstag, dem 22.01.15 ab 08:00 Uhr, wird der Radiosender NDR Info mit einem Übertragungswagen direkt vor dem Eingang zum Bahnhof Celle stehen – auf dem Bahnhofsvorplatz (Adresse: Bahnhofsplatz 6, 29221 Celle). Dort wird der NDR Interviews durchführen. Gäste werden sein: •Armin Skierlo, Deutsche Bahn AG, Großprojekte •Rainer Prokop, Bürgermeister Stadt Bergen •Kirsten Lühmann, MdB SPD Celle, Verkehrsausschuss •IHK Niedersachsen •Aktionsbündnis gegen Trassenneubau Wir vom Aktionsbündnis bitten um rege Anwesenheit.


09.01.15 – Erste Infomail vom Aktionsbündnis gegen Trassenneubau

Liebe Mitglieder und Mitstreiter, wir wünschen ihnen/euch ein frohes, gesundes und erfolgreiches Jahr 2015. Was ist seit der Auftaktveranstaltung am 3. Dezember 2014 im Stadthaus in Bergen geschehen? Welche Entwicklungen gibt es bezüglich des Dialogforums? Wie geht es weiter? Die heutige Mail möchten wir nutzen, um sie/euch zu informieren und zu zeigen, dass aktuell ständig Termine, Gespräche und eine Weiterentwicklung des Vorhabens erfolgen. Die Veranstaltung im Stadthaus mit einer sehr guten Beteiligung war eine Bestätigung  und Unterstützung in der bisherigen Art die Arbeit fortzuführen. Am 2. Dezember 2014 ist vom Ministerium die Vorgehensweise und Zusammensetzung des Dialogforums grob skizziert und bekannt gegeben worden. Auf Grund dieser Tatsache haben wir am 9. Dezember 2014 den Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr, Herrn Lies angeschrieben, das Aktionsbündnis gegen Trassenneubau vorgestellt und unseren Wunsch bzw. die Forderung gestellt, in der Besetzung des Dialogforums berücksichtigt zu werden. Diese Aktivität ist von den hiesigen politischen Vertretern sowie der Stadt Celle, dem Landkreis Celle  und der Stadt Bergen  unterstützt worden. Am darauf folgenden Tag, am 10. Dezember 2014, hat sich der Vorstand getroffen mit den Themen: Rückblick auf die Informationsveranstaltung im Stadthaus Bergen, Kassenbericht und Kassenprüfung, Aktivitäten und Zusammensetzung der Arbeitskreise, weiteres Vorgehen zur Bürgerbeteiligung Dialogforum. Eine sehr konstruktive Mitarbeit führte in den einzelnen Bereichen zur schnellen Ergebnisfindung. Direkt am nächsten Tag, dem 11. Dezember 2014, fand das erste Treffen aller Bürgerinitiativen in Sachen Trassenneubau aus dem nördlichen Bereich statt, insgesamt 23 an der Zahl. Diese Zusammenkunft war als Kennenlerngespräch, zum Austausch von Informationen und Standpunkten sowie zur Besprechung eines gemeinsamen Vorgehens in Sachen Bürgerdialog geplant. Weitere Treffen dieser Art wurden vereinbart und von allen Seiten für sinnvoll gehalten. Um möglichst alle Personen und Haushalte im Gebiet des Aktionsbündnisses zu erreichen, wurde der Vorschlag gemacht, einen Flyer zu entwickeln und inklusive einer Beitrittserklärung  im Januar 2015 über die örtlichen Zeitungen zu verteilen. Am 15. Dezember 2014 fand das nächste Treffen des Aktionsbündnisses mit den gewählten politischen Vertretern, Henning Otte (MdB), Thomas Adasch (MdL) und Ernst-Ingolf Angermann (MdL) statt. Der Themenkatalog dieses Gespräches war die Unterstützung bei der Vergabe eines Sitzes im Dialogforum, die Zusammenarbeit mit den anderen am Dialogverfahren beteiligten Akteuren, z. B. Naturschutzverbänden, dem Landkreis Celle, anderen Bürgerinitiativen etc.. Insgesamt wurde die Arbeit des Aktionsbündnisses hervorgehoben und die konstruktive, überparteiliche, offene Vorgehensweise begrüßt. Am 16. Dezember 2014 hat das Aktionsbündnis über Schreiben an den Landrat Herrn Wiswe und die Stadt Celle, Herrn Mende, darauf hingewiesen, sich für die Besetzung des Dialogforums mit dem Aktionsbündnis gegen Trassenneubau einzusetzen und die Aktivitäten zu unterstützen. Die Beteiligung haben auch der SPD-Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt in einem Schreiben an Minister Lies sowie die Celler Vertreter der Grünen  gefordert. Wie sie/ihr aus der Presse erfahren haben/habt und teilweise sicherlich auch persönlich dabei gewesen seid, hat am 20. Dezember 2014 im Ortsteil Bokel bei Wietzendorf vor gut 500 Menschen und entsprechender Politikprominenz  durch den enormen Einsatz der vor Ort lebenden Bürger eine Aufstellung des Modell-Güterzugs, der die Größenordnung und Ausmaße der zukünftigen Situation darstellen soll, stattgefunden. Unter dem Motto „Keine Wand durch unser Land!“ ist die Veranstaltung auch vom NDR begleitet und im Fernsehen übertragen worden. In den vergangenen Tagen hat es verschiedentlich Diskussionen über die Resolutionen gegen die Y-Trasse gegeben. Inzwischen liegen diverse Erklärungen der Stadt Celle, des Landkreises Celle, der Stadt Bergen, von verschiedenen politischen Parteien und der Kirche mit einer eindeutigen Position gegen den Trassenneubau, für den Erhalt des schnellen Personenverkehrs und für den Ausbau der Bestandsstrecken vor. Arbeitskreise Um die Aufgaben und die Arbeit des Bündnisses auf fachlich fundierte und belastbare Daten zu stützen, sind funktionierende Arbeitskreise eine Grundvoraussetzung. In unserem Bündnis sind zur Zeit folgende Bereiche eingerichtet: 1.   Medien und Tourismus Verantwortlich: Thomas v. d. Meulen, Svenja Thiele Kontakt: Medien-Tourismus-Wirtschaft@trassenabsage.de Arbeitsschwerpunkte: Homepage, Werbung allgemein, Tourismus 2.   Umwelt, Land- und Forstwirtschaft Verantwortlich: Christopher Hammann Kontakt: land-forst-natur@trassenabsage.de Arbeitsschwerpunkte: Natur- und Landschaftsschutz, Flora und Fauna, Land-, Forstwirtschaft und Jagd 3.   Veranstaltungen und Aktionen Verantwortlich: Claudia Dettmer-Müller Kontakt: Veranstaltungen-Aktionen@trassenabsage.de Arbeitsschwerpunkte: Veranstaltungen organisieren, Aktionen planen, Aktivitäten entwickeln. 4.   Gesundheit und Verträglichkeit Verantwortlich: Dörthe Ahrens, Bleckmar Kontakt: Gesundheit-Vertraeglichkeit@trassenabsage.de Arbeitsschwerpunkte: Belastungen durch mögliche Immissionen – Auswirkungen. 5.   Truppenübungsplatz Verantwortlich: Eckard Borges Kontakt: Truppenuebungsplatz@trassenabsage.de Arbeitsschwerpunkte: Den Truppenübungsplatz mit seiner regional hohen Bedeutung und seinen Auswirkungen in die Überlegungen Strom- und Bahntrasse  mit einzubeziehen und Probleme herauszuarbeiten, inkl. der Historie.   Wie wir bereits deutlich gemacht haben, sehen wir in den aktiven, funktionierenden Arbeitsgruppen eine Notwendigkeit, die Entwicklung und Arbeit für die nächsten Monate zu gewährleisten und bitten hier um entsprechende Mitarbeit. Melden sie sich bitte, wenn sie Möglichkeiten sehen, Interesse haben bzw. auch über Informationen für diese einzelnen Arbeitsbereiche verfügen, geben sie alles an die Ansprechpartner weiter. Am Mittwoch, dem 7. Januar 2015, fand das erste Treffen, organisiert vom Moderator Jens Stachowitz aus dem Hause von Hoff statt. Ziel dieses Treffens, welches ausschließlich mit den Bürgerinitiativen, Vertretern des Ministeriums, dem Minister und Mitarbeitern aus dem Hause von Hoff geführt wurde, war die Aufklärung über den Ablauf und die Besetzung des Dialogforums und mehr Informationen an die Initiativen weiterzuleiten. Nach unserer Einschätzung werden wir aufgrund unserer starken Mitgliederzahl, die immer noch wächst, und der Bündelung eines Streckenabschnitts von 45 km einer Neubautrasse am Bürgerdialog teilnehmen. Dies ist der Lohn der permanenten Medienarbeit, der Großveranstaltungen, der Treffen mit Politikern und des Abstimmens mit anderen Teilnehmern. Der Bürgerdialog ist unsere größte Chance unseren Naturraum vernünftig zu vertreten und den Bahntrassenbau zu verhindern. Zurzeit laufen Gespräche mit dem Radiosender NDR-Info,  am 22. Januar 2015 vormittags eine Live-Sendung durchzuführen. Voraussichtlicher Ausführungsort wird Bergen oder Celle sein. Umfang und Besetzung sind noch festzulegen. Sehr positiv möchten wir hervorheben, dass die Mitgliederzahl des Aktionsbündnisses gegen Trassenneubau inzwischen auf fast 3.000!! angestiegen ist. Wir sind somit mit Abstand die größte Bürgerinitiative im gesamten Bereich der geplanten Trassen, bekommen daher eine hohe Aufmerksamkeit und bedanken uns bei euch/ihnen für den enormen Zuspruch und die finanzielle Unterstützung. Wir haben uns vorgenommen, sie/euch weiter regelmäßige Informationen über den E-Mail-Verteiler zukommen zu lassen, so dass in Abständen über die Arbeit berichtet wird. Ihr Aktionsbündnis gegen Trassenneubau Der Vorstand Im Januar 2015


22.12.14 – Aktionsbündnis stellt Riesen-Güterzug-Modell gegen Y-Trasse auf die Schiene

Trotz Sturm, Hagel und Gewitter am Mittag sind gut 500 Menschen am vergangenen Sonnabendnachmittag in den Wietzendorfer Ortsteil Bockel gekommen. Der Anlass war ihnen anscheinend zu wichtig, um den Termin wegen schlechten Wetters ausfallen zu lassen. Die Mitglieder des Vereins „Aktionsbündnis gegen Trassenneubau“ hatten zu einer Großaktion eingeladen, bei der ein weithin sichtbares Zeichen des Widerstands gesetzt werden sollte: Seither steht nun ein Riesenmodell eines Güterzuges auf einem nachgebauten Bahndamm und veranschaulicht aufs Deutlichste, was mit der Region passiert, wenn die von der Bahn geplante Neubaustrecke für Güterzüge „SGV-Y“ tatsächlich gebaut werden sollte. „Die Idee war es, den Leuten die Auswirkungen dieser Trasse vor Augen zu führen“, sagte Heinrich Grünhagen, einer der Organisatoren der Aktion. „Den Bahndamm hatten wir ja schon fertig. Aber dass obendrauf auch noch Züge fahren, wollten wir ebenfalls zeigen, damit der Eindruck realistischer wird.“ Im nächsten Jahr soll ein weiteres Modell – ein nachgebauter ICE – das Bild komplettieren und symbolhaft darstellen, dass der Protest weiter an Fahrt gewinnt. Dass der Widerstand gegen SGV-Y bereits schon jetzt auf vollen Touren läuft, war nicht nur an den vielen Besuchern zu sehen, die zu einem guten Teil aus Wietzendorf, dem Soltauer Raum und aus dem Landkreis Celle gekommen waren, um die Trassengegner zu unterstützen. Auch die Präsenz eines NDR-Fernsehteams und die Grußworte des Bockeler Ortsvorstehers Heinrich Borchers, des Wietzendorfer Bürgermeisters Uwe Wrieden, des Bundestagsabgeordneten Henning Otte und des Landtagsabgeordneten Lutz Winkelmann, der in seiner Funktion als Forstbetriebsgemeinschaftsleiter sprach, gaben Zeugnis von dem breiten Zuspruch für den Verein, der mittlerweile über 2000 Mitglieder zählt. „Diese Unterstützung von allen Seiten ist wichtig, wenn wir für unseren Platz im ‚Bürgerdialog‘ kämpfen“, sagte der 1. Vorsitzende Jan-Hendrik Hohls. Denn in diesem Gremium, das die Agentur „vom Hoff“ im Auftrag der Landesregierung organisiert und das die Entscheidung für oder gegen den Neubau von Güterzugtrassen vorbereiten soll, sind für die mittlerweile über 20 Bürgerinitiativen nur zehn Plätze reserviert. Zurzeit ist noch offen, ob das „Aktionsbündnis gegen Trassenneubau“ vertreten sein wird, das mit seinem Aktionsraum von Wietzendorf bis Celle alle Ortschaften entlang eines rund 50 Kilometer langen Abschnitts der SGV-Y-Trasse repräsentiert. Nach diesem Nachmittag dürften die Hoffnungen gestiegen sein – vielleicht auch dadurch, dass für die Dauer der Veranstaltung der Sturm schwieg und sich sogar die Sonne kurz blicken ließ.


18.12.14 –  Riesen-Modell eines Güterzuges: Trassenprotest am Wochenende in Wietzendorf

Das Jahr geht zu Ende – der Widerstand gegen die Y-Variante SGV-Y geht weiter! In Wietzendorf wird am kommenden Sonnabend, dem 20. Dezember, ein eindrucksvolles Symbol des Protestes „auf die Schiene“ gebracht. Schon jetzt kann man im Ortsteil Bockel einen Bahndamm besichtigen, der in Originalgröße abbildet, was mit der Landschaft in der Südheide passiert, wenn die Planungen der Bahn umgesetzt werden sollten. Jetzt setzen die Wietzendorfer Bürgerinnen und Bürger „noch einen obendrauf“: Auf diesem Damm wird der modellhafte Nachbau eines Güterzuges platziert! Morgens um zehn Uhr nimmt der aus 20 Personen bestehende Bautrupp seine vorbereitende Arbeit auf. „Ab 15 Uhr folgt dann der Höhepunkt, zu dem die Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist“, sagt Christoph Wrogemann vom Aktionsbündnis gegen Trassenneubau, einer der Organisatoren der Aktion, „dann stellen wir den Zug auf.“ Man rechne mit einer Resonanz von mehr als 200 Gästen, „jeder, der ein Zeichen setzen möchte, ist willkommen.“ Für eine ausreichende Beleuchtung der Veranstaltung mit Scheinwerfern ist gesorgt, ebenso für ein Lagerfeuer und das leibliche Wohl. Nach Bokel gelangt man, indem man von Bergen kommend auf der B3 in Richtung A7 fährt und die erste Abfahrt in Richtung Wietzendorf nimmt. Weitere Informationen gibt es auf Facebook: Aktionsbündnis gegen Trassenneubau zugbockel


17.12.14 – Y-Trasse: CDU-Politiker raten zu Geschlossenheit

Zerschneidet demnächst eine Hochgeschwindigkeitsstrecke für Güterzüge die Südheide oder nicht? Diese Frage soll ein von der niedersächsischen Landesregierung in Auftrag gegebener Bürgerdialog beantworten, an dem neben Politikern und Vertretern von verschiedenen Verbänden auch Bürgerinitiativen teilnehmen. Bei dem Verein „Aktionsbündnis gegen Trassenneubau“ laufen die Vorbereitungen hierfür auf Hochtouren. Zuletzt berieten sich dessen 1. Vorsitzender Jan-Hendrik Hohls und einige Mitstreiter mit den CDU-Landtagsabgeordneten Thomas Adasch und Ernst-Ingolf Angermann sowie dem Bundestagsabgeordneten Henning Otte (CDU). „Es ist hervorragend, was das Aktionsbündnis in der kurzen Zeit seines Bestehens auf die Beine gestellt hat“, sagte Henning Otte bei dem Gespräch, das am vergangenen Montag im Altensalzkother Gasthof Helms stattgefunden hat. Insbesondere die stetig wachsende Anzahl an Mitgliedern, die mittlerweile bei über 2000 Bürgern liegt, sei beeindruckend. Ernst-Ingolf Angermann betonte, dass es wichtig sei, parteiübergreifend an einem Strang zu ziehen, insofern verfolge der Verein genau den richtigen Weg. Dabei komme es nun darauf an, eine engere Vernetzung mit anderen am Dialogverfahren beteiligten Akteuren voranzutreiben, sagte Thomas Adasch. Zu nennen seien hier vor allem die beteiligten Naturschutzverbände, der Landkreis Celle sowie die zum Dialogverfahren gemeldeten Bürgermeister. „Man sollte sich abstimmen“, so Adasch. Nicht zuletzt gehe es auch darum, darin zeigten sich alle Anwesenden einig, dass das Aktionsbündnis gegen Trassenneubau selbst im Dialogverfahren vertreten sein müsse. Schließlich decke der von dem Verein vertretene Bereich fast 50 Kilometer der Trassenvariante SGV-Y ab. Ob das Aktionsbündnis dabei sein wird, ist jedoch zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht sicher. Zwar ist von Seiten der mit der Planung des Bürgerdialogs beauftragten Agentur „vom Hoff“ angekündigt worden, dass zehn Plätze für Vertreter der Bürgerinitiativen vorgesehen seien, doch gibt es deren mittlerweile über 20. Diese sollen sich nach Vorstellung der Agentur untereinander auf zu entsendende Vertreter einigen. „Wir haben unseren Platz schriftlich bei Wirtschaftsminister Lies eingefordert, aber noch keine positive Rückmeldung erhalten“, so Jan-Hendrik Hohls. Unterstützung für diese Forderung kommt von vielen Seiten: So haben der SPD-Landtagsabgeordnete Maximilian Schmidt sowie Landrat Klaus Wiswe (CDU) fest zugesagt, sich für eine Teilnahme des Bündnisses im Bürgerdialog einzusetzen. Auch die Celler Grünen forderten kürzlich in einer öffentlichen Stellungnahme eine Repräsentation der überparteilich organisierten Trassengegner. Einer Entscheidung in dieser Sache blicken also viele Augen mit Spannung entgegen. CDU_klein


04.12.14 – Trassengegner füllen das Bergener Stadthaus

Aktuelle Informationen und eine rege Diskussion – beim Auftaktabend des Aktionsbündnisses gegen Trassenneubau am vergangenen Mittwoch ist eins deutlich geworden: Der Widerstand gegen die Güterzug-Neubaustrecke SGV-Y und die SuedLink-Stromtrasse ist in vollem Gange und erfährt eine breite Unterstützung. Weit mehr als 500 Besucher waren der Einladung des Bündnisses ins Bergener Stadthaus gefolgt, einige mussten das Geschehen von draußen verfolgen. Die Fragen aus dem Publikum zeugten von regem Interesse und der Bereitschaft sich einzubringen. Zunächst eröffneten der Vorsitzende Jan-Hendrik Hohls und Vorstandsmitglied Carsten Iseken den Abend. Sie gaben einen Überblick über die Verläufe der beiden geplanten Trassen sowie die Ziele und bisherigen Aktionen des Bündnisses, das seit gut einer Woche zum Verein geworden ist. Ein Ausblick auf die Zukunft, insbesondere auf das im Frühjahr beginnende Bürgerdialogverfahren, leitete die anschließende Diskussion ein. Wie am Dienstag von Wirtschaftsminister Olaf Lies verkündet worden war, soll ein 80köpfiges Gremium über die verschiedenen Varianten der Y-Trasse beraten, das sich aus Vertretern der Politik, der Wirtschaft, der Umweltverbände und der Bürgerinitiativen zusammensetzt. Ergebnis solle eine Empfehlung für eine Variante sein, die dann dem Bundestag zur Entscheidung vorgelegt werde. Wie viele Personen es jeweils sein werden und ob alle relevanten Gruppen tatsächlich berücksichtigt werden, ist allerdings noch offen. „Unser Ziel ist es, in dem Gremium personell vertreten zu sein“, sagte Jan-Hendrik-Hohls. Annegret Pfützner von den Grünen forderte, dass das Land Niedersachsen sich an der Finanzierung neutraler Gutachter beteiligt, da die Bürgerinitiativen nicht über die nötigen Mittel verfügen würden, stichhaltige Argumente für den Dialog in dem Gremium zu erarbeiten. Bergens Bürgermeister Rainer Prokop sagte daraufhin, dass auch die Stadt Bergen an einer sachlich fundierten Grundlage für die Ablehnung des Trassenneubaus durch die Südheide arbeite. Der CDU-Landtagsabgeordnete Ernst-Ingolf Angermann zeigte sich ebenfalls solidarisch mit dem Aktionsbündnis und erfreut darüber, dass es in der Region mittlerweile einen parteiübergreifenden Konsens gebe, dass der Streckenausbau dem Streckenneubau vorzuziehen sei. Weitere Fragen aus dem Publikum bezogen sich beispielsweise auf die Betonung der Sonderrolle Bergens durch die Truppenübungsplatz-Belastung oder die Ausweitung der Pressearbeit. An einigen Punkten verwiesen Hohls und seine Mitstreiter auf die nächsten Wochen, in denen die nächste Phase des Widerstands eingeläutet werde – die der inhaltlichen Vertiefung und Vernetzung mit anderen Bürgerinitiativen. Eine Frage konnte nicht positiv beantwortet werden: ob es unter den im Saal Anwesenden jemanden gebe, der für den Neubau einer Trasse sei oder der persönlich jemanden kenne, der diese Meinung vertrete.


 01.12.14 – Auftaktveranstaltung des Aktionsbündnisses gegen Trassenneubau

Viele Menschen haben große Angst vor dem geplanten Neubau einer Hochgeschwindigkeits-Strecke für Güterzüge durch die Südheide. Es gibt allerdings Chancen, dieses Großprojekt namens SGV-Y zu verhindern und stattdessen für die Verwirklichung einer sinnvollen Alternative zu sorgen. Diese Chancen zu nutzen ist das Ziel des Aktionsbündnisses gegen Trassenneubau, das sich kürzlich als Verein gegründet hat. Auf einer Auftaktveranstaltung am Mittwoch, dem 3. Dezember, informiert das Bündnis im Bergener Stadthaus über den Verlauf der von der Bahn entworfenen Trasse, berichtet über seine bisherigen Aktionen und darüber, wie der Widerstand fortgesetzt werden soll. Dabei stehen unter anderem Möglichkeiten und Risiken im Mittelpunkt, die sich aus dem im kommenden Januar beginnenden Bürgerbeteiligungsverfahren ergeben. Zu dem Auftaktabend sind alle interessierten Bürgerinnen und Bürger eingeladen. Er beginnt um 19 Uhr, Einlass ist bereits ab 18 Uhr.


30.11.14 – Aktionsbündnis beim Trassentalk mit Kirsten Lühmann

Der nächste Schritt steht kurz bevor: Im Januar kommenden Jahres beginnt das Bürgerbeteiligungsverfahren, das eine Entscheidung in Sachen Y-Trasse hervorbringen soll. Damit das Schlimmste – ein Trassen-Neubau mitten durch den Celler Nordkreis – verhindert wird, müssen Informationen gesammelt, Argumente formuliert und Vorgehensweisen geplant werden. Aus diesem Grund haben sich Mitglieder des Aktionsbündnisses gegen Trassenneubau am vergangenen Sonnabend mit der Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann (SPD) zum „Trassentalk“ getroffen. Eingangs erklärte Lühmann, die zu der Veranstaltung in die Hustedter Heimvolkshochschule eingeladen hatte, die Hintergründe des Vorhabens, den Gütertransport von den deutschen Häfen in das Hinterland zu verbessern. Da laut einer Prognose bis zum Jahr 2030 mit einer erheblichen Steigerung des Warenaufkommens zu rechnen sei, die nicht allein über die Straße und die Binnenschifffahrt aufgefangen werden könne, sei man sich darüber einig, dass das Schienennetz ausgebaut werden müsse. Deshalb sei die Bahn vom Bund damit beauftragt worden, Lösungen zu entwerfen und habe verschiedene Varianten erarbeitet. Eine davon ist die Neubaustrecke SGV-Y, die im Moment in aller Munde ist und in der betroffenen Region erheblichen Widerstand hervorruft. Auch Kirsten Lühmann ist gegen diese Trassenführung und stellte ein eigenes Konzept vor, nach dem bereits bestehende Strecken für das erhöhte Bahnverkehrsaufkommen ertüchtigt und keine neuen Trassen gebaut werden sollen. „Vorschläge wie diese sind das, wofür auch wir uns einsetzen “, sagte Jan-Hendrik Hohls aus Becklingen, der Vorsitzende des Aktionsbündnisses gegen Trassenneubau. Schließlich gehe es nicht darum, den Schienengüterverkehr an sich zu kritisieren, sondern Lebensräume für Menschen und Tiere vor zerstörerischen Eingriffen zu schützen, für die es sinnvolle Alternativen gebe. Wie dieses Ziel im Rahmen des zu Beginn des kommenden Jahres startenden Bürgerbeteiligungsverfahrens umgesetzt werden kann, war die zentrale Frage beim „Trassentalk“. Kirsten Lühmann stellte klar, dass es weder die Landesregierung noch die Bundesregierung seien, die über den Trassenverlauf entscheiden würden. Vielmehr habe die Landesregierung eine Firma beauftragt, einen Kommunikationsprozess zu moderieren, in den sich Vertreter aus der Politik, der Wirtschaft, den Naturschutzverbänden, den Bürgerinitiativen sowie alle interessierten Einzelpersonen einbringen sollen. Dabei würden Kriterien zur Bewertung der vorgeschlagenen Alternativen von den Beteiligten festgelegt, eine solche Bewertung vorgenommen und am Ende eine Empfehlung abgegeben. Diese leite die Landesregierung an den Bundestag unverändert weiter, der dann letztlich über das Projekt abstimme. Es komme also für Initiativen wie das Aktionsbündnis darauf an, stichhaltige Argumente zu erarbeiten, die es dann in dem angestrebten Kommunikationsprozess anführen kann. Hierzu bedürfe es natürlich auch der Mithilfe von Experten aus verschiedenen Bereichen. Die Bundestagsabgeordnete sagte, sie werde die Frage an die Landesregierung stellen, wie unabhängige Sachkompetenz in das Verfahren gelangen könne. Lühmann selbst will noch im ersten Quartal des neuen Jahres eine Veranstaltung mit Fachleuten zum Thema Lärmbelastung organisieren. Die nächste Veranstaltung des Aktionsbündnisses gegen Trassenneubau findet am kommenden Mittwoch statt. Um 19 Uhr beginnt im Bergener Stadthaus der Auftaktabend, an dem sich das Bündnis als Verein der Öffentlichkeit vorstellt und über die SGV-Y-Planung, die eigenen Ziele sowie den Stand der Diskussion informiert. Auch neue Mitglieder sind willkommen. Trassentalk1


28.11.14 – Maximilian Schmidt unterstützt Aktionsbündnis gegen Trassenneubau

Die Überzeugung, dass weder eine Überlandleitung der Stromtrasse SuedLink durch den Landkreis Celle noch die von der Bahn geplante Güterzugneubaustrecke SGV-Y gute Ideen sind, eint die Menschen in der Region. Auch hiesige Vertreter der Politik lehnen die entsprechenden Entwürfe ab. Maximilian Schmidt, Kreis- und Landtagsabgeordneter der SPD, hat kürzlich ein Treffen des Aktionsbündnisses gegen Trassenneubau besucht und deutlich gemacht, dass er dessen Arbeit für sehr wichtig hält. Das Aktionsbündnis setzt sich für den Ausbau bestehender Infrastrukturlinien anstelle von Trassenneubauprojekten ein. Dies sei eine Position, wie sie auch die SPD vertrete, so Schmidt. Deshalb werde die Kreistagsfraktion eine entsprechende Resolution bei Landrat Klaus Wiswe einreichen und heiße auch die Arbeit des Bündnisses ausdrücklich gut. „Wichtig ist, dass Sie weit in die Öffentlichkeit wirken“, sagte Schmidt zu Jan-Hendrik Hohls vom Aktionsbündnis und seinen Mitstreitern, die sich am vergangenen Mittwoch im Feuerschützenbosteler Gasthaus Helms zusammengefunden hatten, um sich mit dem Politiker auszutauschen. Das Aufstellen von Protestkreuzen entlang des Trassenverlaufes sei in diesem Sinne eine sehr gute Maßnahme gewesen, so Schmidt weiter, doch müssten weitere Aktionen folgen. Solche sind auch geplant. Gleich im Anschluss an das Treffen mit Maximilian Schmidt fand eine Versammlung statt, auf der sich aus dem bisher informellen Bündnis heraus ein Verein gründete, der an diesem Wochenende auf dem Bergener und dem Eversener Weihnachtsmarkt mit eigenen Ständen präsent sein und sich am Mittwoch, dem 3. Dezember, um 19 Uhr im Bergener Stadthaus der Öffentlichkeit mit einem Informationsabend präsentieren wird. „Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen zu kommen“, so Jan-Hendrik-Hohls.


26.11.14 – Aktionsbündnis am 1. Advent auf Weihnachtsmärkten in Bergen und Eversen

An diesem Wochenende wird das Aktionsbündnis gegen Trassenneubau auf den Weihnachtsmärkten in Bergen und Eversen mit eigenen Ständen vertreten sein. Die Besucher sind eingeladen, sich über den geplanten Verlauf der umstrittenen Variante der Y-Trasse (SGV-Y) durch den Landkreis zu informieren und in persönlichen Kontakt mit den Ansprechpartnern zu treten. Außerdem gibt es Aufkleber, Buttons und die Möglichkeit, das Bündnis durch Zuwendungen zu unterstützen. Der Bergener Weihnachtsmarkt auf dem Friedensplatz beginnt am Sonnabend, dem 29. 11., um 14 Uhr und am Sonntag, dem 1. Advent, ab 11 Uhr. An beiden Tagen ist der Stand des Aktionsbündnisses (neben dem Cafe Sahne) bis 19 Uhr besetzt. In Eversen geht es rund ums Feuerwehrhaus am Sonntag um 13 Uhr los. Weitere Informationen gibt es auf unserer Facebookseite Aktionsbündnis gegen Trassenneubau sowie auf der Facebookseite Wietzendorf wehrt sich gegen die Y-Trasse.


26.11.14 – Wietzendorfer Bürgerversammlung zur Y-Trasse voller Erfolg

Rund 500 Gäste haben am vergangenen Montag die Bürgerversammlung im Wietzendorfer Hotel Hartmann besucht. Der Grund für diesen Ansturm dürfte das Hauptthema des Abends gewesen sein: Informationen und Diskussion zum geplanten Neubau von Strom- und Güterzugtrassen durch die Südheide. Bürgermeister Uwe Wrieden begrüßte die Anwesenden und zeigte sich begeistert von der Menge an Menschen: „Normalerweise kommen 60 bis 80 Menschen zu unseren Versammlungen. Heute sieht es etwas anders aus, das wird am heutigen Programm liegen.“ Nach einem Appell an die Bürger, sich an einer laufenden Breitbandumfrage zu beteiligen, ging dann Volker Hestermann in einem Vortrag auf den Verlauf einer Wietzendorf betreffenden Variante des als SuedLink bekannten Energietransportprojekts der Firma TenneT ein, das eine Verlegung von Höchstspannungsleitungen vorsieht. Anschließend informierten Carsten Iseken und Sebastian Salie aus Bergen über die Arbeit des Aktionsbündnisses gegen Trassenneubau, dem sie angehören. Das Aktionsbündnis setzt sich sowohl gegen die Errichtung von mehr als 60 Meter hohen Suedlink-Strommasten in der Region zwischen Wietzendorf und Celle als auch gegen den von der Deutschen Bahn geplanten Neubau einer Güterzugstrecke in ebendieser Gegend ein. Stattdessen sei man dafür, die zweifelsohne wichtige Sicherstellung von Energie- und Güterversorgung mithilfe des Ausbaus bereits bestehender Infrastruktur-Trassen zu gewährleisten, so Iseken. Sebastian Salie betonte, dass es sich bei dem Aktionsbündnis um eine von Leuten verschiedenster Berufsgruppen ins Leben gerufene und überparteiliche Initiative handele. Sehr erfreulich sei, dass man seitens der Politik vom Ortsbürgermeister über alle Ebenen bis hin zu den beiden Bundestagsabgeordneten Henning Otte (CDU) und Kirsten Lühmann (SPD) Unterstützung erfahre. Es komme aber genauso auf Hilfe der Bürger vor Ort an, die in der betroffenen Region leben. Dass diese Aussage auch die Meinung der Menschen in Wietzendorf und Umgebung widerspiegelte, zeigte sich in zahlreichen Wortbeiträgen bei der auf die Vorträge folgenden Diskussion und die stolze Summe von rund 1200 Euro, die an Zuwendungen für die Weiterarbeit des Aktionsbündnisses an diesem Abend gesammelt werden konnten. Iseken: „Die nächsten beiden Termine für uns und alle interessierten Gegner des Trassenneubaus sind der Berger Weihnachtsmarkt, wo man uns an einem Stand besuchen kann, und der 3. Dezember. An diesem Termin stellen wir uns ab 19 Uhr als Verein im Berger Stadthaus vor und hoffen auf rege Beteiligung – so in etwa wie hier!“


22.11.14 – Bürger und Politiker vereint gegen Y-Trasse

Beim Aufstellen des letzten Protestkreuzes waren alle vereint: Rund 800 Bürger aus dem Heidekreis und dem Landkreis Celle demonstrierten am vergangenen Sonnabend ihre Einigkeit im Widerstand gegen die von der Bahn entworfene Neubautrasse SGV-Y, die mitten durch die Lüneburger Heide führen würde. Am Morgen hatten sie 500 hölzerne Kreuze entlang des Verlaufs der geplanten Strecke aufgestellt und trafen sich anschließend in Bergen zu einer Abschlusskundgebung des Aktionsbündnisses gegen Trassenneubau. Mit dabei waren zahlreiche Vertreter aus der Politik, darunter die Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann (SPD) und Henning Otte (CDU). Die Pläne der Bahn seien, würden sie umgesetzt, „ein unverhältnismäßiger Eingriff in Natur, Landwirtschaft und Tourismus“, so Henning Otte. Er forderte die Bahn auf, auf intelligentere Konzepte zu setzen und kündigte an, dass die CDU ein eigenes vorlegen werde. Auch Kirsten Lühmann, verkehrspolitische Sprecherin der SPD im Bundestag und Aufsichtsratsmitglied bei der Deutschen Bahn, lehnte einen Trassenneubau vehement ab: „Wenn schon der Plan für die klassische Y-Trasse verworfen wurde, dann geht diese Variante erst recht nicht.“ Stattdessen müsse der Ausbau bestehender Strecken betrieben werden. „Es ist ja allen klar, dass Güter bewegt werden müssen und das sollen sie auch“, sagte auch Bergens Bürgermeister Rainer Prokop, „nur eben nicht auf einer Neubautrasse.“ Ganz in diesem Sinn äußerten sich ebenfalls die Grünen-Politikerinnen Annegret Pfützner aus dem Celler Kreistag und Elke von Meding aus dem Bergener Stadtrat. Landrat Klaus Wiswe stellte eine gründliche fachliche Auseinandersetzung mit der Variante SGV-Y in Aussicht, sobald ein im Januar erscheinendes verkehrswirtschaftliches Gutachten vorliege. An der Protest-Kreuz-Aktion könne man sehen, wie sehr die Menschen bereit seien, sich für ihre Heimat einzusetzen. Die Entschlossenheit und das Engagement der Leute lobten auch die Landtagsabgeordneten Erst-Ingolf Angermann und Thomas Adasch, die ebenfalls der Einladung des Aktionsbündnisses gefolgt waren. „Es ist sehr gut, dass die Bürger sich wehren und dass der Protest parteiübergreifenden Charakter hat“, so Adasch. Dass dem so ist, zeigte auch die Ansprache Jan-Hendrik Hohls, der zurzeit als Koordinator des Aktionsbündnisses fungiert. Er bedankte sich bei Helfern und Gästen und appellierte an alle Vertreter und Abgesandte, egal welcher Partei und Gesinnung, auf allen Ebenen zu kommunizieren, dass Bergen und die umliegenden Orte und Gemeinden alles an Infrastruktur gebrauchen können, aber keine Trasse, die das Land zerstört und seine Bewohner von der Umgebung abschneidet.“ Aus diesem Grund werde man auch selbst weiter tätig bleiben, die nächsten Aktionen seien bereits in Planung.


22.11.14 Illustration der geplanten Bahnlinie SGV-Y durch unsere Heimat – Teilabschnitt der Neubaustrecke Celle – Maschen.  Das Bild zeigt den Abschnitt Celle bis zur Autobahn A7 Soltau Süd.

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20.11.14 – Einladung zum Widerstand gegen die Neubautrasse SGV-Y am 22.11.14 – 13:30 Uhr Ortseingang Wohlde, Am Stellwerk, 29303 Bergen

Mehr als 200 Helfer zwischen Wietzendorf und Celle haben sie angefertigt, am kommenden Sonnabend werden sie aufgestellt: 500 vier Meter hohe Protestkreuze, die den Verlauf der von der Bahn geplanten Neubaustrecke SGV-Y sichtbar machen sollen. Mitten durch die Südheide würde sich diese Trasse ziehen, dabei Naturschutzgebiete und Verkehrswege durchschneiden und Lebensgrundlagen für Mensch und Tier zerstören. Die Bevölkerung für die drohende Gefahr zu sensibilisieren ist das Ziel der Aktion, zu deren Höhepunkt auch zahlreiche Politiker verschiedener Parteien kommen wollen. Am Sonnabend, dem 22. November, treffen sich die Beteiligten der Protestkreuz-Aktion um 13:30 Uhr am Ortseingang Wohldes (von Bergen kommend, auf Höhe der Straße „Am Stellwerk“) und werden das letzte Kreuz errichten. Dann stehen die am letzten Wochenende auf Initiative des Aktionsbündnisses gegen Trassenneubau gebauten Symbole des Widerstands an allen sichtbaren Punkten entlang der geplanten Strecke. Neben Bergens Bürgermeister Rainer Prokop und zahlreichen Ortsbürgermeistern der betroffenen Dörfer sowie Kreispolitikern verschiedener Parteien haben Landrat Klaus Wiswe, der Landtagsabgeordnete Ernst-Ingolf Angermann sowie die Bundestagsabgeordneten Kirsten Lühmann und Henning Otte zugesagt, der Einladung des Aktionsbündnisses zu folgen, den Abschluss der ersten Großaktion feierlich zu begehen. Eingeladen sind natürlich auch alle Bürgerinnen und Bürger, mit ihrem Erscheinen ein deutliches Zeichen gegen den Trassenneubau zu setzen. Wir bitten jeden der an diesem Tag kommen möchte, sein Auto auf den ausgeschilderten Parkplätzen abzustellen. Wer möchte kann sich gerne mit einer Warnweste erkenntlich machen. Weitere Informationen enthält auch unsere Facebookseite. kartewohlde